Luftkanäle der zentralen Lüftung sicher prüfen: Zustand, Warnzeichen und Abschaltkriterien

Einen Sicherheitscheck mit Prioritäten für sofort, bald und planbar. Im Mittelpunkt: sichtbarer Zustand, gefahrlose Eigenkontrollen, Prüfprotokolle, Warnzeichen.

03Wartung

Das Wichtigste in Kürze

  • Sichtbarer Zustand, gefahrlose Eigenkontrollen, Prüfprotokolle.
  • Der Beitrag liefert einen Sicherheitscheck mit Prioritäten für sofort, bald und planbar.
  • Die Seite prüft eine vorhandene Anlage, ohne unzulässige Eigenarbeiten anzuleiten.

Was Sie an einer laufenden Anlage überhaupt beurteilen können

Ein Kanalnetz liegt zum größten Teil unsichtbar in Decken, Schächten und Vorwänden. Beurteilen lassen sich deshalb vor allem die Enden: Luftdurchlässe in den Räumen, Überströmöffnungen, Außen- und Fortluftgitter, Filterfächer, der Aufstellraum des Geräts sowie zugängliche Revisionsöffnungen. Dazu kommen indirekte Anzeichen wie Geräusch, Zugerscheinungen, Geruch, Staubbild an Auslässen und die Raumluftfeuchte.

Diese Beobachtungen reichen nicht für eine technische Bewertung, aber sie reichen für eine Einstufung nach Dringlichkeit. Genau darum geht es hier: zu erkennen, was sofort zum Abschalten und zum Anruf führt, was zeitnah geprüft werden muss und was in die nächste turnusmäßige Wartung gehört.

Legen Sie für den Rundgang zwei Hilfsmittel bereit: ein Hygrometer und, falls vorhanden, ein Messgerät für Kohlendioxid. Die Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes bewertet Kohlendioxidkonzentrationen unter etwa tausend Teilen je Million als hygienisch unbedenklich, den Bereich darüber bis zweitausend als auffällig und Werte darüber als hygienisch inakzeptabel. Für die Frage, ob eine Anlage überhaupt genug Luft bewegt, ist das der aussagekräftigste einfache Wert.

Sichtkontrolle an den Luftdurchlässen

Beginnen Sie in den Räumen. Ein starker Staubkranz um einen Zuluftauslass zeigt an, dass die Filterung nicht ausreicht oder Leckluft an der Filterebene vorbeigeführt wird; ein sauberer Auslass, aus dem kaum Luft kommt, weist auf Verschmutzung, Verstopfung oder eine verstellte Ventilstellung hin.

Prüfen Sie die Luftbewegung mit einem einfachen Mittel, etwa einem dünnen Papierstreifen. Wichtig ist nicht der Absolutwert, sondern der Vergleich zwischen gleichartigen Räumen und der Vergleich mit früheren Beobachtungen. Ein Zuluftventil im Schlafzimmer, das deutlich weniger liefert als das im Wohnzimmer, obwohl die Auslegung ähnlich ist, gehört auf die Liste.

Ein häufiger und leicht zu behebender Fehler betrifft die Überströmung: Türunterschnitte werden durch neue Bodenbeläge oder Dichtungen geschlossen, Überströmelemente durch Möbel verstellt. Dann arbeitet die Anlage gegen geschlossene Türen, die Ablufträume erhalten zu wenig Luft, und in den Zulufträumen steigt der Schall. Kontrollieren Sie jede Tür.

Feuchte, Geruch und die Warnzeichen für einen Feuchteschaden

Messen Sie die relative Luftfeuchte in mehreren Räumen zur selben Zeit. Auffällig ist weniger ein einzelner Wert als ein deutlicher Unterschied zwischen Räumen sowie eine Feuchte, die im Bad nach dem Duschen über Stunden nicht abfällt. Letzteres deutet darauf hin, dass der Abluftvolumenstrom nicht mehr erreicht wird.

Suchen Sie außerdem gezielt nach Wasserspuren an den Stellen, an denen Kondensat entsteht: an der Außenluftleitung im warmen Bereich, an der Fortluftleitung, am Gerät selbst, am Kondensatanschluss und an der Fortluftdurchführung in der Fassade. Feuchte Flecken an einer Deckenverkleidung unterhalb einer Kanaltrasse sind ein ernstes Zeichen und keine Kleinigkeit. Der Leitfaden des Umweltbundesamtes zu Schimmelbefall in Gebäuden beschreibt, dass anhaltend hohe Feuchte an einer Bauteiloberfläche die entscheidende Wachstumsbedingung ist; sichtbarer Befall ist stets ein Anlass zur Ursachenklärung und zur Beseitigung, nicht zum Überstreichen.

Geruch aus den Zuluftauslässen ist ebenfalls ein Warnzeichen. Ein erdiger oder muffiger Geruch weist auf Feuchte im System hin, ein Abwassergeruch auf einen ausgetrockneten oder falsch ausgeführten Geruchsverschluss am Kondensatablauf.

Sicherheitscheck mit Prioritäten

Beobachtung Priorität Sofortmaßnahme Wer klärt
Brandgeruch, Rauch oder heiß gewordene Bauteile am Gerät sofort Anlage stromlos schalten, Raum verlassen, im Zweifel Feuerwehr Elektrofachkraft und Fachbetrieb
Wasser tritt am Gerät oder an einer Kanaltrasse aus sofort Anlage abschalten, Wasser auffangen, Strom im Bereich sichern Fachbetrieb für Lüftung
Sichtbarer Schimmelbefall an Auslässen, Laibungen oder unter einer Kanaltrasse sofort betroffene Fläche nicht trocken abbürsten, Ursache klären lassen Fachbetrieb, bei größerer Fläche Sachverständige
Raumluftabhängige Feuerstätte in Betrieb und Verdacht auf Unterdruck, Rauchaustritt am Ofen sofort Feuerstätte und Lüftung außer Betrieb nehmen, lüften bevollmächtigte Bezirksschornsteinfegerin oder Bezirksschornsteinfeger
Ungewöhnliche laute Geräusche, Schlagen oder Rattern im Gerät bald Anlage auf niedrigste Stufe, Betrieb beobachten Fachbetrieb
Kohlendioxidwerte dauerhaft im auffälligen Bereich trotz laufender Anlage bald Filter prüfen, Überströmung freimachen, Volumenströme messen lassen Fachbetrieb
Bad bleibt nach dem Duschen über Stunden feucht bald Abluftventil kontrollieren, Türspalt prüfen Fachbetrieb
Kondensat oder Eisbildung an der Fortluftdurchführung bald Dämmung und Gefälle prüfen lassen Fachbetrieb
Filter erkennbar zugesetzt oder Wechselintervall überschritten bald Filter austauschen, Wechseldatum notieren Eigentümer, sofern Fach zugänglich
Zugerscheinung an einem Zuluftauslass im Winter planbar Auslassrichtung und Volumenstrom prüfen lassen Fachbetrieb
Staubkranz an Auslässen planbar Filterklasse und Dichtheit der Filterebene prüfen lassen Fachbetrieb
Revisionsöffnung nicht mehr zugänglich planbar Zugang wiederherstellen, im Bestandsplan vermerken Eigentümer und Fachbetrieb
Keine Unterlagen zur Einregulierung vorhanden planbar Messung nachholen und protokollieren lassen Fachbetrieb

Abschaltkriterien im Klartext

Es gibt vier Situationen, in denen die Anlage nicht weiterlaufen darf, bis eine fachkundige Person sie freigibt. Erstens jeder Hinweis auf einen elektrischen Fehler, also Brandgeruch, ausgelöste Schutzeinrichtungen, sichtbare Beschädigung an Leitungen. Zweitens Wasseraustritt am Gerät oder an einer Leitung, weil Wasser und elektrische Bauteile zusammenkommen. Drittens jeder Verdacht auf gefährlichen Unterdruck im Aufstellraum einer raumluftabhängigen Feuerstätte, weil dabei Abgase in den Raum gelangen können; die Feuerungsverordnungen der Länder verlangen für dieses Zusammenspiel besondere Sicherheitseinrichtungen. Viertens ein Schimmelbefall im System selbst, weil die Anlage dann Sporen in alle angeschlossenen Räume verteilt.

In den ersten drei Fällen ist das Abschalten unstrittig. Im vierten Fall gilt eine Einschränkung: Wird die Anlage abgeschaltet und die Ursache der Feuchte nicht behoben, verschlechtert sich die Lage weiter, weil auch die Lüftung zum Feuchteschutz entfällt. Sorgen Sie deshalb für eine Übergangslösung mit konsequentem manuellem Lüften und lassen Sie die Ursache zügig klären.

Was in die Wartung gehört und was Sie selbst tun dürfen

Zu Ihren zumutbaren Arbeiten gehören der Filterwechsel an zugänglichen Filterfächern, das Reinigen der Außen- und Fortluftgitter von Laub und Insekten, das Absaugen von Luftdurchlässen ohne Verstellen ihrer Einstellung sowie das Freihalten von Überströmöffnungen und Revisionsklappen. Notieren Sie jeden Filterwechsel mit Datum; diese Liste ist bei jeder späteren Störungssuche der erste Anhaltspunkt.

Alles Weitere ist Fachaufgabe. Das Gebäudemodernisierungsgesetz verlangt in § 60 unter der Überschrift Wartung und Instandhaltung, dass Wartung und Instandhaltung durch fachkundige Personen erfolgen und energiebedarfssenkende Einrichtungen betriebsbereit gehalten werden. VDI 6022 Blatt 1 formuliert die Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen und sieht wiederkehrende Hygieneinspektionen vor, deren Abstand davon abhängt, ob die Anlage eine Luftbefeuchtung besitzt.

Nicht zur Eigenleistung gehören insbesondere: das Öffnen des Geräts über das Filterfach hinaus, das Ausbauen und Reinigen des Wärmeübertragers, jede Arbeit an der Elektrik, das Verstellen der Einregulierung an den Ventilen, das Öffnen oder Prüfen von Brandschutzklappen und die Reinigung des Kanalnetzes. Für die Prüfung der Volumenströme und die Bewertung des Zustands gilt dasselbe: DIN EN 12599 beschreibt die Prüf- und Messverfahren für die Übergabe raumlufttechnischer Anlagen und ist die Grundlage, auf der Messwerte überhaupt vergleichbar werden.

Der Rundgang als feste Routine

Machen Sie aus dem Sicherheitscheck eine Gewohnheit mit zwei Terminen im Jahr, sinnvollerweise vor Beginn und nach Ende der Heizperiode. Gehen Sie dabei immer dieselbe Reihenfolge: Aufstellraum und Gerät, Filterfächer, Kondensatanschluss, Außen- und Fortluftgitter, dann raumweise die Auslässe, Türen und Überströmöffnungen, zuletzt Feuchte- und Kohlendioxidwerte.

Halten Sie die Ergebnisse in einer einfachen Liste fest, mit Datum und kurzen Notizen. Der Wert entsteht durch die Wiederholung: Erst der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt, ob ein Auslass schwächer geworden ist, ob die Feuchte im Bad länger braucht oder ob der Filter schneller zusetzt als früher. Diese Reihe ist bei jedem Fachtermin die nützlichste Unterlage, die Sie vorlegen können.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. VDI 6022 Blatt 1:2018-01 – Raumlufttechnik, Raumluftqualität: Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen und Geräte (VDI)
  2. DIN EN 12599:2013-01 – Lüftung von Gebäuden, Prüf- und Messverfahren für die Übergabe raumlufttechnischer Anlagen (DIN Media)
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