Strompreis für Haushalte sinkt: Durchschnittlich 37 Cent pro Kilowattstunde

Der durchschnittliche Strompreis für deutsche Haushalte liegt bei 37,0 ct/kWh – ein deutlicher Rückgang. Geringere Netzentgelte treiben den Preis nach unten, obwohl Großhandelspreise schwanken.

Stromzähler und Smart-Meter-Gateway an der Hauswand
Stromzähler und Smart-Meter-Gateway an der HauswandFoto: iStock / bearbeitet (Zuschnitt)Lizenz

Das Wichtigste in Kürze

  • Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt bei 37,0 ct/kWh – gesunken gegenüber dem Vorjahr.
  • Netzentgelte sind um 1,6 ct/kWh zurückgegangen und liegen bei 9,3 ct/kWh.
  • Großhandelspreise schwanken durch den Konflikt im Nahen Osten, Neueinstiege merken es kaum.
  • Eigentümer mit Wärmepumpe und E-Auto profitieren doppelt von niedrigeren Strompreisen.

Gute Nachrichten für deutsche Stromkunden: Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte ist 2026 gesunken und liegt bei 37,0 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh), wie die aktuelle BDEW-Strompreisanalyse zeigt. Das ist ein klarer Rückgang gegenüber dem Vorjahr, getrieben vor allem von niedrigeren Netzentgelten.

Wo der Strompreis gesunken ist

Die BDEW rechnet die einzelnen Preisbestandteile auf und zeigt, wo sich die Entspannung zeigt:

  • Netzentgelte liegen durchschnittlich bei 9,3 ct/kWh – ein Rückgang um 1,6 ct/kWh gegenüber dem Vorjahr. Hier macht sich der staatliche Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten bemerkbar.
  • Beschaffung und Vertrieb kosten im Schnitt 15,2 ct/kWh und liegen leicht unter dem Vorjahreswert.
  • Steuern, Abgaben und Umlagen bleiben stabil bei 12,6 ct/kWh.

Trotz des Konflikts im Nahen und Mittleren Osten, der die Großhandelspreise für Gas und Strom unter Druck setzt, haben sich diese Turbulenzen bisher kaum auf die Preise für neu abschließbare Haushaltstarife ausgewirkt.

Deutschland immer noch teuer im EU-Vergleich

Auch bei 37 ct/kWh liegt Deutschland weiterhin an der Spitze Europas. Im EU-Durchschnitt kostet der Strom 29 ct/kWh, in den USA knapp 17 ct/kWh. Die Wirtschaftsdienst-Zeitschrift weist darauf hin, dass der deutsche Strompreis zwischen 2000 und 2021 um das Siebenfache überproportional zu den Verbraucherpreisen gestiegen ist – eine Entwicklung, die bis heute nachwirkt.

Was das für Eigentümer mit Wärmepumpe und E-Auto bedeutet

Für Hausbesitzer, die eine Wärmepumpe betreiben oder ein Elektroauto laden, sind die sinkenden Strompreise ein doppelter Entlastungseffekt:

  • Wärmepumpen werden günstiger im Betrieb. Bei einem typischen Verbrauch von 4.000 kWh Heizstrom spart ein Rückgang von 1 ct/kWh bereits 40 Euro im Jahr.
  • Elektroauto-Eigentümer mit Wallbox zahlen weniger pro Ladung. Besonders dynamische Tarife von Anbietern wie Tibber ermöglichen es, den Strom zu den günstigsten Stunden des Tages zu verbrauchen.

Eine Analyse von Tibber zeigt, dass die 25 Prozent der Kunden mit der besten Verbrauchssteuerung im März 2026 sogar weniger für ihren Strom bezahlt haben als im Februar – trotz der durch den Iran-Krieg verursachten Preisturbulenzen.

Ausblick: Weiterer Rückgang wahrscheinlich?

Die Tendenz deutet auf weitere Entlastung hin. Solange die Netzentgelte sinken und die Großhandelspreise stabil bleiben, sind auch in den kommenden Monaten moderate Preisrückgänge zu erwarten. Eigentümer, die noch über einen Wechsel ihres Stromtarifs nachdenken, sollten jetzt vergleichen – der Markt bietet aktuell attraktive Neuverträge.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. BDEW-Strompreisanalyse April 2026
  2. BDEW: Gas- und Strompreise aktuell Juli 2026
  3. Nord24: Strompreisentwicklung Deutschland 2026
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