Photovoltaikanlage mit 10 kWp: Warum drei Viertel des Stroms für 7,7 Cent ins Netz gehen

Eine 10-kWp-Anlage liefert rund 9.500 Kilowattstunden im Jahr. Ein Haushalt ohne Wärmepumpe und Elektroauto verbraucht davon selbst mit Speicher kaum ein Drittel — und der Rest wird zum Einspeisetarif vergütet.

Wohnhaus mit Satteldach, dessen eine Dachfläche fast vollständig mit blauen Photovoltaikmodulen belegt ist
Wohnhaus mit Satteldach, dessen eine Dachfläche fast vollständig mit blauen Photovoltaikmodulen belegt istFoto: -wuppertaler / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (Ausschnitt; Symbolfoto)CC BY 4.0

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Marke von 10 kWp ist eine Vergütungsstufe des EEG, keine technische Auslegungsgröße — oberhalb davon wird der Mehrertrag geringer vergütet.
  • Marktübliche Komplettpreise liegen 2026 bei rund 1.000 bis 1.250 Euro je kWp ohne Speicher und 1.250 bis 1.500 Euro je kWp mit Speicher.
  • Der Eigenverbrauch ist durch den Haushaltsverbrauch begrenzt: Bei 4.000 Kilowattstunden Jahresbedarf bleiben von 9.500 erzeugten selbst mit Speicher rund 6.900 zum Einspeisen.
  • Seit 1. August 2026 werden 7,70 Cent je Kilowattstunde bei Teileinspeisung vergütet, für 20 Kalenderjahre ab Inbetriebnahme festgeschrieben.

Zehn Kilowattpeak ist keine Dachgröße, sondern eine Zeile im Erneuerbare-Energien-Gesetz. Die Vergütung für eingespeisten Solarstrom wird in Stufen gezahlt, und die erste davon endet genau hier. Deshalb sind Angebotspakete auf diese Zahl zugeschnitten — nicht, weil zehn Kilowattpeak zu einem Einfamilienhaus passen, sondern weil die Stufe dort liegt.

Was ein solches Paket tatsächlich einbringt, hängt an einer Größe, die in keinem Angebot steht: Ihrem eigenen Stromverbrauch. Die Anlage kann so viel produzieren, wie sie will — selbst verbrauchen können Sie nur, was Sie ohnehin brauchen.

Was 2026 im Markt aufgerufen wird

Für schlüsselfertige Anlagen auf Einfamilienhäusern liegen die Preise im Jahr 2026 bei etwa 1.000 bis 1.250 Euro je Kilowattpeak ohne Speicher. Mit Batteriespeicher verschiebt sich die Spanne auf grob 1.250 bis 1.500 Euro je Kilowattpeak, wobei Speicher selbst derzeit ab rund 270 Euro je Kilowattstunde Kapazität gehandelt werden. Für eine 10-kWp-Anlage mit einem Speicher um zehn Kilowattstunden ergibt das Gesamtpreise im Bereich von 13.000 bis 18.000 Euro. Alle Angaben verstehen sich als Marktspannen mit Stand September 2026 und ersetzen kein Angebot.

Diese Spanne ist breit, und sie wird nicht von den Modulen getrieben. Preistreiber sind der Zustand des Zählerschranks, die Dachdeckung, die Zahl der Dachflächen, Verschattungssituationen, die Kabelwege bis zum Hausanschluss und die Frage, ob ein Gerüst gestellt werden muss. Wer zwei Angebote vergleicht, ohne diese Positionen zu kennen, vergleicht zwei verschiedene Bauaufgaben.

Umsatzsteuer fällt auf Lieferung und Installation nicht an: § 12 Absatz 3 UStG setzt den Steuersatz auf null, solange die im Marktstammdatenregister eingetragene Bruttoleistung 30 Kilowattpeak nicht übersteigt und die Anlage auf oder in der Nähe einer Wohnung sitzt. Die einkommensteuerliche Seite folgt eigenen Regeln — dazu steht alles bei Photovoltaik und Steuern.

Die Rechnung, die die Anlage trägt

Eine gut ausgerichtete Anlage liefert in Deutschland grob 900 bis 1.100 Kilowattstunden je Kilowattpeak im Jahr. Rechnen wir mit 950, also 9.500 Kilowattstunden aus zehn Kilowattpeak. Der Haushalt im Beispiel verbraucht 4.000 Kilowattstunden im Jahr, ohne Wärmepumpe und ohne Elektroauto. Der Strompreis liegt bei 37 Cent, die Einspeisevergütung seit 1. August 2026 bei 7,70 Cent für Teileinspeisung.

Ohne Speicher Mit 10-kWh-Speicher
Selbst genutzt rund 1.200 kWh rund 2.600 kWh
Eingespeist rund 8.300 kWh rund 6.900 kWh
Ersparnis beim Bezug rund 444 € rund 962 €
Einspeiseerlös rund 639 € rund 531 €
Jährlicher Nutzen rund 1.083 € rund 1.493 €

Der entscheidende Befund steht in der zweiten Zeile: Auch mit Speicher gehen rund 70 Prozent des erzeugten Stroms ins Netz — für weniger als ein Viertel dessen, was der Bezug kostet. Der Eigenverbrauch ist nicht durch die Anlage gedeckelt, sondern durch den Verbrauch. Ein Speicher hebt den Deckungsgrad des Haushalts von etwa 30 auf 60 bis 70 Prozent; mehr ist mit einem Tagesspeicher nicht zu holen, weil er im Winter leer und im Sommer voll ist.

Daraus folgt die eigentliche Planungsregel: Wer eine 10-kWp-Anlage wirtschaftlich betreiben will, braucht Verbrauch. Eine Wärmepumpe bringt je nach Gebäude 3.000 bis 5.000 Kilowattstunden zusätzlich, ein Elektroauto mit 12.000 Jahreskilometern rund 2.500. Erst damit rückt der Eigenverbrauch in eine Größenordnung, die den Unterschied zwischen 37 und 7,7 Cent wirklich ausnutzt. Was ohne Speicher an Verschiebung möglich ist, zeigt der Beitrag zum Eigenverbrauch ohne Batteriespeicher.

Ab dem elften Kilowattpeak gilt ein anderer Tarif

Wer mehr Dachfläche hat, steht vor der Frage, ob sich das Überschreiten der Stufe lohnt. Für den Anteil zwischen 10 und 40 Kilowattpeak sinkt die Vergütung auf 6,66 Cent je Kilowattstunde bei Teileinspeisung. Die ersten zehn Kilowattpeak behalten ihre 7,70 Cent — die Stufen werden anteilig gerechnet, nicht ab der ersten Kilowattstunde neu.

Der Vergleich läuft deshalb über Grenzkosten und Grenzerlös. Zusätzliche Module auf einer ohnehin eingerüsteten Fläche kosten deutlich weniger je Kilowattpeak als die ersten zehn, weil Gerüst, Anfahrt, Anmeldung, Zählerarbeiten und Planung schon bezahlt sind. Dem steht ein Mehrertrag von rund 950 Kilowattstunden je zusätzlichem Kilowattpeak gegenüber, der fast vollständig zu 6,66 Cent eingespeist wird — gut 63 Euro im Jahr. Ob das trägt, entscheidet allein der Aufpreis, den Ihr Anbieter für die zusätzlichen Module und Montageschienen verlangt. Lassen Sie ihn sich als separate Position ausweisen, statt zwei Komplettpreise zu vergleichen.

Ein zweiter Punkt kommt hinzu: Nach § 25 EEG wird die Einspeisevergütung für die Dauer von 20 Jahren gezahlt, gerechnet ab der Inbetriebnahme, und maßgeblich ist der Tag der Inbetriebnahme, nicht der Auftrag. Die Sätze sinken halbjährlich weiter, weshalb ein Termin am Monatsende vor einer Absenkung bares Geld wert sein kann — die Einzelheiten dazu stehen bei der Absenkung zum August 2026.

Was nach der Installation weiterläuft

Eine Photovoltaikanlage ist kein Bauteil, das man einmal bezahlt. Vier Positionen laufen über die Laufzeit mit und gehören in jede Amortisationsrechnung.

Die Versicherung kostet als Erweiterung der Wohngebäudeversicherung oder als eigene Photovoltaikpolice grob 60 bis 150 Euro im Jahr, abhängig von Anlagengröße und eingeschlossenen Gefahren; Ertragsausfall ist selten automatisch enthalten. Der Zählerprozess verursacht eine jährliche Messstellengebühr, deren Höhe vom Messstellenbetreiber und der Zählerart abhängt. Der Wechselrichter ist das Bauteil mit der kürzesten Lebensdauer: Zwölf bis fünfzehn Jahre sind ein realistischer Ansatz, der Austausch liegt in der Größenordnung von 1.200 bis 2.500 Euro je nach Leistungsklasse. Und die Module altern: Übliche Leistungsgarantien sichern nach 25 Jahren noch rund 80 bis 87 Prozent der Anfangsleistung zu, was einer jährlichen Degradation von etwa einem halben Prozent entspricht.

Am Ende der 20 Jahre endet nicht die Anlage, sondern der Vergütungsanspruch. Danach bleibt der Eigenverbrauch — der Teil, der ohnehin am meisten wert ist — und für den Überschuss eine Vermarktung zu Marktkonditionen. Genau deshalb ist die Frage nach dem künftigen Eigenverbrauch keine Nebenrechnung: Sie entscheidet, wie die Anlage im dritten Jahrzehnt dasteht.

Was im Angebot stehen muss, damit zwei vergleichbar sind

Ein Paketpreis sagt wenig. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn sie dieselben Positionen benennen: Belegungsplan mit Modulzahl je Dachfläche, Verschattungsannahmen und daraus abgeleitete Ertragsprognose, Datenblätter von Modul, Wechselrichter und Speicher, Angaben zum Zählerschrank und zu nötigen Anpassungen, Gerüst, Netzanmeldung und Registrierung im Marktstammdatenregister.

Ebenso gehören zwei Zeitpunkte hinein, die später Geld kosten: der geplante Wechselrichtertausch nach etwa zwölf bis fünfzehn Jahren und die jährlichen Betriebskosten aus Versicherung, Monitoring und Zählergebühr. Wer sie in der Amortisationsrechnung weglässt, rechnet die Anlage um mehrere Jahre schön. Die restlichen Prüfpunkte am Dach selbst — Restlebensdauer der Eindeckung, Statik, Leitungswege — behandelt der Beitrag dazu, welche Dachflächen sich lohnen.

Mit dem Photovoltaik-Rechner lassen sich Investition, Ertrag und Amortisation in Szenarien durchspielen, die PV-Angebotscheckliste zerlegt Paketpreise in prüfbare Leistungen.

Der sinnvolle erste Schritt ist trotzdem kein Angebot, sondern ein Blick in die eigene Jahresabrechnung: Wie viele Kilowattstunden verbrauchen Sie tatsächlich, und wird sich das in den nächsten fünf Jahren durch eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto ändern? Die Antwort entscheidet über die sinnvolle Anlagengröße deutlich klarer als die verfügbare Dachfläche.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. ADAC: Einspeisevergütung für PV-Anlagen 2026 und 2027
  2. § 48 EEG – Vergütungssätze für Solaranlagen
  3. Bundesnetzagentur: Solaranlagen und Registrierung
  4. Verbraucherzentrale: Was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist
  5. Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland
  6. § 25 EEG – Dauer des Zahlungsanspruchs
  7. § 12 Absatz 3 UStG – Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagen
  8. Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur
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