Luftkanäle der zentralen Lüftung – Kosten kalkulieren: Gerät, Installation, Prüfung und Wartung

Eine Gesamtkostenrechnung über eine realistische Nutzungsdauer. Im Mittelpunkt: Geräte, Leitungswege, Montage, Prüfungen.

03Wartung

Das Wichtigste in Kürze

  • Geräte, Leitungswege, Montage.
  • Der Beitrag liefert eine Gesamtkostenrechnung über eine realistische Nutzungsdauer.
  • Die Seite behandelt nur Budget und laufenden Aufwand.

Warum der Angebotsbetrag nur ein Drittel der Frage beantwortet

Ein Kanalnetz für die zentrale Wohnungslüftung verursacht Kosten in drei Zeitschichten. Die erste ist die Investition mit Gerät, Leitungen, Montage, Durchbrüchen, Dämmung, Elektroanschluss, Einregulierung und Abnahmemessung. Die zweite ist der laufende Betrieb mit Strom für die Ventilatoren, Filtern und der Wartung. Die dritte ist der Ersatz, der bei den Komponenten sehr unterschiedlich anfällt: Das Kanalnetz kann die Lebensdauer des Gebäudes erreichen, das Gerät nicht.

Wer nur die erste Schicht vergleicht, wählt regelmäßig falsch. Ein Angebot mit engen Querschnitten und vielen Bögen ist in der Montage günstiger und im Betrieb dauerhaft teurer, weil der Ventilator jeden Tag gegen einen höheren Widerstand arbeitet. Diese Differenz begleitet Sie über die gesamte Nutzungsdauer.

Die Investition in prüfbare Blöcke zerlegen

Verlangen Sie eine Aufgliederung nach Blöcken statt einer Pauschale. Sinnvoll sind: Lüftungsgerät mit Zubehör, Kanalnetz mit Formteilen und Befestigung, Luftdurchlässe und Überströmelemente, Dämmung getrennt für Außenluft und Fortluft, Wand- und Deckendurchbrüche einschließlich Wiederherstellung, Außen- und Fortluftdurchführung mit Wetterschutz, Kondensatanschluss, Elektroarbeiten, Schalldämpfer, Brandschutzmaßnahmen, Einregulierung und Abnahmemessung sowie Einweisung und Dokumentation.

Diese Gliederung hat einen praktischen Zweck: Sie macht sichtbar, welche Leistungen ein günstigeres Angebot nicht enthält. Fehlende Positionen tauchen später als Nachtrag auf, meist zu ungünstigeren Bedingungen als bei der Vergabe. Prüfen Sie besonders die Positionen Durchbrüche, Wiederherstellung von Oberflächen, Elektroanschluss und Abnahmemessung, weil sie am häufigsten fehlen.

Ein zweiter Hebel ist der Zeitpunkt. Ein Kanalnetz, das während einer ohnehin stattfindenden Sanierung mit offenen Decken oder abgehängten Bereichen verlegt wird, verursacht einen Bruchteil des Aufwands einer nachträglichen Installation in bewohnten Räumen. Die Kopplung an andere Gewerke ist der größte einzelne Kostenfaktor, den Sie selbst beeinflussen können.

Der Strombedarf entsteht im Kanal, nicht im Gerät

Die Ventilatoren laufen nahezu durchgehend. Ihre Leistungsaufnahme hängt vom geförderten Volumenstrom und vom Druckverlust des Netzes ab. Jeder zusätzliche Bogen, jede Querschnittsverengung, jeder Meter Wellschlauch und jeder verschmutzte Filter erhöhen diesen Widerstand und damit dauerhaft den Verbrauch. Das Gebäudemodernisierungsgesetz adressiert diesen Punkt in § 65 unter der Überschrift Begrenzung der elektrischen Leistung.

Für die Kalkulation bedeutet das: Fragen Sie nicht nach der Leistungsaufnahme des Geräts im Datenblatt, sondern nach der berechneten Leistungsaufnahme im geplanten Netz bei den vorgesehenen Betriebsstufen. Nur diese Zahl beschreibt Ihren Fall. Lassen Sie sich zusätzlich zeigen, wie sich der Wert zwischen reduzierter Lüftung und Nennlüftung unterscheidet, denn die Betriebsstufe bestimmt am Ende die Jahresarbeit.

Der zweite Verbrauchsposten ist ein etwaiges elektrisches Vorheizregister zum Frostschutz. Es arbeitet nur an kalten Tagen, kann in dieser Zeit aber deutlich mehr Strom ziehen als die Ventilatoren. Fragen Sie ab, ob eines vorgesehen ist und welche Alternative geprüft wurde.

Laufende Positionen und ihre Intervalle

Kostenblock Bezugsgröße Typischer Turnus Haupttreiber Stellschraube in der Planung
Ventilatorstrom Betriebsstunden und Druckverlust dauerhaft Querschnitte, Bögen, Filterzustand, gewählte Stufe großzügige Querschnitte, wenige Richtungswechsel
Filter Außenluft Filtergröße und Außenluftbelastung mehrmals jährlich Standort, Pollen, Verkehrsnähe zugängliches Filterfach, gängige Filtergröße
Filter Abluft Nutzung der Räume mehrmals jährlich Küchendunst, Staub, Haustiere ausreichende Filterfläche
Frostschutz Außentemperatur Wintermonate Art des Frostschutzes, Feuchtelast Prüfung von Alternativen zum elektrischen Register
Wartung durch Fachbetrieb Anlagengröße wiederkehrend nach Herstellervorgabe Zugänglichkeit, Zahl der Bauteile Revisionsöffnungen und Aufstellort
Hygieneinspektion Anlagenart wiederkehrend nach VDI 6022 Blatt 1 Vorhandensein einer Befeuchtung Verzicht auf Befeuchtung, gute Zugänglichkeit
Kanalreinigung Länge und Zugänglichkeit anlassbezogen Materialwahl, Revisionsöffnungen glattwandige, reinigbare Leitungen
Ersatz von Verschleißteilen Betriebsstunden im Laufe der Nutzungsdauer Ventilatoren, Elektronik, Klappenantriebe Ersatzteilverfügbarkeit vor dem Kauf klären
Gerätetausch Nutzungsdauer des Geräts einmal innerhalb der Kanalnutzungsdauer Anschlussmaße, Aufstellort Aufstellraum mit Tauschmöglichkeit planen
Kondensatanschluss Bauliche Situation Kontrolle im Rahmen der Wartung Siphonaustrocknung, Verschmutzung frostfreie Führung, zugänglicher Anschluss

Wartung ist keine Kür

Das Gebäudemodernisierungsgesetz verpflichtet in § 60 unter der Überschrift Wartung und Instandhaltung dazu, energiebedarfssenkende Einrichtungen betriebsbereit zu halten, bestimmungsgemäß zu nutzen und Wartung sowie Instandhaltung durch fachkundige Personen durchführen zu lassen. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung fällt darunter. Wer die Wartung streicht, spart nicht, sondern verlagert Kosten in den Strombedarf und in das Ausfallrisiko.

Hinzu kommt die hygienische Seite. VDI 6022 Blatt 1 formuliert Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen und sieht wiederkehrende Hygieneinspektionen vor, wobei Anlagen mit Luftbefeuchtung häufiger zu prüfen sind als Anlagen ohne. Für die Kostenplanung heißt das: Eine Anlage ohne Befeuchtung ist im Betrieb schlanker, und dieser Unterschied wirkt über Jahrzehnte.

Einen Teil der laufenden Arbeiten können Sie selbst übernehmen. Der Filterwechsel an einem zugänglichen Filterfach gehört bei den meisten Geräten dazu, ebenso die Sichtkontrolle der Außen- und Fortluftgitter und das Reinigen der Ventile in den Räumen, sofern deren Einstellung dabei nicht verändert wird. Das senkt den laufenden Aufwand spürbar und setzt voraus, dass Filtergrößen gängig sind und das Filterfach nicht hinter einer Verkleidung sitzt. Klären Sie beides vor der Gerätewahl.

Förderung und ihr Zeitpunkt

Für Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung kommt eine Förderung als Einzelmaßnahme der Anlagentechnik im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude in Betracht. Zwei Punkte sind unabhängig von der jeweils geltenden Fassung stabil: Der Antrag ist vor Vorhabenbeginn zu stellen, und es gelten technische Mindestanforderungen, die die Anlage erfüllen muss. Die konkreten Sätze, Höchstgrenzen und Anforderungen ändern sich, deshalb prüfen Sie den Stand unmittelbar vor der Beauftragung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und nicht anhand älterer Zusammenstellungen.

Rechnen Sie eine Förderung nie in die Vergleichsrechnung zweier Angebote hinein, solange die Zusage nicht vorliegt. Vergleichen Sie die Angebote ohne Förderung und behandeln Sie eine spätere Zusage als Entlastung, nicht als Grundlage der Entscheidung.

Eine belastbare Gesamtrechnung aufstellen

Setzen Sie einen Betrachtungszeitraum fest, der zur Lebensdauer der langlebigsten Komponente passt, und tragen Sie darin die Blöcke ein. Für jeden Block halten Sie fest: Ist es eine einmalige Position, eine wiederkehrende oder eine dauerhafte, und wovon hängt ihre Höhe ab. Anschließend spielen Sie zwei Varianten durch, etwa ein Netz mit großzügigen Querschnitten gegen ein enges Netz, oder ein Gerät mit zugänglichem Filterfach gegen eines mit verdeckter Wartungsklappe.

Der Vergleich liefert selten eine einzelne Zahl, aber eine klare Rangfolge der Hebel. In der Regel steht der Druckverlust des Netzes an erster Stelle, gefolgt von der Zugänglichkeit für Wartung, dann vom Aufwand für Durchbrüche und Wiederherstellung. Die Gerätewahl selbst wirkt geringer, als der Preisunterschied vermuten lässt.

Ergänzen Sie zwei Risikopositionen: die Kosten einer Nachbesserung, wenn Volumenströme nicht erreicht werden, und die Kosten einer Bauteilöffnung, wenn eine Reinigung ohne Revisionsöffnung nötig wird. Beide entstehen nur bei schlechter Planung, sind dann aber erheblich.

Wo Ihre Kalkulation an Grenzen stößt

Sie können Positionen vergleichen, Vollständigkeit prüfen, Intervalle abfragen, Ersatzteilverfügbarkeit klären und die Zugänglichkeit für Eigenleistungen beurteilen. Sie können auch verlangen, dass die berechnete Leistungsaufnahme im geplanten Netz genannt wird.

Nicht selbst berechnen können Sie den Druckverlust eines Netzes, die erforderlichen Querschnitte und die daraus folgende Betriebspunktlage des Ventilators. Diese Auslegung nach DIN 1946-6 ist die Grundlage jeder seriösen Kostenaussage und gehört in eine Fachplanung. Ebenso wenig sollten Sie an Einregulierung, Elektroanschluss, Kondensatführung oder an der Parametrierung des Frostschutzes selbst arbeiten. Eine Anlage, die zu wenig Luft bewegt, spart im Datenblatt Strom und erzeugt im Gebäude Feuchte, und dieser Tausch ist keiner.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. GModG § 65 – Begrenzung der elektrischen Leistung (Gebäudemodernisierungsgesetz, Gesetze im Internet)
  2. BAFA – Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen Anlagentechnik
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