Wärmepumpe-Förderung 2026: Zuschuss richtig beantragen
Fördersatz, Kostenobergrenze, Boni und Antragsschritte: So beantragen Eigentümer den Zuschuss richtig, bevor sie beauftragen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die KfW-Förderung wird aus förderfähigen Kosten und dem individuellen Fördersatz berechnet.
- Vor dem Antrag ist ein Vertrag mit der vorgeschriebenen Förderbedingung nötig; endgültig begonnen werden darf noch nicht.
- Grundförderung und mögliche Boni werden nur bis zur geltenden Förderhöchstgrenze berücksichtigt.
Die Wärmepumpe-Förderung 2026 ist kein pauschaler Rabatt auf den Angebotspreis. Entscheidend sind Antragsteller, Gebäude, förderfähige Kosten, technische Anforderungen und der Zeitpunkt des Antrags. Die KfW hat die Bedingungen im Juli 2026 angepasst; ältere Tabellen können deshalb falsche Höchstbeträge oder Bonuswerte zeigen.
Dieser Beitrag bildet den auf den verlinkten KfW-Seiten veröffentlichten Stand vom 13. August 2026 ab. Maßgeblich sind immer Merkblatt und Zusage für den konkreten Antrag.
Wie sich der Zuschuss zusammensetzt
Für eine förderfähige Wärmepumpe gibt es eine Grundförderung. Je nach persönlicher und technischer Situation können Bonuskomponenten hinzukommen. Die Summe wird auf die anerkannten förderfähigen Kosten angewendet und ist nach oben begrenzt.
Bei einem Einfamilienhaus berücksichtigt die KfW nach der Anpassung im Juli 2026 Kosten bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Der maximale Zuschuss hängt von den erfüllten Bonusbedingungen ab; ein hoher Prozentsatz auf der Werbung bedeutet nicht automatisch, dass derselbe Prozentsatz auf die gesamte Rechnung angewendet wird.
| Baustein | Höhe nach KfW-Stand 13. August 2026 | Wesentliche Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 Prozent | Förderfähige neue Heizung im bestehenden Wohngebäude |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 16 Prozent | Selbst genutzte Hauptwohnung und Austausch einer begünstigten funktionsfähigen Altanlage |
| Einkommensbonus | 10 bis 40 Prozent | Selbstnutzung und maßgebliches zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen |
| Obergrenze | maximal 80 Prozent | Summe aller anwendbaren Förderbausteine |
| Förderfähige Kosten im Einfamilienhaus | höchstens 28.000 Euro | Erste Wohneinheit; nicht automatisch identisch mit der Gesamtrechnung |
Der Zuschuss ergibt sich vereinfacht aus berücksichtigte förderfähige Kosten × anwendbarer Fördersatz. Liegt die Rechnung über der Kostenobergrenze, bleibt der darüberliegende Betrag bei der Zuschussberechnung unberücksichtigt.
Drei Rechenbeispiele für ein Einfamilienhaus
Die Beispiele zeigen nur die Rechenlogik. Ob Kosten und Boni im konkreten Antrag anerkannt werden, ergibt sich aus Zusage, Merkblatt und Nachweisen.
| Beispiel | Förderfähige Rechnung | Rechenbasis | Fördersatz | Rechnerischer Zuschuss |
|---|---|---|---|---|
| Vermietetes Einfamilienhaus, nur Grundförderung | 32.000 Euro | 28.000 Euro | 30 Prozent | 8.400 Euro |
| Selbst genutzt, Grundförderung plus Klimageschwindigkeitsbonus | 28.000 Euro | 28.000 Euro | 46 Prozent | 12.880 Euro |
| Selbst genutzt, Summe der Bausteine über 80 Prozent | 35.000 Euro | 28.000 Euro | gedeckelt auf 80 Prozent | 22.400 Euro |
Kosten oberhalb von 28.000 Euro verschwinden nicht. Sie werden lediglich nicht in diese Zuschussrechnung einbezogen und müssen zusammen mit nicht förderfähigen Positionen aus Eigenmitteln oder Finanzierung getragen werden.
Welche Boni geprüft werden
Der Klimageschwindigkeitsbonus setzt unter anderem Selbstnutzung und den Austausch bestimmter funktionsfähiger Altanlagen voraus. Für eine alte Gasheizung gelten zusätzliche Altersbedingungen. Der Einkommensbonus richtet sich nach dem maßgeblichen Haushaltsjahreseinkommen. Ein Effizienzbonus kann bei bestimmten Wärmepumpen und Wärmequellen hinzukommen.
Jeder Bonus braucht eigene Nachweise. Eigentümer sollten deshalb vor der Beauftragung schriftlich festhalten, auf welche Voraussetzung sie sich stützen und wer den technischen Nachweis liefert.
Die Reihenfolge des Antrags
- Fachunternehmen auswählen und förderfähige Technik klären.
- Lieferungs- oder Leistungsvertrag mit der von der KfW verlangten aufschiebenden oder auflösenden Förderbedingung schließen.
- Bestätigung zum Antrag erstellen lassen und Antrag im KfW-Portal einreichen.
- Zuschusszusage abwarten und erst dann das Vorhaben nach den Bedingungen umsetzen.
- Nach Abschluss Nachweise, Rechnungen und Bestätigung nach Durchführung fristgerecht einreichen.
Ein normaler, sofort bindender Auftrag kann als vorzeitiger Vorhabenbeginn die Förderung gefährden. Auch Anzahlungen, Abriss oder Lieferung sollten vor der Zusage nur erfolgen, wenn die Förderbedingungen dies ausdrücklich zulassen.
Unterlagen vor dem Antrag
- Grundbuch- und Objektdaten sowie Anzahl der Wohneinheiten,
- Angebot mit getrennten förderfähigen und nicht förderfähigen Positionen,
- Bestätigung zum Antrag mit BzA-ID,
- Vertrag mit der vorgeschriebenen aufschiebenden oder auflösenden Förderbedingung,
- Nachweise zu Selbstnutzung, Altanlage und gegebenenfalls Einkommen,
- realistische Kostenreserve für nicht anerkannte oder später hinzukommende Arbeiten.
Fehlt eine Voraussetzung für einen Bonus, kann die Grundförderung trotzdem möglich sein. Deshalb werden Grundförderung und jeder Bonus einzeln geprüft, statt nur mit einem beworbenen Höchstsatz zu kalkulieren.
Was zu den förderfähigen Kosten gehören kann
Neben dem Wärmeerzeuger können notwendige Umfeldmaßnahmen förderfähig sein, etwa Demontage der Altanlage, bestimmte hydraulische Arbeiten, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik oder die Anpassung der Wärmeverteilung. Ob eine Position anerkannt wird, entscheidet die Richtlinie, nicht ihre Bezeichnung auf der Rechnung.
Lassen Sie das Angebot deshalb in Einzelpositionen gliedern. Nicht förderfähige Modernisierungswünsche bleiben Teil des realen Budgets, auch wenn sie technisch sinnvoll sind.
Förderung nicht mit Wirtschaftlichkeit verwechseln
Der Zuschuss senkt die Investition, ersetzt aber keine Eignungsprüfung. Heizlast, Vorlauftemperatur, Schall, Warmwasser und Stromtarif bestimmen, ob die Anlage im Gebäude effizient läuft. Eine schlecht geplante Wärmepumpe wird nicht durch einen hohen Zuschuss gut.
Mit dem BEG-Förderrechner können Sie Szenarien überschlagen. Die BEG-Planungscheckliste hilft, Vertrag, Antrag und Nachweise in der richtigen Reihenfolge zu ordnen.
Häufige Fragen zur Wärmepumpen-Förderung 2026
Kann die Wärmepumpe vor dem Antrag bestellt werden?
Für den Antrag wird ein Lieferungs- oder Leistungsvertrag benötigt. Er muss jedoch bereits bei Abschluss die von der KfW verlangte aufschiebende oder auflösende Förderbedingung enthalten. Eine nachträgliche Ergänzung dieser Bedingung akzeptiert die KfW nicht.
Gilt der Höchstsatz für die komplette Rechnung?
Nein. Zuerst werden die anerkannten förderfähigen Kosten begrenzt, danach wird der individuelle Fördersatz angewendet. Nicht förderfähige Leistungen und der Betrag oberhalb der Kostenobergrenze bleiben selbst zu finanzieren.
Bekommen Vermieter dieselben Boni wie Selbstnutzer?
Die Grundförderung kann auch für ein vermietetes Einfamilienhaus in Betracht kommen. Klima- und Einkommensbonus knüpfen dagegen an eine selbst genutzte Haupt- oder alleinige Wohnung und weitere Voraussetzungen an.
Gehört der hydraulische Abgleich dazu?
Die KfW verbindet den Heizungseinbau mit einer Optimierung des Heizungsverteilungssystems einschließlich hydraulischem Abgleich beziehungsweise der Anpassung von Luftvolumenströmen. Die Leistung sollte im Angebot und späteren Nachweis eindeutig beschrieben sein.
Wie lange bleibt die Zusage nutzbar?
Nach aktueller KfW-Information muss das Vorhaben grundsätzlich innerhalb von 36 Monaten ab Zusage vollständig abgeschlossen werden. Entscheidend bleibt die Frist in der individuellen Zusage.












