Erneuerbare überholen Kohle: Solar wird zur größten Stromquelle

Die IEA prognostiziert: Photovoltaik, Wind, Wasser und Biomasse werden 2026 zusammen zur weltweit wichtigsten Stromquelle. Die Solaranlage überholt die Windkraft.

Solarmodule auf dem Dach eines Wohnhauses
Solarmodule auf dem Dach eines WohnhausesFoto: Vivint Solar / UnsplashUnsplash-Lizenz

Das Wichtigste in Kürze

  • Die IEA prognostiziert, dass Erneuerbare 2026 zusammen mehr Strom liefern als Kohle.
  • Die Photovoltaik überholt die Windenergie mit 3.289 Terawattstunden im Jahr 2026.
  • Die globale Stromnachfrage steigt um 3,6 Prozent – getrieben von Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen.

Die Internationale Energie-Agentur IEA hat in ihrem Halbjahresbericht zum globalen Strommarkt einen Wendepunkt prognostiziert: Photovoltaik, Windenergie, Wasserkraft und Biomasse werden 2026 zusammen zur weltweit wichtigsten Stromquelle. Die Erneuerbaren liefern voraussichtlich acht Prozent mehr Strom als im Vorjahr und erreichen einen Anteil von 33 Prozent am globalen Mix.

Solar überholt Wind

Die Photovoltaik holt nicht nur auf, sie überholt die Windenergie. Die IEA erwartet für 2026 einen Solarertrag von 3.289 Terawattstunden – gegenüber 2.898 Terawattstunden der Windkraft. Die Solaranlage legt 613 Terawattstunden zu, die Windenergie nur 172. Bis zum Ende des Jahrzehnts dürfte die Photovoltaik sogar die Wasserkraft (4.536 Terawattstunden) überholen und zur größten einzelnen erneuerbaren Stromquelle werden.

Die fossilen Energien bleiben vorerst dominant: Kohleverstromung mit knapp 11.000 Terawattstunden, Gaskraftwerke mit rund 7.000 Terawattstunden. Die Atomenergie liefert gut 3.000 Terawattstunden – etwas weniger als die Photovoltaik.

Die Stromnachfrage steigt schneller

Die IEA erwartet, dass die globale Stromnachfrage 2026 um 3,6 Prozent und 2027 um 3,8 Prozent steigt. Im Vorjahr lag der Wert noch bei drei Prozent. Treiber sind industrielles Wachstum, Elektrofahrzeuge, Klimaanlagen, Wärmepumpen und der Bau neuer Rechenzentren. Indien führt mit sieben Prozent Wachstum, China folgt mit 5,5 Prozent. Die EU und die USA verzeichnen jeweils etwa zwei Prozent.

Negative Strompreise häufen sich

Ein Beobachtungspunkt der IEA betrifft die Zunahme von Stunden mit negativen Börsenpreisen in vielen Ländern und Regionen. Spanien, Südaustralien und Kalifornien werden namentlich genannt. In Schweden und Finnland sank die Zahl dagegen – die IEA führt dies auf eine stärkere Flexibilisierung von Einspeisung und Verbrauch zurück.

Was das für deutsche Eigentümer bedeutet

Die IEA-Zahlen bestätigen, was der deutsche Markt bereits zeigt: Solarstrom wird immer günstiger und immer häufiger. Für Eigentümer mit einer Photovoltaikanlage bedeutet das, dass der Eigenverbrauch weiter an Bedeutung gewinnt. Der eingespeiste Anteil wird bei sinkenden Marktpreisen und abnehmender Einspeisevergütung immer weniger wert.

Für Eigentümer ohne PV-Anlage ist die Botschaft weniger positiv: Der Großhandelspreis sinkt, aber der Haushaltsstrompreis folgt nicht automatisch. Netzentgelte, Steuern und Umlagen machen einen großen Teil der Rechnung aus und werden nicht durch mehr Solarstrom auf dem Dach gesenkt.

Die IEA rechnet damit, dass die CO₂-Emissionen aus der Stromerzeugung 2026 um ein Prozent steigen – trotz des Rekordanteils der Erneuerbaren. Der Grund: Die Nachfrage wächst schneller als der saubere Zubau.

Nutzen Sie den Photovoltaik-Rechner, um Ertrag, Eigenverbrauch und Amortisation Ihrer konkreten Anlage zu berechnen. Die Zahlen der IEA zeigen: Wer jetzt noch ohne PV-Anlage auf dem Dach wartet, zahlt künftig weiter vollen Preis für Strom, den andere selbst erzeugen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. IEA Electricity Mid-Year Update 2026
  2. pv magazine: Erneuerbare werden 2026 weltweit zur wichtigsten Stromquelle
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