Laden von Lithium-Akkus im Haus kontrollieren: Zustand, Funktion und Handlungsbedarf prüfen

Eine Sicherheitskontrolle mit Ampellogik. Im Mittelpunkt: sichtbarer Zustand, gefahrlose Funktionskontrollen, freie Wege, Dokumentation.

03Brandschutz

Das Wichtigste in Kürze

  • Sichtbarer Zustand, gefahrlose Funktionskontrollen, freie Wege.
  • Der Beitrag liefert eine Sicherheitskontrolle mit Ampellogik.
  • Die Seite prüft ausschließlich den vorhandenen Schutz und leitet keinen gefährlichen Eingriff an.

Ein Kontrollrhythmus, der zum Gerät passt

Nicht jeder Akku braucht dieselbe Aufmerksamkeit. Sinnvoll ist eine Staffelung nach Nutzung und Energieinhalt. Geräte im täglichen Gebrauch prüfen Sie beiläufig bei jedem Ladevorgang: Sieht der Akku unverändert aus, wird er ungewöhnlich warm, riecht etwas? Geräte mit größerem Energieinhalt, also Pedelecs, Roller und Gartengeräte, verdienen eine gründliche Kontrolle vor und nach der Saison. Ersatzakkus und selten genutzte Geräte kontrollieren Sie halbjährlich, weil dort das Risiko der Tiefentladung besteht.

Diese Kontrolle ist ausdrücklich zerstörungsfrei. Es wird nichts geöffnet, nichts zerlegt, nichts gemessen, was ein Öffnen erfordern würde. Alles, was aussagekräftig ist, sehen, hören und riechen Sie von außen.

Führen Sie die Kontrolle bei kühlem Akku durch, also nicht direkt nach dem Laden oder nach intensiver Nutzung. Sonst verwechseln Sie normale Betriebswärme mit einem Befund.

Was Sie am Akku prüfen

Beginnen Sie mit der Form. Legen Sie den Akku auf eine ebene Fläche und prüfen Sie, ob er plan aufliegt und ob Gehäusefugen gleichmäßig verlaufen. Ein Notebook, das auf dem Tisch kippelt, oder ein Smartphone mit sich hebender Rückseite zeigt eine Aufblähung. Bei Wechselakkus achten Sie darauf, ob sich das Gehäuse an einer Stelle wölbt oder ob sich der Akku schwerer als früher in die Aufnahme schieben lässt.

Prüfen Sie danach die Oberfläche auf Risse, Schlagstellen, Verfärbungen, Schmelzspuren und ausgetretene Flüssigkeit. Sehen Sie sich die Kontakte an: Verfärbung, Korrosion, Verformung oder Brandspuren an Steckern und Buchsen sind Warnzeichen.

Prüfen Sie das Ladegerät und die Leitung: gequetschte Kabel, geknickte Übergänge am Stecker, wackelige Buchsen, ein Netzteil, das im Betrieb ungewöhnlich heiß wird oder Geräusche macht. Kontrollieren Sie außerdem, ob wirklich das dem Gerät zugeordnete Ladegerät verwendet wird; Verwechslungen sind in Haushalten mit mehreren Geräten der Regelfall und nicht die Ausnahme.

Prüfen Sie zuletzt das Verhalten: Bricht der Ladevorgang wiederholt ab? Dauert er deutlich länger als früher? Fällt die Restlaufzeit im Betrieb plötzlich stark ab? Meldet das Ladegerät oder die Geräteanzeige einen Fehler? Solche Änderungen sind belastbare Hinweise auf eine alternde oder geschädigte Zelle.

Was Sie am Ladeort prüfen

Der zweite Teil der Kontrolle betrifft die Umgebung. Steht der Akku noch dort, wo Sie es festgelegt hatten, oder ist er im Alltag wieder in den Flur gewandert? Liegt die nichtbrennbare Unterlage noch unter dem Gerät oder darunter inzwischen ein Teppich? Haben sich Kartons, Textilien, Farbdosen, Kraftstoffkanister oder Gartenmöbelauflagen ins Umfeld geschoben?

Prüfen Sie den Rettungsweg: Flur, Treppenraum und Kellerausgang müssen frei und in voller Breite passierbar sein. Prüfen Sie den Rauchwarnmelder am Ladeort mit der Prüftaste und kontrollieren Sie, ob rundum ein freier Bereich von mindestens 50 Zentimetern besteht.

Kontrollieren Sie schließlich die Steckdosensituation: keine Mehrfachsteckdosen in Reihe, keine überlasteten Verlängerungen, keine Leitungen unter Teppichen oder eingeklemmt in Türen. Eine warme Steckdosenleiste ist ein eigener Befund und gehört zum Elektrofachbetrieb.

Ampelkontrolle mit Eskalationsstufen

Beobachtung Ampel Sofortige Handlung
Zischen, Knistern, Rauch oder stechender Geruch am Akku rot Raum verlassen, Tür schließen, alle warnen, 112 von draußen, kein Löschversuch, kein Transport
Gehäuse gebläht, verformt oder Flüssigkeit ausgetreten rot Ladevorgang beenden, Gerät nicht mehr nutzen, Akku gefahrlos ins Freie auf nichtbrennbaren Untergrund, Fachentsorgung
Akku wird beim Laden deutlich heißer als gewohnt rot Ladevorgang beenden, Akku im Freien beobachten, nicht wieder laden
Sichtbare Schlagstelle oder Riss nach einem Sturz rot Akku gilt als defekt, keine weitere Nutzung, Fachentsorgung
Brandspuren oder Schmelzstellen an Kontakten oder Buchse rot Gerät und Ladegerät außer Betrieb nehmen
Ladevorgang bricht wiederholt ab oder dauert auffällig lange gelb nur unter Aufsicht laden, Herstellerhinweise prüfen, Austausch planen
Kapazität fällt in kurzer Zeit deutlich ab gelb Nutzung einschränken, Ersatz beschaffen, alten Akku fachgerecht abgeben
Ladegerät passt nicht eindeutig zum Gerät gelb Originalgerät beschaffen, bis dahin nicht laden
Akku lag über sechs Monate ungenutzt und ungeladen gelb nicht sofort laden, Zustand prüfen, bei Auffälligkeit entsorgen
Ladeort ist zurück in Flur, Treppenraum oder Schlafraum gewandert gelb Ladeplatz wiederherstellen, Regel erneut besprechen
Brennbares Material hat sich ins Umfeld geschoben gelb Umfeld freiräumen, Abstand wiederherstellen
Rauchwarnmelder am Ladeort reagiert nicht auf die Prüftaste gelb Gerät ersetzen, bis dahin nur unter Aufsicht laden
Staub oder Verschmutzung an Kontakten und Lüftungsöffnungen grün trocken reinigen, Kontakte nicht mit Metall bearbeiten
Bestandsliste ist nicht mehr aktuell grün Liste fortschreiben, neue Geräte und Wattstunden ergänzen

Rot bedeutet: Der Ladevorgang endet jetzt, und der Akku wird nicht wieder in Betrieb genommen. Bei der ersten Zeile hat die Räumung Vorrang vor allem anderen, auch vor dem Versuch, den Akku nach draußen zu bringen.

Dokumentation, die im Ereignisfall hilft

Führen Sie die Bestandsliste als Kontrollblatt weiter. Sinnvoll sind sechs Spalten: Gerät, Energieinhalt in Wattstunden, Ladeort, Datum der letzten Kontrolle, Befund nach Ampellogik, Maßnahme. Ergänzen Sie bei auffälligen Akkus eine Fotodokumentation, weil eine Aufblähung im Verlauf über Wochen sichtbar wird, im Einzelbild aber leicht übersehen wird.

Diese Aufzeichnung hat zwei Zwecke. Sie macht schleichende Veränderungen sichtbar, insbesondere bei Geräten, die selten genutzt werden. Und sie ist die Grundlage für eine Reklamation oder eine Schadensmeldung, weil sie Zeitpunkte und Beobachtungen mit Datum belegt.

Notieren Sie zusätzlich, wann Sie zuletzt einen Akku entsorgt haben und wohin. Das verhindert, dass ein defekter Akku doch wieder in einer Schublade landet.

Was diese Kontrolle nicht leistet

Sie prüft den äußeren Zustand und die Umgebung. Sie kann den inneren Zustand einer Zelle nicht feststellen. Ein Akku, der nach einem Sturz äußerlich unversehrt wirkt, kann innen beschädigt sein, und ein Ereignis kann Tage später eintreten. Deshalb ist die Regel nach einem Sturz eindeutig: Der Akku wird nicht weiter geladen und nicht weiter benutzt, sondern beobachtet und dann entsorgt.

Nicht in Ihre Hand gehören außerdem: das Öffnen von Akkugehäusen, das Auswechseln einzelner Zellen, Lötarbeiten, die Verwendung von Zellen unbekannter Herkunft, jede Reparatur eines Ladegeräts sowie das Prüfen von Zellspannungen an offenen Kontakten. Diese Arbeiten führen zu Kurzschlüssen und mechanischen Schäden und sind die häufigste Ursache für ein Ereignis, das ohne Eingriff nie eingetreten wäre.

Ebenso wenig ersetzt die Kontrolle einen Notfallplan. Legen Sie schriftlich fest, was bei einem roten Befund geschieht, und besprechen Sie ihn mit allen Bewohnern, damit im Ereignisfall niemand improvisiert.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) – Sicherer Umgang mit Lithium-Batterien
  2. DGUV Information 205-041 – Brandschutz beim Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien, Ausgabe Februar 2024
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