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Baugenehmigungen steigen im Mai um 24,7 Prozent

Im Mai wurden 21.000 Wohnungen genehmigt, fast ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Bis aus dem Plus mehr fertiger Wohnraum wird, bleibt jedoch eine große Lücke.

Mehrere neue Wohnhäuser auf einer Baustelle im Rohbau
Mehrere neue Wohnhäuser auf einer Baustelle im RohbauFoto: Generiert für Hausbesitzer NewsAlle Rechte vorbehalten

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Mai 2026 genehmigten die Behörden 21.000 Wohnungen und damit 24,7 Prozent mehr als im Mai 2025.
  • Das Plus stammt fast vollständig aus dem Neubau, während Genehmigungen durch Umbauten bestehender Gebäude nur um 2,0 Prozent zunahmen.
  • Von Januar bis Mai stiegen die Genehmigungen bei Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern jeweils zweistellig.
  • Die bessere Frühindikator-Zahl darf nicht mit Fertigstellungen gleichgesetzt werden: 2025 wurden nur 206.600 Wohnungen fertig.

Die deutschen Bauaufsichtsbehörden haben im Mai 2026 den Bau von 21.000 Wohnungen genehmigt. Das waren 24,7 Prozent oder rund 4.200 Wohnungen mehr als im Mai des Vorjahres. Die am 17. Juli veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen damit eine deutliche Erholung bei den Genehmigungen. Sie sagen allerdings noch nicht, wann und wie viele dieser Wohnungen tatsächlich gebaut werden.

Für Eigentümer und private Bauherren ist das Plus ein wichtiges Marktsignal. Mehr genehmigte Vorhaben können mittelfristig die Nachfrage nach Bauleistungen und Materialien erhöhen. Kurzfristig bleiben Finanzierung, Baukosten und verfügbare Firmen für den eigenen Zeitplan entscheidend.

Der Neubau trägt fast den gesamten Monatsanstieg

Von den im Mai genehmigten Wohnungen entfielen 17.800 auf Neubauten. Gegenüber Mai 2025 war das ein Zuwachs um 29,9 Prozent oder 4.100 Wohnungen. Weitere 3.200 Wohnungen sollen durch Umbauten in bestehenden Gebäuden entstehen. In diesem Bereich lag das Plus lediglich bei 2,0 Prozent beziehungsweise rund 100 Wohnungen.

Damit stammt fast der gesamte Anstieg des Monats aus neuen Gebäuden. Die Zahlen umfassen Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden. Eine Wohnung über einer neu errichteten Gewerbefläche kann ebenso enthalten sein wie eine klassische Neubauwohnung.

Bei Monatswerten ist zudem Vorsicht geboten. Grundlage sind die Meldungen, die den statistischen Ämtern im Juni vorlagen. Nachmeldungen früher erteilter Genehmigungen können in den aktuellen Wert einfließen; verspätete Meldungen erscheinen erst in späteren Berichtsmonaten. Der Mai ist deshalb kein vollständiges Abbild aller Entscheidungen, die exakt in diesem Monat gefallen sind.

Seit Jahresbeginn wurden 104.700 Wohnungen genehmigt

Der längere Zeitraum bestätigt dennoch die Aufwärtsbewegung. Von Januar bis Mai 2026 wurden 104.700 Wohnungen in neuen und bestehenden Gebäuden genehmigt. Das waren 15,4 Prozent oder 13.900 Wohnungen mehr als im gleichen Zeitraum 2025.

In neu zu errichtenden Wohngebäuden kamen die Behörden auf 86.000 genehmigte Wohnungen. Das entspricht einem Plus von 16,6 Prozent. Dabei legten alle drei wichtigen Gebäudearten zu:

  • In Einfamilienhäusern wurden 19.900 Wohnungen genehmigt, 12,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
  • In Zweifamilienhäusern waren es 6.200 Wohnungen, ein Zuwachs um 21,6 Prozent.
  • Auf Mehrfamilienhäuser entfielen 56.100 Wohnungen, 18,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Mehrfamilienhäuser bleiben damit zahlenmäßig der wichtigste Teil des Neubaus. Wohnheime entwickelten sich dagegen nahezu unverändert: Mit 3.900 genehmigten Wohnungen betrug das Plus nur 0,1 Prozent. Hinzu kamen 1.700 Wohnungen in neuen Nichtwohngebäuden, etwa Hausmeisterwohnungen oder Einheiten über Gewerbeflächen. Das waren 26,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Durch Umbauten bestehender Wohn- und Nichtwohngebäude wurden von Januar bis Mai 16.900 Wohnungen genehmigt. Hier lag der Zuwachs bei 8,6 Prozent. Dachausbauten, Aufstockungen oder die Umwandlung anderer Flächen bleiben damit ein nennenswerter, aber deutlich kleinerer Teil des zusätzlichen Wohnraums.

Zwischen Genehmigung und Schlüsselübergabe liegt weiter eine große Lücke

Eine Baugenehmigung ist ein Frühindikator. Sie schafft die rechtliche Voraussetzung für das Vorhaben, garantiert aber weder den Baubeginn noch die Fertigstellung. Projekte können wegen fehlender Finanzierung, hoher Kosten, geänderter Nachfrage oder Schwierigkeiten bei der Vergabe verschoben werden. Manche werden trotz Genehmigung gar nicht umgesetzt.

Der Abstand zur realen Bautätigkeit wird beim Blick auf 2025 sichtbar. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 18 Prozent weniger als 2024 und so wenige wie seit 2012 nicht mehr. Das aktuelle Genehmigungsplus startet somit von einem schwachen Niveau und trifft auf einen großen Bestand bereits genehmigter, aber noch nicht vollendeter Vorhaben.

Für den Wohnungsmarkt bedeutet das: Mehr Genehmigungen können das spätere Angebot verbessern, lösen den Mangel aber nicht in wenigen Monaten. Zwischen Planung, Genehmigung, Ausschreibung und Fertigstellung vergehen bei größeren Vorhaben regelmäßig Jahre. Auch regional können die Entwicklungen stark auseinanderliegen. Ein bundesweites Plus sagt wenig darüber aus, ob in Ihrer Stadt genügend passende Wohnungen entstehen.

Private Bauherren sollten nicht auf sinkende Preise spekulieren

Mehr genehmigte Ein- und Zweifamilienhäuser zeigen, dass wieder mehr private oder kleinere Vorhaben die behördliche Hürde nehmen. Daraus folgt jedoch kein verlässlicher Preisrückgang. Wenn viele Projekte gleichzeitig in die Umsetzung gehen, kann die Auslastung einzelner Gewerke steigen. Bleiben Vorhaben dagegen wegen der Finanzierung liegen, wirkt das Genehmigungsplus kaum auf Handwerkertermine und Materialnachfrage.

Wenn Sie bereits eine Genehmigung haben, sollten Sie deren Geltungsdauer und mögliche Auflagen prüfen. Die Fristen richten sich nach dem jeweiligen Landesbaurecht. Ein verzögerter Baustart kann eine Verlängerung erforderlich machen. Klären Sie außerdem, welche Planungsänderungen noch von der erteilten Genehmigung gedeckt sind und wann ein Nachtrag nötig wird.

Vor Vertragsabschluss brauchen Sie einen belastbaren Finanzierungsplan mit Reserve. Vergleichen Sie Angebote nach identischem Leistungsumfang und achten Sie auf Preisgleitklauseln, Abschlagszahlungen und verbindliche Ausführungsfristen. Die bundesweite Statistik ersetzt keine Prüfung der örtlichen Lage: Auslastung, Grundstückspreise und Genehmigungsdauer unterscheiden sich erheblich zwischen Regionen.

Umbauten bleiben eine Alternative zum Neubau

Das geringe Monatsplus bei Umbauten sollte Eigentümer nicht davon abhalten, vorhandene Flächen zu prüfen. Ein Dachgeschoss, eine Aufstockung oder die Teilung großer Einheiten kann zusätzlichen Wohnraum schaffen, ohne ein neues Grundstück zu benötigen. Solche Projekte stellen jedoch eigene Anforderungen an Statik, Brandschutz, Schallschutz, Stellplätze und energetische Vorgaben.

Vor allem bei Aufstockungen müssen Tragwerk und Erschließung früh untersucht werden. Auch Wohnungseigentümergemeinschaften benötigen klare Beschlüsse, wenn Gemeinschaftseigentum verändert wird. Erst eine Machbarkeitsprüfung zeigt, ob der Umbau gegenüber einem Neubau wirtschaftlich sinnvoll ist.

Wenn Sie 2026 bauen oder zusätzlichen Wohnraum im Bestand schaffen wollen, prüfen Sie jetzt Genehmigungsfrist, Finanzierung und Ausführungsplanung gemeinsam mit Planer und finanzierender Bank, bevor Sie Bauleistungen verbindlich vergeben.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Statistisches Bundesamt – Pressemitteilung Nr. 252 vom 17. Juli 2026
  2. n-tv – Baugenehmigungen legen im Mai deutlich zu
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