EU lockert Emissionshandel: Weniger Druck auf CO₂-Preise bei Heizung
Die EU-Kommission hat eine Reform des Emissionshandels vorgelegt, die die CO₂-Reduktionsziele nach 2030 verlangsamt und kostenlose Zertifikate bis 2038 verlängert. Weniger Druck auf die CO₂-Preise hat direkte Folgen für die Heizkosten.

Das Wichtigste in Kürze
- Die EU-Kommission hat am 17. Juli 2026 eine Reform des Emissionshandels (ETS) vorgelegt.
- Kostenlose CO₂-Zertifikate für energieintensive Industrien werden bis 2038 verlängert – statt wie geplant 2034 zu enden.
- Die CO₂-Reduktionsziele werden nach 2030 verlangsamt; der Auslauf fossiler Emissionen verschiebt sich um ein Jahrzehnt.
- Für den ETS2 (Gebäude und Verkehr) warnen EU-Staaten vor steigenden Haushaltskosten durch CO₂-Preise auf Heiz fuels.
Die Europäische Kommission hat am 17. Juli 2026 eine umfassende Reform des EU-Emissionshandels (ETS) vorgelegt. Die Änderungen lockern die CO₂-Reduktionsziele nach 2030 und verlängern die kostenlosen Zertifikate für energieintensive Industrien bis 2038. Sie bremst den erwarteten Preisanstieg, hebt ihn aber nicht auf. Für Gebäudeeigentümer hat die Reform vor allem indirekte Folgen – aber sie signalisiert eine deutliche Kursänderung in der europäischen Klimapolitik.
Was sich am Emissionshandel ändert
Die EU will die CO₂-Emissionen bis 2040 um 90 Prozent gegenüber 1990 senken – das Ziel bleibt. Aber der Weg dorthin wird angepasst. Die Reduktionsgeschwindigkeit nach 2030 wird verlangsamt, was effektiv ein Jahrzehnt hinzufügt, bevor fossile Emissionen in den Kernindustrien enden müssen.
Kostenlose CO₂-Zertifikate, die ursprünglich 2034 enden sollten, werden bis 2038 verlängert. Erst dann sollen sie durch eine CO₂-Grenzzollabgabe auf Importe ersetzt werden. Die Analyse von Forbes rechnet mit rund 2,4 Milliarden zusätzlichen Emissionszertifikaten über die Laufzeit der reformierten Obergrenze.
Was das für die CO₂-Kosten bei Ihrer Heizung bedeutet
Der Emissionshandel, der direkt Gebäude betrifft, heißt ETS2. Er deckt Emissionen aus Heiz fuels in Gebäuden und im Straßenverkehr ab. EU-Mitgliedstaaten haben die Kommission gewarnt, dass CO₂-Preise auf Heiz fuels die Kosten für Haushalte erhöhen würden.
Die Reform des Haupt-ETS hat keine direkte Auswirkung auf den ETS2. Aber sie signalisiert, dass die EU den CO₂-Preis insgesamt moderater gestalten will. Das könnte sich auf die Preisentwicklung im Gebäude-ETS auswirken – auch wenn hier noch keine konkreten Änderungen beschlossen sind.
Wie Sie die CO₂-Kosten einordnen
Die CO₂-Kosten auf Ihrer Gas- oder Ölheizungsrechnung werden nach dem CO₂-Kosten-Aufteilungsgesetz zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt. Die gesetzliche Zehnstufen-Regelung bleibt davon unberührt.
Wenn Sie Eigentümer sind und eine fossile Heizung betreiben, sollten Sie die langfristige CO₂-Preisentwicklung im Blick behalten. Auch bei einer moderateren EU-Politik steigt der Preis mittelfristig – nur langsamer als ursprünglich geplant. Eine Wärmepumpe macht Sie unabhängig von dieser Entwicklung.















