BEG-Förderung ab 21. Juli 2026: Was sich bei Wärmepumpe und Sanierung ändert

Ab 21. Juli 2026 gelten neue BEG-Förderbedingungen: Die Zuschüsse für Wärmepumpen und Sanierung sinken schrittweise, der Einkommensbonus wird stärker gestaffelt. So sind Sie betroffen.

Förderformulare und technische Zeichnung einer Wärmepumpe auf dem Schreibtisch – BEG-Förderung gekürzt
Förderformulare und technische Zeichnung einer Wärmepumpe auf dem Schreibtisch – BEG-Förderung gekürztFoto: iStock / bearbeitet (Zuschnitt)Lizenz

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab 21. Juli 2026 gelten neue BEG-Förderbedingungen mit schrittweisen Zuschusskürzungen.
  • Ab Februar 2027 sinkt die Kostengrenze für Wärmepumpen alle sechs Monate um 750 Euro und der Klimageschwindigkeits-Bonus um 4 Prozentpunkte.
  • Wer bereits eine gültige Bestätigung zum Antrag hatte, konnte bis 20. Juli noch zu den alten Konditionen beantragen.
  • Der Einkommens-Bonus ist dreistufig gestaffelt: 40, 30 oder 10 Prozentpunkte bis 50.000 Euro Haushaltseinkommen.
  • Ab Q1 2027 gilt ein Wertschöpfungsbonus: EU-Wärmepumpen erhalten 15 % Bonus, die Grundförderung sinkt auf 15 %.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) hat sich grundlegend geändert. Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Förderbedingungen, die für viele Eigentümerinnen und Eigentümer bedeuten: weniger Zuschuss bei der Wärmepumpe und anderen Sanierungsmaßnahmen. Die Bundesregierung hatte die Eckpunkte bereits am 8. Juli veröffentlicht. In der Umstellungsphase vom 9. bis 20. Juli konnten keine neuen Bestätigungen zum Antrag erstellt werden; nur wer schon eine gültige Bestätigung hatte, durfte noch beantragen.

Was genau ändert sich bei der BEG-Förderung?

Die KfW und das BAFA haben ihre Systeme technisch angepasst, um eine stärker einkommensgestaffelte Förderung umzusetzen. Der Kern der Änderung: Die maximale Förderhöhe sinkt schrittweise – alle sechs Monate. Wer später anträgt, erhält weniger Zuschuss.

Bei der Heizungsförderung über den KfW-Zuschuss 458 sind die Auswirkungen am deutlichsten. Für den Einbau einer Wärmepumpe gilt:

  • Einkommen bis 30.000 Euro: Der maximale Zuschuss beträgt aktuell 22.400 Euro (80 % von 28.000 Euro höchstförderfähigen Kosten). Rechnerisch kämen Grundförderung (30 %), Klimageschwindigkeits-Bonus (16 %) und Einkommens-Bonus (40 %) auf 86 Prozent, die Richtlinie deckelt aber bei 80 Prozent. Ab dem 1. Februar 2027 sinkt die Kostengrenze halbjährlich um 750 Euro, bei 80 Prozent Fördersatz also der Zuschuss um 600 Euro – auf 21.800 Euro im ersten Halbjahr 2027.
  • Einkommen zwischen 30.000 und 40.000 Euro: Der Einkommens-Bonus liegt bei 30 %, zusammen mit der Grundförderung von 30 % ergeben sich 60 %. Wer eine alte fossile Heizung ersetzt und den Klimageschwindigkeits-Bonus erhält, kommt auf die Obergrenze von 70 %.
  • Einkommen zwischen 40.000 und 50.000 Euro: Hier beträgt der Einkommens-Bonus noch 10 %, zusammen mit der Grundförderung also 40 %. Mit Klimageschwindigkeits-Bonus sind derzeit bis zu 56 % möglich.

Der Klimageschwindigkeits-Bonus selbst sinkt nach Nummer 8.4.4 der Richtlinie von 16 Prozentpunkten (bis 31. Januar 2027) auf 12, 8 und 4 Prozentpunkte und entfällt ab dem 1. August 2028. Für Haushalte mit mindestens einem minderjährigen Kind wird das maßgebliche Einkommen einmalig um 10.000 Euro reduziert.

Auch bei anderen BEG-Produkten gibt es Anpassungen. Das Kreditprogramm 261 für die umfassende Sanierung von Haus und Wohnung sowie die BAFA-Zuschüsse für einzelne Maßnahmen wie Wärmedämmung oder Fenstertausch unterliegen den neuen Regeln. Wer mehrere Maßnahmen plant, sollte prüfen, ob die Kombinationsregeln und Sperrfristen zwischen BEG-Programmen die geplante Reihenfolge zulassen. Die KfW-Förderbedingungen im Detail zeigen, welche Boni entfallen und welche neu hinzukommen. Welche Förderbedingungen die BEG-Reform zum selben Stichtag im Einzelnen neu fasst, haben wir gesondert aufbereitet.

Wertschöpfungsbonus ab dem ersten Quartal 2027

Ab dem ersten Quartal 2027 wird ein neuer Wertschöpfungsbonus eingeführt. Die Grundförderung für Wärmepumpen sinkt dann von 30 auf 15 Prozent. Gleichzeitig erhalten Wärmepumpen, die innerhalb der EU gefertigt wurden, einen Bonus in Höhe von 15 Prozent – so dass die Gesamtquote bei EU-Wärmepumpen zunächst unverändert bei 30 Prozent bleibt. Wärmepumpen aus Drittländern erhalten diesen Bonus nicht und werden damit mit einer niedrigeren Gesamtquote gefördert.

Der Wertschöpfungsbonus dient dem Schutz europäischer Wertschöpfungsketten. Er gilt nach Nummer 8.4.6 der Richtlinie ab dem ersten Quartal 2027. Die Detailregeln, welche Wärmepumpen als in der EU hergestellt gelten, erarbeiten die Förderstellen laut Infoblatt noch; bis dahin gibt es den Bonus nicht.

Technische Mindestanforderungen

Neben den geänderten Fördersätzen gelten seit dem 21. Juli 2026 auch verschärfte technische Voraussetzungen. Eine Wärmepumpe ist nur dann förderfähig, wenn sie diese erfüllt:

  • Jahresarbeitszahl (JAZ): Das Gesamtsystem muss eine JAZ von mindestens 3,0 aufweisen. Dies ist eine Grundvoraussetzung für die Förderung. Wie sich die Jahresarbeitszahl im Betrieb prüfen lässt, erklärt unser Ratgeber.
  • Lärmgrenzwerte: Seit 1. Januar 2026 müssen Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden mindestens 10 dB unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte liegen (zuvor reichten 5 dB). Je nach Leistung gelten neue Maximalwerte zwischen 55 und 78 dB. Diese Anforderung gilt nur für Bestandsgebäude, nicht für Neubauten.
  • Kältemittel: Ab 1. Januar 2028 werden nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln gefördert, darunter Propan, Isobutan, Propen, Ammoniak, Wasser und Kohlendioxid.
  • Erneuerbare Energien: Förderfähig sind nur elektrisch angetriebene Wärmepumpen, die erneuerbare Energien im Gebäude oder in unmittelbarer Nähe nutzen.
  • Digitale Steuerung: Neu eingebaute Wärmepumpen müssen eine digitale Schnittstelle für die netzorientierte Steuerung nach § 14a EnWG und für die Anbindung an ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) haben. Nach der Inbetriebnahme müssen Sie den Einbau eines intelligenten Messsystems beim Messstellenbetreiber beantragen, falls noch keines vorhanden ist.

Ohne diese Voraussetzungen wird der Antrag abgelehnt – auch wenn die Fördersätze korrekt berechnet sind. Prüfen Sie vor der Bestellung, ob das geplante System die technischen Mindestanforderungen erfüllt.

Wer profitiert noch von den alten Konditionen?

Die KfW hat eine Vertrauensschutzregelung geschaffen. Eigentümer, die bereits eine gültige Bestätigung zum Antrag (BzA) für die KfW vorliegen hatten, konnten bis zum 20. Juli noch Anträge zu den bisherigen Konditionen stellen. Bereits eingereichte Anträge werden nach den alten Regeln geprüft, und Förderzusagen bleiben unverändert gültig.

Wer erst ab dem 21. Juli beantragt – auch mit einer älteren, bis dahin ungenutzten Bestätigung –, unterliegt den neuen Förderbedingungen. Das bedeutet: Je früher Sie Ihren Antrag stellen, desto höher ist der mögliche Zuschuss.

Warum kürzt die Regierung die Förderung?

Hintergrund ist auch die angespannte Lage des Klima- und Transformationsfonds; welche Programme die Kürzungen im Klimafonds 2026 betreffen, haben wir aufgelistet. Die schwarz-rote Koalition begründet die Kürzungen mit dem Ziel einer sozialeren Verteilung der Fördermittel. Statt pauschale Zuschüsse zu zahlen, soll die Förderung stärker nach Einkommen gestaffelt werden – damit Haushalte mit geringerem Einkommen einen größeren Anteil erhalten. Parallel dazu plant die Regierung die Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das unter anderem die umstrittene 65-Prozent-Regelung für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen aufheben soll.

Was sollten Eigentümer jetzt tun?

Wenn Sie eine Wärmepumpe oder andere Sanierungsmaßnahmen planen, gilt: Handeln Sie zeitnah. Klären Sie zuerst, welche Wärmequelle – Luft, Erdreich oder Grundwasser – zu Gebäude und Grundstück passt. Kontaktieren Sie dann einen Fachbetrieb, lassen Sie eine Bestätigung zum Antrag erstellen und reichen Sie den Antrag so früh wie möglich ein. Da die Förderhöhen alle sechs Monate sinken, zahlt es sich aus, nicht zu warten.

Besonders relevant ist das für Eigentümer, die eine Öl- oder Gasheizung ersetzen wollen. Die Kombination aus sinkender Förderung und steigenden Energiekosten macht den Hebel für eine zeitnahe Entscheidung noch größer.

Korrektur vom 22.09.2026: In einer früheren Fassung hieß es, der Wertschöpfungsbonus werde voraussichtlich ab Ende September 2026 beantragbar sein. Nach Nummer 8.4.6 der Richtlinie gilt er erst ab dem ersten Quartal 2027. Außerdem haben wir präzisiert, dass ab Februar 2027 die Kostengrenze um 750 Euro je Halbjahr sinkt, nicht der Zuschuss (Nummer 8.3.1), die Höchstsätze der Einkommensstufen um den Klimageschwindigkeits-Bonus ergänzt (Nummer 8.4.1, 8.4.4, 8.4.5), die Umstellungsphase und den Vertrauensschutz entsprechend der KfW-Mitteilung beschrieben und die Anforderung an das intelligente Messsystem nach den Technischen Mindestanforderungen korrigiert.

Nachprüfung vom 26.09.2026: Alle Zahlen, Fristen und Fördersätze wurden gegen die Primärquellen – die BEG-Einzelmaßnahmen-Richtlinie vom 17. Juli 2026 (Nr. 8.3.1, 8.4.1, 8.4.4 bis 8.4.6) und die KfW-Pressemitteilung vom 08.07.2026 (jeweils am 26.09.2026 abgerufen) – nochmals verglichen. Abweichungen ergaben sich keine; die Angaben zu Vertrauensschutz, Bonusstaffeln, Kostengrenzen und Auslauf entsprechen den Primärquellen.

Register für Folgeorders (Harmonisierung des BEG/KfW-Clusters): Die folgenden Schwesterartikel desselben Clusters sind Gegenstand separater Aufträge und wurden in diesem Durchgang absichtlich nicht geändert: beg-reform-foerderbedingungen-21-juli-2026.md, kfw-heizungsfoerderung-umstellung-juli-2026.md, kfw-foerderung-2026-neue-regeln.md, waermepumpe-foerderung-2026.md, beg-einzelmassnahmen-isfp-wpb-bonus-2026.md sowie als Beobachter beg-kombinationsregeln-sperrfrist.md.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. BMWE: Richtlinie BEG Einzelmaßnahmen vom 17. Juli 2026 (Nr. 8.3.1, 8.4)
  2. KfW – Anpassungen BEG ab 21. Juli 2026
  3. BMWE: Reform der Gebäudeförderung ab 21. Juli
  4. Stiftung Warentest: BEG-Anträge wieder möglich
  5. BR24: Antragsstopp bei Wärmepumpen-Förderung
  6. MDR: Alte Wärmepumpen-Förderung nicht mehr möglich
  7. FOCUS: Neue Heizungsförderung – weniger Zuschuss
  8. ADAC: KfW-Heizungsförderung 2026 – neue Konditionen ab 21. Juli
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