PV-Einspeisevergütung ab August 2026: Diese Sätze gelten

Stand 07.10.2026: Neue PV-Dachanlagen bis 10 kWp erhalten seit August 7,70 ct/kWh bei Überschusseinspeisung und 12,22 ct/kWh bei Volleinspeisung. Maßgeblich ist die Inbetriebnahme.

Vergleichstafel für PV-Dachanlagen bis 10 kWp: Bei Inbetriebnahme vom 1. Februar bis 31. Juli 2026 und vom 1. August bis 31. Dezember 2026 sinkt die Einspeisevergütung bei Überschusseinspeisung von 7,78 auf 7,70 ct/kWh und bei Volleinspeisung von 12,34 auf 12,22 ct/kWh. Quelle: Bundesnetzagentur.
Vergleichstafel für PV-Dachanlagen bis 10 kWp: Bei Inbetriebnahme vom 1. Februar bis 31. Juli 2026 und vom 1. August bis 31. Dezember 2026 sinkt die Einspeisevergütung bei Überschusseinspeisung von 7,78 auf 7,70 ct/kWh und bei Volleinspeisung von 12,34 auf 12,22 ct/kWh. Quelle: Bundesnetzagentur.Foto: Eigene Grafik: Hausbesitzer News; Daten: BundesnetzagenturAlle Rechte vorbehalten

Das Wichtigste in Kürze

  • Für neue PV-Anlagen mit Überschusseinspeisung bis 10 kWp beträgt die Vergütung ab 1. August 2026 7,70 Cent je Kilowattstunde.
  • Bei Volleinspeisung erhalten Anlagen bis 10 kWp 12,22 Cent je Kilowattstunde.
  • Bei Inbetriebnahme 2026 läuft der reguläre Vergütungszeitraum bis Ende 2046; Regeln für negative Börsenpreise können Zahlungen aussetzen und den Zeitraum verlängern.
  • Bei jährlich 4.000 kWh vergüteter Einspeisung beträgt der Unterschied zum Juli-Satz rechnerisch 3,20 Euro pro Jahr.

Für Ihre neue PV-Dachanlage bis 10 Kilowattpeak (kWp, die Nennleistung der Module) beträgt die Einspeisevergütung 7,70 Cent je Kilowattstunde bei Überschusseinspeisung und 12,22 Cent bei Volleinspeisung, wenn sie vom 1. August bis 31. Dezember 2026 in Betrieb geht. Entscheidend ist die tatsächliche Inbetriebnahme, nicht der Auftrag. Was Sie vor dem Kauf prüfen sollten, erklärt der Ratgeber zur Photovoltaikanlage auf dem Einfamilienhaus.

PV-Einspeisevergütung ab August 2026 bis 10 kWp

Einspeiseart Inbetriebnahme 1. Februar bis 31. Juli 2026 Inbetriebnahme 1. August bis 31. Dezember 2026
Teileinspeisung (Überschusseinspeisung) 7,78 ct/kWh 7,70 ct/kWh
Volleinspeisung 12,34 ct/kWh 12,22 ct/kWh

Die aktuellen Werte stammen aus der Fördersatztabelle der Bundesnetzagentur. Die früheren Sätze sind in ihrer Archivdatei für Februar bis Juli 2026 dokumentiert, im Blatt „Solar“, Zellen C29 und C30, mit Anzeige auf zwei Dezimalstellen.

Bei Überschusseinspeisung nutzen Sie Solarstrom im eigenen Haus und geben nur den Überschuss ins Netz. Bei Volleinspeisung geht der erzeugte Strom, abgesehen vom technischen Eigenbedarf der Anlage, vollständig ins Netz. Für den höheren Satz müssen Sie die Volleinspeisung dem Netzbetreiber im Inbetriebnahmejahr vor der Inbetriebnahme in Textform mitteilen (§ 48 Absatz 2a EEG). Ihren Haushaltsstrom beziehen Sie dann aus dem Netz oder aus einer getrennten Eigenverbrauchsanlage.

0,08 Cent weniger: Was die August-Absenkung in Euro bedeutet

Eine im Juli 2026 in Betrieb genommene Dachanlage bis 10 kWp erhält bei Überschusseinspeisung 7,78 Cent je Kilowattstunde. Seit August sind es 7,70 Cent. Die Differenz beträgt 0,08 Cent je Kilowattstunde, also 0,0008 Euro.

Bei konstant 4.000 kWh vergüteter Einspeisung pro Jahr lautet die Modellrechnung:

4.000 kWh × 0,0008 Euro/kWh = 3,20 Euro weniger pro Jahr.

Über einen frei gewählten Vergleichszeitraum von 20 vollen Jahren ergibt das 20 × 3,20 Euro = 64 Euro. Die Rechnung isoliert nur den Satzunterschied: Sie berücksichtigt weder unterschiedliche Startmonate noch Ertragsänderungen, Abregelung, Vergütungsausfälle oder eine Verzinsung. Sie bildet nicht den vollständigen gesetzlichen Förderzeitraum ab.

Nach § 49 EEG sinken die anzulegenden Werte seit Februar 2024 alle sechs Monate um ein Prozent. Diese Degression betrifft jeweils neu in Betrieb genommene Anlagen. Ihr bereits geltender Satz wird durch einen späteren Degressionsschritt nicht erneut abgesenkt. Für Ihre Investitionsentscheidung sollten deshalb ein geeignetes Dach, ein geprüftes Angebot und eine passende Elektroinstallation mehr Gewicht haben als die geringe August-Differenz.

Inbetriebnahme 2026: Reguläre Vergütung bis Ende 2046

Maßgeblich ist der Tag, an dem die PV-Anlage tatsächlich in Betrieb geht. Ein Kaufvertrag oder eine Bestellung reserviert keine Einspeisevergütung.

§ 25 Absatz 1 EEG sieht grundsätzlich 20 Jahre ab Inbetriebnahme vor. Bei gesetzlich bestimmten anzulegenden Werten verlängert sich der Zeitraum bis zum 31. Dezember des zwanzigsten Jahres der Zahlung. Für die hier behandelte Dachanlage mit Inbetriebnahme 2026 bedeutet das: das verbleibende Inbetriebnahmejahr plus 20 Kalenderjahre, regulär bis 31. Dezember 2046. Die Förderdauer ist also nicht schlicht auf genau 20 Jahre ab dem Starttag begrenzt.

Negative Börsenpreise: Kleine Anlagen haben eine Messsystem-Ausnahme

Auch eine feste Einspeisevergütung garantiert keine Zahlung für jede eingespeiste Kilowattstunde. Nach § 51 EEG wird der anzulegende Wert bei negativen Spotmarktpreisen auf null gesetzt. Für Ihre neue Dachanlage unter 100 kW gilt aber eine Ausnahme: Diese Regel greift nicht vor Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Anlage mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet wird. Die Einzelheiten erklärt unser Beitrag zum Solarspitzengesetz und negativen Strompreisen.

Für Solaranlagen berechnet § 51a EEG die Verlängerung des Vergütungszeitraums über ein Zeitkontingent aus Volllastviertelstunden. Das ist keine einfache stundengleiche Verlängerung und keine sofortige Erstattung entgangener Eurobeträge. Kalkulieren Sie für Ihr Haus daher mit der tatsächlich vergüteten Einspeisemenge und dem Strom, den Sie selbst nutzen.

Ob ein Speicher wirtschaftlich ist, hängt auch von seinen Kosten und Ihrem Verbrauchsprofil ab. Mit dem vorhandenen Photovoltaik-Rechner können Sie unterschiedliche Annahmen zu Ertrag, Eigenverbrauch und Einspeisung vergleichen.

EEG 2027 bleibt ein eigenes Gesetzgebungsverfahren

Die August-Sätze sind geltendes Recht. Eine Nachfolgeregelung für die Zeit nach dem 31. Dezember 2026 befindet sich nach Angaben der Bundesnetzagentur in parlamentarischer Beratung. Der Wirtschaftsausschuss des Bundestags hat am 5. Oktober 2026 eine öffentliche Anhörung zum Regierungsentwurf durchgeführt. Eine Anhörung setzt keine neuen Vergütungsregeln in Kraft.

Für ein erst 2027 geplantes Dachprojekt sollten Sie die Reformplanung zum EEG 2027 getrennt von den hier geltenden Sätzen betrachten. Lassen Sie sich für ein 2026 vorgesehenes Projekt einen belastbaren Montage- und Inbetriebnahmeplan geben. Ein überhasteter Auftrag allein sichert weder die Förderung noch einen Netzanschluss.

Korrektur vom 07.10.2026: Die früher genannten Juli-Sätze von 7,79 und 12,35 ct/kWh wurden anhand der BNetzA-Archivdatei auf 7,78 und 12,34 ct/kWh berichtigt. Damit bleiben 0,08 ct/kWh Unterschied sowie 3,20 Euro jährlich und 64 Euro im 20-Jahres-Modell korrekt. Förderdauer und Regeln bei negativen Preisen wurden präzisiert; ungeprüfte Reformdetails wurden durch den belegten Verfahrensstand ersetzt.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze August bis Dezember 2026, abgerufen 07.10.2026
  2. Bundesnetzagentur: Archiv Februar bis Juli 2026, XLSX, Blatt Solar, Zellen C29/C30 (auf zwei Dezimalstellen gerundet)
  3. § 25 EEG: Beginn und Dauer des Zahlungsanspruchs
  4. § 48 Absatz 2a EEG: Voraussetzungen der Volleinspeisung
  5. § 49 EEG: Halbjährliche Absenkung der anzulegenden Werte
  6. § 51 EEG: Negative Preise und Messsystem-Ausnahme
  7. § 51a EEG: Verlängerung des Vergütungszeitraums
  8. Deutscher Bundestag: Anhörung zum EEG 2027 am 05.10.2026
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