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Mehr Solarstrom selbst nutzen: Was ohne Batteriespeicher möglich ist

Viele Haushalte können ihren Solarstromanteil schon mit Zeitsteuerung und flexiblen Verbrauchern erhöhen. Ein Speicher ist nicht der erste Schritt.

Wechselrichter einer Photovoltaikanlage an einer Innenwand
Wechselrichter einer Photovoltaikanlage an einer InnenwandFoto: RickyCourtney / Wikimedia Commons, bearbeitet (Zuschnitt)CC BY-SA 4.0

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Lastprofil zeigt, welche Verbräuche sich tatsächlich in die Erzeugungszeit verschieben lassen.
  • Große Verbraucher sollten möglichst nach verfügbarem Überschuss und nicht nur nach einer festen Uhrzeit starten.
  • Der zusätzliche Eigenverbrauch muss gegen Komfort, technische Kosten und entgangene Einspeisevergütung gerechnet werden.

Photovoltaikanlagen liefern ihren höchsten Ertrag häufig dann, wenn der Haushalt wenig Strom braucht. Ein Batteriespeicher kann diese Lücke verschieben, kostet aber Geld, verursacht Verluste und altert. Bevor Eigentümer Speicherkapazität kaufen, lohnt sich deshalb ein Blick auf die Verbrauchsseite.

Eigenverbrauch bedeutet nicht, möglichst viel Strom zu verbrauchen. Sinnvoll ist, ohnehin anstehende Verbräuche in Stunden mit Solarerzeugung zu legen. Die eingesparte Netzstrommenge ist der Nutzen; eingespeister Strom bleibt zugleich nicht wertlos, sondern wird vergütet.

Erst das Tagesprofil verstehen

Wechselrichterportal, intelligenter Zähler oder ein Energiemessgerät zeigen, wann Überschüsse entstehen. Betrachten Sie mehrere Wochen und verschiedene Jahreszeiten. Ein wolkiger Wintertag und ein sonniger Junitag verlangen unterschiedliche Strategien.

Teilen Sie Verbraucher in drei Gruppen: dauerhaft laufende Geräte, frei verschiebbare Geräte und zeitkritische Anwendungen. Kühlschrank und Router laufen ohnehin. Spül- und Waschmaschine können oft warten. Kochen oder Beleuchtung richten sich dagegen nach dem Alltag und sollten nicht künstlich verkompliziert werden.

Haushaltsgeräte sicher zeitversetzt starten

Viele moderne Geräte bieten Startzeitvorwahl oder App-Steuerung. Sie sollten nur dann unbeaufsichtigt laufen, wenn Herstellerangaben, Elektroinstallation und persönliches Sicherheitsbedürfnis dazu passen. Mehrfachsteckdosen oder nachgerüstete Schaltsteckdosen sind für leistungsstarke Geräte nicht automatisch geeignet.

Eine feste Mittagszeit ist besser als gar keine Steuerung, reagiert aber nicht auf Wolken. Ein Energiemanagement kann Geräte oder Relais abhängig vom gemessenen Überschuss freigeben. Die zusätzliche Technik lohnt sich vor allem bei regelmäßig hohen und flexibel steuerbaren Lasten.

Wärme und Mobilität bieten größere Hebel

Eine Wärmepumpe kann einen Teil der Gebäudemasse oder einen passend geplanten Speicher als thermischen Puffer nutzen. Dabei dürfen Effizienz und Komfort nicht leiden: Stark erhöhte Temperaturen verursachen zusätzliche Verluste. Die Regelung sollte nur moderat verschieben und die Heizkurve nicht konterkarieren.

Beim Elektroauto ist die mögliche Verschiebung oft größer. PV-Überschussladen passt die Ladeleistung an den verfügbaren Solarstrom an. Voraussetzung sind eine kompatible Wallbox, ausreichend lange Standzeit und eine sichere Kommunikation zwischen Zähler, Wechselrichter und Ladepunkt.

Jede Automatisierung braucht eine Gegenrechnung

Berechnen Sie den Wert einer zusätzlich selbst genutzten Kilowattstunde als vermiedenen Strombezug abzüglich entgangener Einspeisevergütung. Diesem Vorteil stehen Anschaffung, Installation, Stand-by-Verbrauch und mögliche Wartung der Steuerung gegenüber.

Ein guter Plan beginnt daher einfach: Verbrauch messen, kostenlose Zeitfunktionen nutzen und nach einigen Monaten Bilanz ziehen. Erst wenn regelmäßig nennenswerte Überschüsse übrig bleiben, lässt sich fundiert entscheiden, ob Energiemanagement oder Speicher den nächsten sinnvollen Schritt darstellen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Umweltbundesamt – Photovoltaik-Dachanlagen
  2. Umweltbundesamt – Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Dachanlagen
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