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Zweifach- oder Dreifachverglasung: Das ganze Fenster muss zum Haus passen

Dreifachglas dämmt besser, ist aber schwerer und nicht allein entscheidend. Rahmen, Glasrand, Einbau, Sonnenschutz und Wandanschluss gehören dazu.

02Fenster & Türen

Das Wichtigste in Kürze

  • Typische Dreifachverglasung reduziert den Wärmeverlust durch die Scheibe gegenüber Zweifachglas deutlich.
  • Für die Energiebilanz zählt der Uw-Wert des gesamten Fensters, nicht nur der Ug-Wert des Glases.
  • Neue dichte Fenster erfordern Wärmebrücken- und Lüftungsplanung; sonst verlagert sich Feuchte an kältere Bauteile.

Bei einem Fenstertausch scheint die Glaszahl eine einfache Entscheidung zu sein. Typische Zweifach-Wärmeschutzverglasung erreicht einen Ug-Wert um 1,1 W/(m²K), typische Dreifachverglasung etwa 0,7 W/(m²K). Je kleiner der Wert, desto geringer der Wärmeverlust durch die Glasmitte. Das gesamte Fenster besteht aber zusätzlich aus Rahmen, Randverbund und Einbauanschluss.

Das ift Rosenheim weist deshalb auf den Uw-Wert des vollständigen Fensters und den Psi-Wert am Glasrand hin. Zwei Angebote mit demselben Glas können energetisch verschieden sein.

Der Kurzvergleich

Kriterium Zweifachverglasung Dreifachverglasung
Wärmeschutz der Scheibe gut besser
Gewicht geringer höher
solare Gewinne und Licht produktabhängig, oft höher produktabhängig, oft etwas geringer
Flügel und Beschläge weniger belastet Tragfähigkeit genauer prüfen
typischer Einsatz Sonderfälle und einfache Bestände heutiger Standard bei energetischer Sanierung
Preis meist niedriger meist höher

Ug, Uf und Uw auseinanderhalten

Ug beschreibt die Verglasung, Uf den Rahmen, Uw das gesamte Fenster. Hinzu kommt der lineare Wärmeverlust am Rand der Scheibe. Bei kleinen Fenstern ist der Rahmenanteil groß; dort kann ein guter Rahmen wichtiger werden. Bei großen Glasflächen dominiert die Verglasung stärker.

Verlangen Sie den Uw-Wert für die tatsächlich angebotene Größe oder eine normgerechte Deklaration. Ein hervorragender Ug-Wert auf dem Deckblatt kann einen mäßigen Rahmen nicht ausgleichen.

Dreifachglas verbessert Komfort

Die innere Scheibenoberfläche bleibt im Winter wärmer. Dadurch sinkt das Gefühl kalter Strahlung und der Kaltluftabfall am Fenster. Räume können sich bei gleicher Lufttemperatur behaglicher anfühlen. Auch Kondensat an der Glasfläche wird weniger wahrscheinlich.

Die kälteste Stelle kann sich dadurch an Laibung, Rollladenkasten oder ungedämmte Wand verschieben. Ein Fenstertausch ohne Bewertung dieser Anschlüsse löst deshalb nicht automatisch jedes Feuchteproblem.

Mehr Scheiben bedeuten nicht automatisch besseren Schallschutz

Schallschutz hängt von Scheibendicken, asymmetrischem Aufbau, Scheibenzwischenräumen, Verbundglas, Rahmen, Dichtungen und Einbau ab. Eine Standard-Dreifachverglasung kann akustisch schlechter passen als ein speziell aufgebautes Zweifachglas.

An stark befahrenen Straßen muss das gesamte Fenster mit passendem bewerteten Schalldämmmaß ausgeschrieben werden. Außenluftdurchlässe und Rollladenkästen dürfen das Ziel nicht unterlaufen.

Gewicht und Bestand prüfen

Eine zusätzliche Scheibe erhöht das Flügelgewicht. Bei großen Öffnungsflügeln müssen Profile, Beschläge und Befestigung dafür ausgelegt sein. Ein reiner Glastausch in alte Rahmen ist nicht immer technisch sinnvoll. Verformung, Bedienkräfte, Bandseite und Absturzsicherung gehören zur Prüfung.

Bei historischen Fenstern kann die Ertüchtigung von Kastenfenstern, ein schmales Wärmeschutzglas oder eine innere Ergänzung gestalterisch besser sein. Das Umweltbundesamt nennt für solche Fälle auch spezielle Vakuumverglasungen, deren Kosten und Randbedingungen jedoch separat zu bewerten sind.

Sonnenschutz und g-Wert mitbestellen

Der g-Wert beschreibt, wie viel Sonnenenergie durch das Glas in den Raum gelangt. Hohe solare Gewinne helfen im Winter, können große Süd- und Westflächen im Sommer aber überhitzen. Dreifachglas hat nicht automatisch den passenden Sonnenschutz.

Außenliegende Verschattung ist meist wirksamer als eine Beschichtung allein. Vergleichen Sie g-Wert und Lichttransmission mit dem geplanten Sonnenschutz. Ein sehr dunkles Sonnenschutzglas kann Tageslicht und Farbwiedergabe beeinträchtigen.

Die warme Kante reduziert den Randverlust

Der Abstandhalter zwischen den Scheiben beeinflusst die Temperatur am Glasrand. Wärmetechnisch verbesserte Abstandhalter verringern die lineare Wärmebrücke. Das ist besonders an kleinen Fenstern und bei hoher Raumluftfeuchte relevant.

„Warme Kante“ sollte mit einem nachgewiesenen Psi-Wert beschrieben werden. Ein Marketingname ohne Rechenwert ist nicht vergleichbar.

Einbau und Lüftung sind Teil des Fensters

Die Anschlussfuge muss innen luftdicht, mittig dämmend und außen schlagregensicher geplant sein. Die genaue Lösung hängt von Wand, Einbaulage und Fassadensanierung ab. Wird später außen gedämmt, sollte das Fenster möglichst schon in die künftige Dämmebene passen.

Neue Fenster reduzieren unkontrollierte Fugenlüftung. Ein Lüftungskonzept prüft, wie Feuchteschutz ohne dauerndes manuelles Eingreifen gesichert wird. Das gilt besonders, wenn viele Fenster gleichzeitig ersetzt werden.

So entscheiden Sie

Dreifachverglasung ist bei einer umfassenden energetischen Sanierung in der Regel die naheliegende Wahl. Zweifachglas kann bei statisch begrenzten historischen Flügeln, einzelnen Sonderfenstern oder einem genau begründeten Gesamtkonzept sinnvoll sein.

Vergleichen Sie Uw-Wert, g-Wert, Lichttransmission, Schallschutz, Sicherheitsglas, Randverbund, Flügelgewicht und Einbaudetail. Die Anzahl der Scheiben ist nur die Überschrift des Angebots.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. ift Rosenheim – Warme Kante für Fenster und Fassade
  2. ift Rosenheim – Isolierglas 0.4
  3. Umweltbundesamt – Wände und Fenster richtig dämmen
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