Heizkörper Typ 33: Die dritte Platte kostet 55 Millimeter und bringt am wenigsten
Ein Typ 33 ist ein Typ 22 mit einer zusätzlichen Platte und einem zusätzlichen Konvektorblech. Er wird dadurch um 55 Prozent tiefer, um die Hälfte schwerer – und liefert nur rund ein Drittel mehr Wärme.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei Bauhöhe 600 und Baulänge 1000 mm liefert ein Typ 22 nach Herstellerkatalog 1.666 Watt und ein Typ 33 2.236 Watt – die dritte Platte bringt 570 Watt für 55 Millimeter mehr Bautiefe, also 104 Watt je Zentimeter.
- Der Schritt von Typ 11 auf Typ 12 bringt in derselben Baugröße 250 Watt für nur drei Millimeter: Ein zusätzliches Konvektorblech ist der mit Abstand wirtschaftlichste Zentimeter am Heizkörper.
- Derselbe Typ 33 wiegt leer 44,3 kg und fasst 9,1 Liter Wasser – gefüllt über 53 kg gegenüber knapp 21 kg beim Typ 11 gleicher Größe.
- Weil rund drei Viertel der Leistung aus Konvektion stammen, verliert ein Typ 33 durch eine dichte Fensterbank, eine Verkleidung oder einen Vorhang mehr als jeder flachere Typ.
- Sinnvoll ist der Typ 33 dort, wo die Wandlänge fest vorgegeben ist – bei freier Wand ist ein längerer, flacherer Heizkörper fast immer die bessere Wahl.
Die Typenbezeichnung eines Flachheizkörpers ist eine Stückliste: Die erste Ziffer nennt die Zahl der wasserführenden Platten, die zweite die Zahl der gewellten Konvektorbleche dazwischen. Ein Typ 33 hat also drei und drei, ein Typ 22 zwei und zwei. Ein Drittel mehr Material – und die naheliegende Erwartung ist, dass ein Drittel mehr Wärme herauskommt.
Das stimmt sogar ungefähr. Nur ist der Preis dafür nicht ein Drittel, sondern die Hälfte mehr Gewicht und 55 Prozent mehr Bautiefe. Wer das an einer Wand sitzen hat, an der ohnehin wenig Platz ist, sollte wissen, welcher Zentimeter am Heizkörper sich rechnet und welcher nicht.
Nicht jede Platte bringt gleich viel
Der Katalog eines Herstellers erlaubt die Rechnung direkt. Für die Baugröße 600 mm Höhe und 1.000 mm Länge nennt Kermi für die Reihe therm-x2 Profil bei 75/65/20 °C die folgenden Werte, dazu die jeweilige Bautiefe:
| Typ | Bautiefe | Norm-Wärmeleistung | Watt je cm Bautiefe | Zuwachs zum flacheren Typ |
|---|---|---|---|---|
| 10 | 61 mm | 602 W | 99 | – |
| 11 | 61 mm | 979 W | 161 | +377 W ohne Mehrtiefe |
| 12 | 64 mm | 1.229 W | 192 | +250 W für 3 mm |
| 22 | 100 mm | 1.666 W | 167 | +437 W für 36 mm |
| 33 | 155 mm | 2.236 W | 144 | +570 W für 55 mm |
Rechnet man den Zuwachs auf den Zentimeter zusätzlicher Bautiefe um, ergibt sich eine klare Rangfolge: Das zweite Konvektorblech im Typ 12 liefert rund 830 Watt je Zentimeter, die zweite Platte im Typ 22 rund 120, die dritte Platte im Typ 33 nur noch 104. Der tiefste Heizkörper ist also auch der ineffizienteste – bezogen auf den Raum, den er einnimmt.
Der Grund steckt in der Luftführung. Ein Flachheizkörper zieht unten kalte Raumluft ein, führt sie an Platten und Konvektorblechen vorbei und lässt sie oben warm austreten. Die erste Platte trifft auf Raumluft von 20 Grad, die zweite auf bereits erwärmte, die dritte auf Luft, die die beiden anderen schon aufgeheizt haben. Der Temperaturunterschied zwischen Blech und Luft – die eigentliche Triebkraft jeder Wärmeübertragung – wird von Platte zu Platte kleiner. Die dritte Platte arbeitet im Abluftstrom der ersten beiden.
Welche Typen sich überhaupt an Ihrer Wand befinden und wie man sie ohne Typenschild auseinanderhält, ist im Beitrag zur Heizkörperleistung bei niedriger Vorlauftemperatur aufgeschlüsselt; dort steht auch, was die einzelnen Typen bei gleicher Baugröße liefern.
53 Kilogramm an zwei Konsolen
Die zweite Folge der dritten Platte steht in der Gewichtstabelle desselben Katalogs. Für 600 × 1.000 mm nennt der Hersteller:
- Typ 11: 18,1 kg leer, 2,7 Liter Wasser – gefüllt rund 20,8 kg
- Typ 22: 29,6 kg leer, 6,1 Liter – gefüllt rund 35,7 kg
- Typ 33: 44,3 kg leer, 9,1 Liter – gefüllt rund 53,4 kg
Bei 600 × 1.800 mm sind es beim Typ 33 schon 78,4 kg leer und 16,5 Liter, zusammen fast 95 Kilogramm. Diese Last hängt an zwei bis drei Wandkonsolen. In einem Altbau mit massivem Mauerwerk ist das unkritisch. An einer Gipskarton-Vorsatzschale, einer Holzständerwand oder einer alten Hohlblockwand ist es eine Frage, die vor der Bestellung geklärt gehört – nicht erst, wenn der Monteur mit der Schlagbohrmaschine davorsteht. Wo der Untergrund nicht trägt, gibt es Standkonsolen, die die Last in den Boden abtragen; Kermi gibt für seine Standkonsolen einen Abstand von 170 mm zwischen Fertigboden und Heizkörperunterkante an.
Das zusätzliche Wasser hat noch eine zweite Wirkung: Ein Typ 33 braucht länger, bis er warm ist, und bleibt länger warm, wenn das Ventil schließt. In einem Raum mit stark schwankender innerer Last – Südzimmer, Küche, Büro – ist diese Trägheit eher ein Nachteil. Und wenn mehrere Heizkörper getauscht werden, summiert sich der Mehrinhalt zu einer Wassermenge, die nicht beliebig oft nachgefüllt werden darf; die Systematik dazu steht im Beitrag zum Heizkörpertausch in einzelnen Räumen.
Kein Typ reagiert so empfindlich auf seine Einbausituation
Die Norm-Wärmeleistung stammt aus einem Prüfstand. DIN EN 442-2 legt dafür ein genormtes Prüfverfahren mit definierter Kammer und definierter Aufstellung fest – der Heizkörper hängt frei, unten und oben strömt Luft ungehindert. Genau diese Bedingung ist im Wohnzimmer selten erfüllt.
Für einen Typ 10 ohne Konvektorbleche wäre das halb so schlimm: Er gibt einen erheblichen Teil seiner Leistung als Strahlung ab, und Strahlung kümmert eine gedrosselte Luftströmung wenig. Beim Typ 33 liegt der Fall umgekehrt. Der überwiegende Teil seiner Leistung kommt aus der Konvektion durch drei Blechpakete, und diese Konvektion lebt von einem Auftrieb, den schon geringe Widerstände bremsen. Eine dicht aufliegende Fensterbank ohne Luftschlitz, eine geschlossene Heizkörperverkleidung, ein bodenlanger Vorhang oder ein Sofa dicht davor kosten deshalb bei einem Typ 33 spürbar mehr als bei einem flachen Typ. Wie viel genau, hängt vom Einzelfall ab und lässt sich seriös nur mit den Angaben des Herstellers zur jeweiligen Einbausituation beziffern – die Richtung ist jedoch eindeutig.
Dieselbe Empfindlichkeit betrifft die Reinigung. Zwischen drei Platten und drei Konvektorblechen liegen Kanäle, an die weder Staubsauger noch Lappen kommen. Die Staubschicht auf den Blechen wirkt als zusätzlicher Übergangswiderstand, und im ausgeblasenen Luftstrom landet sie an der Wand darüber. Lange Bürsten helfen, die obere Abdeckung lässt sich bei Kermi abnehmen – nur braucht man dafür seitlich Platz, beim Typ 33 mit 600 mm Bauhöhe laut Hersteller 270 mm zur Wand.
Wann er trotzdem richtig ist
Es gibt eine Situation, in der der Typ 33 klar gewinnt: wenn die Länge feststeht. Unter einem 1,20 m breiten Fenster, zwischen zwei Türen, in einer Nische – überall dort, wo der Heizkörper nicht länger werden darf, ist die Bautiefe die einzige verbliebene Stellschraube. Ein Typ 33 mit 600 × 1.200 mm bringt 2.683 Watt, wo ein Typ 22 derselben Länge bei 1.999 Watt endet. Für einen schlecht gedämmten Altbauraum mit hoher Heizlast kann das der Unterschied zwischen ausreichend und zu klein sein.
Steht dagegen freie Wand zur Verfügung, ist der längere, flachere Heizkörper fast immer die bessere Lösung: Er bringt dieselbe Leistung mit besserem Wirkungsgrad je Zentimeter Tiefe, wiegt weniger, ragt weniger in den Raum, lässt sich reinigen und verteilt die Wärme über eine größere Fensterfront. Dass ein längerer, flacherer Körper zusätzlich bei abgesenkter Systemtemperatur im Vorteil ist, weil dort jede zusätzliche Fläche mehr wert ist als jede zusätzliche Tiefe, führt der Beitrag zu Vorlauftemperatur und Heizflächen aus.
Ein Typ 33 ist im Übrigen kein Ersatz für einen fehlenden hydraulischen Abgleich. Sein Ventil braucht wegen des höheren Massenstroms eine passende Voreinstellung, sonst zieht er den Nachbarheizkörpern Wasser ab – was im Beitrag zu den Thermostatventilen und ihrer Voreinstellung beschrieben ist.
Was Sie messen, bevor Sie bestellen
Drei Maße entscheiden. Erstens die verfügbare Tiefe: von der Wand bis zur Vorderkante der Fensterbank, und darunter der Abstand bis zum Boden. Ein Typ 33 mit 155 mm plus Konsolentiefe braucht rund 180 mm bis zur Wand; viele alte Fensterbänke ragen weniger weit heraus. Zweitens die freie Wandlänge zwischen den Hindernissen – erst wenn sie knapp ist, wird der Typ 33 zur richtigen Antwort. Drittens der Wandaufbau: massiv, Vorsatzschale oder Ständerwerk, und ob dahinter Leitungen liegen.
Rechnen Sie dann die Heizlast des Raumes gegen die Leistung des flacheren Typs in maximal möglicher Länge. Kommen Sie damit hin, sparen Sie sich die dritte Platte. Kommen Sie nicht hin, bestellen Sie den Typ 33 – und planen Sie im selben Zug einen Fensterbank-Luftschlitz, eine tragfähige Befestigung und die Voreinstellung des Ventils mit ein. Sonst hängt die Mehrleistung an der Wand, ohne im Raum anzukommen.

















