Filter der Wohnraumlüftung nachrüsten: Montage, Funktionsprüfung und Übergabe

Eine Funktions- und Übergabecheckliste. Im Mittelpunkt: Vorbereitung, Montagefolge, Abschaltungen, Konfiguration.

03Wartung

Das Wichtigste in Kürze

  • Vorbereitung, Montagefolge, Abschaltungen.
  • Der Beitrag liefert eine Funktions- und Übergabecheckliste.
  • Die Seite deckt ausschließlich Nachrüstung, Prüfung und sicheren Betriebsstart ab.

Vorbereitung entscheidet über das Ergebnis

Ein Filterwechsel oder die Nachrüstung einer zusätzlichen Filterstufe scheitert selten an der Handgriffabfolge, sondern an der Vorbereitung. Bevor Sie beginnen, müssen vier Dinge geklärt sein: Welches Element wird eingebaut, in welcher Richtung wird es eingesetzt, wie wird das Gerät sicher außer Betrieb genommen, und wo wird das ausgebaute Element entsorgt.

Legen Sie das Ersatzelement in der Originalverpackung bereit und öffnen Sie es erst unmittelbar vor dem Einbau. Ein Filter, der tagelang offen im Keller liegt, nimmt Feuchte und Staub auf, bevor er seine Aufgabe beginnt. Halten Sie außerdem einen verschließbaren Beutel für das Altelement bereit, Einmalhandschuhe sowie bei sichtbar stark beladenen Filtern eine partikelfiltrierende Halbmaske. Der ausgebaute Filter setzt beim Herausziehen einen Teil seiner Beladung wieder frei.

Bei einer Nachrüstung kommt ein Punkt hinzu: Die Freigabe des Geräteherstellers für die vorgesehene Filterstufe muss schriftlich vorliegen. Ohne diese Freigabe ist offen, ob der Ventilator die zusätzliche Druckdifferenz verträgt und ob Gewährleistungsansprüche bestehen bleiben.

Außerbetriebnahme und Sicherung

Schalten Sie das Gerät über die vorgesehene Bedieneinheit aus und warten Sie den Nachlauf vollständig ab. Bei vielen Geräten läuft der Ventilator nach dem Ausschalten noch mehrere Minuten. Trennen Sie das Gerät anschließend über den zugehörigen Schalter oder die zugeordnete Sicherung vom Netz, wenn die Bedienungsanleitung dies für den Filterwechsel vorsieht.

Sichern Sie die Trennstelle gegen unbeabsichtigtes Wiedereinschalten und informieren Sie andere Personen im Haushalt. Diese Vorsichtsmaßnahme ist keine Formsache: Ein anlaufender Ventilator bei geöffnetem Filterfach kann eine Hand erfassen und wirbelt die gesamte Beladung des Fachs in den Aufstellraum.

Bei raumluftabhängigen Feuerstätten im Gebäude gilt zusätzlich: Nehmen Sie die Anlage nicht während einer laufenden Feuerung außer Betrieb, und prüfen Sie nach dem Wiedereinschalten, ob die zugehörige Sicherheitseinrichtung wieder freigibt.

Einbau: die vier Punkte, an denen es schiefgeht

Erstens die Einbaurichtung. Auf dem Rahmen ist eine Strömungsrichtung aufgedruckt. Wird der Filter verkehrt eingesetzt, sinkt die Standzeit erheblich, und bei Taschenfiltern kann sich das Medium an das Stützgitter legen. Notieren Sie sich vor dem Ausbau, wie das alte Element saß, und machen Sie ein Foto.

Zweitens der Dichtsitz. Das Element muss umlaufend an der Dichtfläche anliegen. Prüfen Sie die Dichtung im Fach auf Risse, Verhärtung oder fehlende Abschnitte. Eine verhärtete Dichtung führt Luft am Filter vorbei, ohne dass eine Anzeige darauf hinweist.

Drittens die Reinigung des Fachs. Wischen Sie das Gehäuse im Bereich des Filterfachs mit einem leicht angefeuchteten Tuch aus, bevor das neue Element eingesetzt wird. Verwenden Sie keine Sprühreiniger und blasen Sie nichts mit Druckluft aus, weil Sie Ablagerungen sonst in das Gerät und in das Kanalnetz verlagern.

Viertens die Kennzeichnung. Schreiben Sie das Einbaudatum mit einem Marker auf den Rahmen des neuen Elements. Diese Angabe ist beim nächsten Termin die einzige verlässliche Information über die tatsächliche Standzeit.

Konfiguration nach dem Wechsel

Nach dem Schließen des Fachs und dem Wiedereinschalten sind mehrere Einstellungen zu prüfen. Setzen Sie den Filterstandzeitzähler zurück, sofern das Gerät einen führt — andernfalls meldet das Gerät weiter einen abgelaufenen Filter oder beginnt die Zählung nicht neu. Prüfen Sie, ob eine Differenzdruckmeldung nach dem Wechsel erlischt. Bleibt sie stehen, liegt die Ursache nicht am Filter, sondern an der Messstelle oder im Kanalnetz.

Bei nachgerüsteten Filterstufen kommt die Kontrolle des Betriebspunkts hinzu. Notieren Sie die elektrische Leistungsaufnahme und die eingestellte Lüfterstufe vor und nach der Umrüstung. Steigt die Aufnahme deutlich, arbeitet das Gerät jetzt mit erhöhter Drehzahl, um denselben Volumenstrom zu halten. Ob dieser neue Betriebspunkt zulässig ist, entscheidet der Fachbetrieb anhand der Gerätekennlinie.

Funktions- und Übergabecheckliste

Prüfschritt Erwartetes Ergebnis Auslöser für Nacharbeit
Filterfach geschlossen und verriegelt Deckel liegt umlaufend an, kein Spalt sichtbar Luftgeräusch am Deckel, spürbarer Luftzug
Strömungsrichtung geprüft Pfeil zeigt in Luftrichtung abweichende Einbaulage, Element neu einsetzen
Dichtung im Fach elastisch, umlaufend, ohne Risse Verhärtung oder Fehlstelle, Dichtung ersetzen lassen
Anlauf nach Wiedereinschalten gleichmäßiges Laufgeräusch ohne Schlagen ungewohntes Geräusch, Gerät abschalten
Standzeitzähler zurückgesetzt, neues Datum sichtbar Meldung bleibt bestehen, Servicezugang erforderlich
Differenzdruckmeldung erloschen Meldung bleibt, Messstelle prüfen lassen
Luft an den Zuluftauslässen in allen Räumen spürbar, geruchsneutral ein Raum ohne Luft, Volumenstromprüfung veranlassen
Leistungsaufnahme im erwarteten Bereich der gewählten Stufe deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorwert
Fortluft- und Ansaugöffnung frei, Schutzgitter unbeschädigt Laub, Nistmaterial oder verbogenes Gitter
Dokumentation Datum, Typ, Klasse, Rahmenmaß notiert fehlende Angaben, vor Abschluss ergänzen

Übergabe und Einweisung bei Beauftragung

Lassen Sie sich bei einer beauftragten Nachrüstung oder Wartung ein Protokoll übergeben, das mindestens folgende Angaben enthält: eingebaute Filterbezeichnung nach DIN EN ISO 16890 einschließlich Prozentwert, Rahmenmaße, Einbaudatum, gemessene Druckdifferenz nach dem Wechsel, eingestellte Lüfterstufen und der vereinbarte nächste Termin. Ergänzend gehört dazu die Aussage, welche Arbeiten Sie künftig selbst ausführen dürfen und welche dem Betrieb vorbehalten bleiben.

Lassen Sie sich den Filterwechsel einmal vollständig vorführen, statt sich auf die Anleitung zu verlassen. Achten Sie dabei besonders darauf, wo das Gerät sicher getrennt wird, wie der Deckel korrekt verriegelt und wie der Zähler zurückgesetzt wird. Eine einmalige Einweisung erspart über die Nutzungsdauer viele unnötige Serviceeinsätze.

Halten Sie das Protokoll zusammen mit der Anlagendokumentation, dem Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 und dem Einregulierprotokoll an einem Ort. Bei einem Eigentümerwechsel ist diese Sammlung der Nachweis, dass die Anlage bestimmungsgemäß betrieben wurde.

Grenzen der Eigenleistung

Der Wechsel eines zugänglichen Filterelements ist bei den meisten Wohnungslüftungsgeräten ausdrücklich als Nutzertätigkeit vorgesehen. Alles, was darüber hinausgeht, ist es nicht. Öffnen Sie kein Gerätegehäuse jenseits des Filterfachs, bauen Sie keinen Wärmeübertrager aus, lösen Sie keine Kanalverbindungen und verändern Sie keine Reglereinstellungen jenseits der Betriebsstufe.

Eine Nachrüstung auf eine feinere Filterstufe ist keine Eigenleistung, auch wenn das Element mechanisch passt. Sie verändert den Betriebspunkt der Anlage und berührt die Auslegung des gesamten Rohrnetzes. Ebenso wenig lassen sich Volumenströme nach einer Umrüstung ohne Messtechnik beurteilen — die Prüfung nach dem in DIN EN 12599 beschriebenen Vorgehen bleibt dem Fachbetrieb vorbehalten.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. DIN EN ISO 16890-1:2017-08 – Luftfilter für die allgemeine Raumlufttechnik, Teil 1: Effizienzklassifizierung nach Feinstaubabscheidegrad (ePM) (DIN Media)
  2. DIN 1946-6:2019-12 – Raumlufttechnik, Teil 6: Lüftung von Wohnungen (DIN Media)
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