Feuchtesteuerung und CO₂-Sensoren nachrüsten: Montage, Funktionsprüfung und Übergabe

Eine Funktions- und Übergabecheckliste. Im Mittelpunkt: Vorbereitung, Montagefolge, Abschaltungen, Konfiguration.

03Wartung

Das Wichtigste in Kürze

  • Vorbereitung, Montagefolge, Abschaltungen.
  • Der Beitrag liefert eine Funktions- und Übergabecheckliste.
  • Die Seite deckt ausschließlich Nachrüstung, Prüfung und sicheren Betriebsstart ab.

Vor der Montage: Positionsplan und Zuständigkeiten festlegen

Eine Nachrüstung von Feuchte- und CO₂-Sensorik beginnt nicht mit dem Bohren, sondern mit einem Grundriss, in dem jede Messstelle eingetragen ist. Halten Sie je Position fest: Raum, Führungsgröße, Montagehöhe, Wandart, Anbindung über Kabel oder Funk und die Zone, auf die der Fühler wirken soll. Ohne diesen Plan entstehen Positionen nach Verfügbarkeit der Steckdose, und genau das erzeugt später unbrauchbare Messwerte.

Klären Sie gleichzeitig die Gewerkegrenzen. Wer setzt die Dose, wer zieht die Leitung, wer schließt an, wer parametriert die Regelung, und wer nimmt die Anlage ab? Bei Nachrüstungen im Bestand liegen diese Schritte häufig bei verschiedenen Betrieben, und die Parametrierung fällt zwischen die Zuständigkeiten. Legen Sie schriftlich fest, wer die Schaltschwellen einstellt und wer sie dokumentiert.

Prüfen Sie außerdem vorab, ob das vorhandene Lüftungsgerät die geplante Sensorik überhaupt verarbeiten kann. Viele Bestandsgeräte besitzen nur einen Eingang für ein externes Anforderungssignal. Dann ist eine raumweise Regelung ohne Gerätetausch nicht möglich, unabhängig davon, wie viele Fühler montiert werden.

Montage: die Fehler, die sich später nicht korrigieren lassen

Halten Sie bei jeder Position Abstand zu Tür, Fenster, Heizkörper und Luftdurchlass. Ein Fühler unmittelbar neben der Tür misst bei jedem Öffnen die Flurluft. Ein Fühler über einem Heizkörper misst eine Warmluftströmung und zeigt eine zu niedrige relative Feuchte. Ein Fühler im Abluftstrahl misst die Abluft und nicht den Raum. Direkte Sonneneinstrahlung erwärmt das Gehäuse und verfälscht beide Messgrößen.

Als Montagehöhe hat sich der Atembereich sitzender Personen bewährt, also etwa im Bereich zwischen Schalter- und Brüstungshöhe. In Bädern gilt zusätzlich, dass der Fühler außerhalb des Sprühbereichs der Dusche liegen muss — sonst schaltet die Anlage auf Kondensat am Gehäuse statt auf die Raumfeuchte.

Achten Sie bei Unterputzmontage auf die Abdichtung der Leitungseinführung. Kalte Luft, die aus dem Leerrohr in die Dose nachströmt, kühlt den Fühler ab und erzeugt eine systematisch zu hohe relative Feuchte. Dieser Fehler ist häufig und wird fast nie erkannt, weil die Anzeige plausibel wirkt.

Inbetriebnahme und Einlaufverhalten

Sensoren zeigen unmittelbar nach dem Einschalten noch keine belastbaren Werte. Halbleiterbasierte Feuchtefühler und Infrarotsensoren benötigen eine Einlaufzeit, die je nach Bauart von Minuten bis zu mehreren Stunden reicht. Manche CO₂-Sensoren mit automatischer Selbstkalibrierung benötigen darüber hinaus mehrere Tage bis Wochen im Betrieb, in denen sie mindestens einmal eine Phase mit nahezu unbelasteter Luft erleben müssen, um ihren Nullpunkt zu finden.

Für die Praxis folgen daraus zwei Konsequenzen. Erstens: Nehmen Sie die Abnahme nicht am Tag der Montage vor, sondern nach Ablauf der vom Hersteller genannten Einlaufzeit. Zweitens: Ein Sensor in einem Raum, der dauerhaft belegt ist und nie ausreichend gelüftet wird, kann seine Selbstkalibrierung nicht durchführen und driftet. Räume mit Dauerbelegung brauchen deshalb Sensoren, die sich manuell justieren lassen.

Parametrierung: die Werte, die dokumentiert gehören

Legen Sie für jede Zone folgende Größen fest und lassen Sie sie schriftlich festhalten: Einschaltschwelle, Ausschaltschwelle, Hysterese zwischen beiden, Mindeststufe, Höchststufe, Nachlaufzeit und das Verhalten bei Sensorausfall.

Als Orientierung für CO₂ dient die Einstufung des Umweltbundesamtes im Bundesgesundheitsblatt 2008: unter 1000 ppm hygienisch unbedenklich, zwischen 1000 und 2000 ppm hygienisch auffällig, darüber hygienisch inakzeptabel. Eine Regelung, die spätestens im auffälligen Bereich reagiert und den inakzeptablen Bereich im Regelbetrieb gar nicht erst erreicht, ist damit sachlich begründet.

Für die Feuchte ist die Schwelle gebäudeabhängig und gehört in die Hand der Fachplanung, weil sie mit den Oberflächentemperaturen der Außenbauteile zusammenhängt. Unverzichtbar ist dagegen die Mindeststufe: Sie muss unabhängig von jedem Sensorwert mindestens die Lüftung zum Feuchteschutz nach DIN 1946-6 sicherstellen. Diese Untergrenze ist die wichtigste einzelne Einstellung der gesamten Nachrüstung.

Die Hysterese verhindert das Pendeln zwischen zwei Stufen. Liegen Ein- und Ausschaltschwelle zu dicht beieinander, wechselt die Anlage im Minutentakt, was im Wohnraum hörbar ist und Verschleiß erzeugt.

Funktions- und Übergabecheckliste

Prüfschritt Nachweis Auslöser für Nacharbeit
Montageposition je Fühler im Grundriss eingetragen, Abstände eingehalten Fühler an Tür, Heizkörper oder im Luftstrahl
Leitungseinführung abgedichtet keine Zugluft an der Dose spürbar offene Einführung, Fühler zeigt zu hohe Feuchte
Einlaufzeit abgewartet Abnahmedatum nach Herstellervorgabe Abnahme am Montagetag
Referenzprüfung CO₂ Wert nähert sich nach Lüften dem Außenniveau dauerhafte Abweichung nach oben oder unten
Reaktionstest Feuchte Anzeige steigt nach dem Duschen sichtbar an keine Reaktion, Position oder Fühler prüfen
Stufenwechsel provoziert Anlage fährt an der Einschaltschwelle hoch kein Stufenwechsel trotz überschrittener Schwelle
Nachlaufzeit Anlage bleibt nach Absinken für die eingestellte Dauer erhöht sofortiger Rückfall, Nachlauf nicht wirksam
Verhalten bei Sensorausfall Fühler abgezogen, Anlage geht in dokumentierte Ersatzstufe Anlage schaltet ab oder bleibt in kleinster Stufe
Mindeststufe im Parameterprotokoll benannt und geprüft keine Untergrenze hinterlegt
Ausfallmeldung am Gerät oder an der Raumbedieneinheit sichtbar Meldung nur in einer App verfügbar
Datenhaltung Speicherort und Zugriff geklärt Messreihen verlassen unbemerkt das Gebäude

Der Test des Ausfallverhaltens ist der wichtigste Punkt dieser Liste. Lassen Sie ihn im Beisein des Fachbetriebs durchführen, indem ein Fühler getrennt wird, und lassen Sie das Ergebnis im Protokoll festhalten. Ohne diesen Nachweis ist unbekannt, was die Anlage im wahrscheinlichsten Störfall tut.

Übergabe und Einweisung

Zur Übergabe gehören: der Sensorpositionsplan, die vollständige Parameterliste mit allen Schwellen und Zeiten, die Bezeichnungen der eingebauten Fühler mit Messprinzip, der Nachweis des Ausfallverhaltens, die Zugangsdaten zur Bedienebene und die Angabe, welche Einstellungen der Serviceebene vorbehalten sind.

Lassen Sie sich zeigen, wie ein Batteriewechsel durchgeführt wird, wie eine Störmeldung aussieht und wie Sie die Anlage im Störfall auf eine feste Stufe schalten. Diese drei Handgriffe sind die einzigen, die Sie im Alltag brauchen. Notieren Sie sie auf einem Zettel am Gerät, damit auch andere Haushaltsmitglieder im Störfall handlungsfähig sind.

Klären Sie bei der Übergabe zusätzlich, ob und wohin Messdaten übertragen werden. Eine Regelung, die vollständig lokal arbeitet, ist der einfachere Fall. Wird ein Onlinedienst genutzt, gehören Zweckangabe, Speicherdauer und Löschmöglichkeit in die Übergabeunterlagen — insbesondere dann, wenn Räume von anderen Personen als dem Eigentümer genutzt werden.

Grenzen der Eigenleistung

Sie können Positionen vorschlagen, den messfähigen Zustand herstellen, die Referenzprüfung durchführen, Batterien wechseln, Gehäuse äußerlich reinigen und die Übergabeunterlagen auf Vollständigkeit prüfen.

Die Montage in vorhandene Elektroinstallationen, der Anschluss an die Regelung, die Parametrierung der Serviceebene, die Festlegung der Feuchteschwellen und die Freigabe der Anlage sind keine Eigenleistung. Arbeiten an Leitungen und Verteilern sind ohnehin einer Elektrofachkraft vorbehalten. Wer Schaltschwellen selbst verändert, ohne die bauphysikalischen Randbedingungen zu kennen, riskiert eine Absenkung, die Energie spart und gleichzeitig Feuchteschäden begünstigt.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. DIN 1946-6:2019-12 – Raumlufttechnik, Teil 6: Lüftung von Wohnungen (DIN Media)
  2. VDI 6022 Blatt 1:2018-01 – Raumlufttechnik, Raumluftqualität: Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen und Geräte (VDI)
  3. Umweltbundesamt – Schimmel in Innenräumen
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