Feuerlöscher und Löschdecke – Kosten kalkulieren: Gerät, Installation, Prüfung und Wartung

Eine Gesamtkostenrechnung über eine realistische Nutzungsdauer. Im Mittelpunkt: Geräte, Leitungswege, Montage, Prüfungen.

03Brandschutz

Das Wichtigste in Kürze

  • Geräte, Leitungswege, Montage.
  • Der Beitrag liefert eine Gesamtkostenrechnung über eine realistische Nutzungsdauer.
  • Die Seite behandelt nur Budget und laufenden Aufwand.

Warum die Anschaffung der kleinste Posten ist

Wer nur den Kaufbeleg betrachtet, unterschätzt den Aufwand eines Löschers um ein Vielfaches. Ein tragbarer Feuerlöscher wird über zwei Jahrzehnte betrieben, in dieser Zeit fallen Instandhaltungen, Behälterprüfungen, Löschmittelwechsel und irgendwann die Aussonderung an. Rechnen Sie deshalb nicht in Stückpreisen, sondern in einem Mengengerüst: Wie viele Termine, wie viele Geräte, wie viele Ersatzbeschaffungen fallen über die Nutzungsdauer an? Dieses Mengengerüst können Sie selbst aufstellen; die Preise dazu liefert Ihr Fachbetrieb, und erst die Multiplikation ergibt eine belastbare Zahl.

Diese Seite befasst sich ausschließlich mit Budget und laufendem Aufwand. Sie beantwortet die Frage, welche Positionen in welchem Takt wiederkehren und an welchen Stellen eine Entscheidung den Aufwand über zwanzig Jahre spürbar verschiebt.

Der Taktgeber: Instandhaltung nach DIN 14406-4

Die zentrale wiederkehrende Position ergibt sich aus DIN 14406-4. Diese Norm regelt die Instandhaltung tragbarer Feuerlöscher und sieht eine Prüfung durch einen Sachkundigen in Abständen von höchstens zwei Jahren vor. Der Sachkundige öffnet das Gerät, prüft Löschmittel, Treibmittel, Dichtungen, Steigrohr und Armatur, setzt gegebenenfalls instand und dokumentiert das Ergebnis auf einer Plakette und im Prüfnachweis. Diese Leistung dürfen Sie nicht selbst erbringen, unabhängig von Ihrem handwerklichen Geschick.

Der Zweijahrestakt ist die Grundfrequenz Ihrer Kostenrechnung. Bei vier Geräten im Haus bedeutet das über zwanzig Jahre zehn Instandhaltungstermine mit jeweils vier Geräten, also vierzig Einzelprüfungen. Ob der Fachbetrieb dafür ins Haus kommt oder ob Sie die Geräte in die Werkstatt bringen, verändert den Preis je Termin erheblich — das ist der erste echte Stellhebel.

Hinzu kommen zwei seltenere, aber teure Positionen. Der Löschmittelbehälter steht unter Druck und unterliegt einer wiederkehrenden Behälterprüfung in längeren Abständen, die der Hersteller in der Betriebsanleitung festlegt. Und jeder Hersteller gibt eine maximale Nutzungsdauer an, nach deren Ablauf das Gerät auszusondern und zu ersetzen ist; sie liegt bei üblichen Bauarten im Bereich von rund zwei Jahrzehnten. Wer beim Kauf nicht auf diese Angabe achtet, plant unbemerkt eine Ersatzbeschaffung mitten in den Betrachtungszeitraum hinein.

Mengengerüst über zwanzig Jahre

Das folgende Gerüst unterstellt einen Haushalt mit vier tragbaren Löschern — Küche, Flur, Heizraum, Garage — und einer Löschdecke in der Küche. Tragen Sie in die letzte Spalte die Preise aus Ihrem Angebot ein.

Position Auslöser Takt Menge über 20 Jahre Ausführung durch
Anschaffung Grundausstattung Erstausrüstung einmalig 4 Geräte plus Halterungen und Kennzeichnung Kauf, Montage in Eigenleistung möglich
Sachkundige Instandhaltung Norm-Intervall nach DIN 14406-4 höchstens alle 2 Jahre 10 Termine mit je 4 Geräten ausschließlich Sachkundiger
Behälterprüfung Herstellervorgabe für Druckbehälter mehrjährig, seltener als die Instandhaltung 2 bis 3 Durchgänge je Gerät ausschließlich Fachbetrieb
Löschmittelwechsel Alterung von Schaum- und Wassermitteln nach Herstellerangabe 2 bis 3 Wechsel je Nassgerät ausschließlich Fachbetrieb
Instandsetzung nach Einsatz jede Betätigung, auch kurze ereignisbezogen pro Ereignis ein Gerät ausschließlich Fachbetrieb
Ersatz nach Ablauf der Nutzungsdauer Herstellerangabe zur Höchstnutzungsdauer einmal je Gerätegeneration 4 Geräte am Ende des Zeitraums Kauf
Ersatz der Löschdecke Gebrauch oder Ablauf der Haltbarkeit ereignis- oder datumsbezogen 1 bis 2 Stück Kauf
Eigene Sichtkontrolle halbjährliche Routine 2-mal je Jahr 40 Durchgänge, kein Materialaufwand Eigenleistung

Zwei Zeilen verdienen Aufmerksamkeit. Die Instandsetzung nach Einsatz wird regelmäßig vergessen: Ein Löscher, der auch nur kurz betätigt wurde, ist kein einsatzbereites Gerät mehr und gehört umgehend zum Fachbetrieb — zurück an die Wand darf er erst nach Instandsetzung. Und die Löschdecke nach DIN EN 1869 ist ein Einwegprodukt: Nach jedem Gebrauch wird sie entsorgt, nicht gereinigt und wiederverwendet.

Bauart als Kostenweiche: Aufladelöscher oder Dauerdrucklöscher

Die folgenreichste Kaufentscheidung betrifft nicht das Löschmittel, sondern die Druckerzeugung. Beim Dauerdrucklöscher steht der Behälter dauerhaft unter Treibmitteldruck, ein Manometer zeigt ihn an. Beim Aufladelöscher sitzt das Treibmittel in einer separaten Patrone und wird erst bei Betätigung freigegeben; der Behälter ist im Ruhezustand drucklos.

Für die Lebenszykluskosten heißt das: Der Aufladelöscher ist in der Anschaffung meist teurer, lässt sich bei der Instandhaltung aber einfacher öffnen und wieder in Stand setzen und erreicht in der Praxis längere Standzeiten. Der Dauerdrucklöscher ist günstiger im Einkauf, reagiert jedoch empfindlich auf schleichenden Druckverlust — zeigt das Manometer außerhalb des grünen Bereichs an, ist der Weg zum Fachbetrieb unvermeidlich, und je nach Befund endet er in der Aussonderung. Bei einer Ausstattung, die über zwanzig Jahre betrieben werden soll, verschiebt sich der Vorteil regelmäßig zugunsten der Aufladebauart.

Entscheidungsbaum: instand setzen oder ersetzen

Wenn ein Gerät auffällig wird, führen fünf Kriterien nacheinander zur Entscheidung. Prüfen Sie sie in dieser Reihenfolge.

Erstens: Hat der Hersteller die maximale Nutzungsdauer bereits überschritten? Dann wird nicht mehr instand gesetzt, sondern ersetzt — unabhängig vom äußeren Zustand.

Zweitens: Ist der Behälter mechanisch beschädigt, verformt, durchgerostet oder war er einem Brand oder Sturz ausgesetzt? Dann Aussonderung; eine Druckbehälterschädigung ist von außen nicht zuverlässig zu bewerten.

Drittens: Handelt es sich um einen Dauerdrucklöscher mit Druckverlust? Dann entscheidet der Fachbetrieb nach dem Befund; kalkulieren Sie das Ergebnis vorsichtshalber als Ersatzbeschaffung.

Viertens: Steht ohnehin ein Löschmittelwechsel oder eine Behälterprüfung an, und liegt das Gerät im letzten Drittel seiner zulässigen Nutzungsdauer? Dann ist der Ersatz meist wirtschaftlicher als zwei kostenpflichtige Eingriffe an einem Gerät, das kurz darauf ausgemustert wird.

Fünftens: Passt das Gerät noch zur Brandlast des Standorts? Wer die Küche zwischenzeitlich mit einer Fritteuse ausgestattet hat, braucht dort einen Fettbrandlöscher der Klasse F nach DIN EN 2 und nicht das gepflegte Altgerät ohne F-Zulassung. Dann ist der Ersatz keine Kostenfrage, sondern eine Sicherheitsentscheidung.

Nebenkosten, die in Angeboten häufig fehlen

Die Montage tragbarer Löscher verursacht kaum Materialaufwand, wohl aber Randkosten, die selten im Angebot stehen: frostsichere Unterbringung in unbeheizten Garagen oder Nebengebäuden, Schutzschränke im Außenbereich, Kennzeichnungsschilder nach DIN EN ISO 7010 und gegebenenfalls eine zweite Halterung, wenn ein Gerät umgehängt werden soll. Kalkulieren Sie außerdem die Anfahrt: Ein Fachbetrieb, der alle zwei Jahre für vier Geräte anfährt, rechnet anders als einer, der eine Sammelprüfung in der Werkstatt anbietet.

Wer über die Jahre Geräte unterschiedlicher Hersteller ansammelt, zahlt zusätzlich: unterschiedliche Ersatzteile, unterschiedliche Intervalle für Behälterprüfung und Löschmittelwechsel und im Ergebnis mehr Termine. Eine einheitliche Bauart im ganzen Haus ist deshalb nicht nur eine Bedienerleichterung, sondern eine Kostenentscheidung.

Was Sie selbst leisten dürfen und wo der Aufwand extern anfällt

In Eigenleistung möglich sind Auswahl und Kauf, die Montage der Wandhalterungen, das Anbringen der Kennzeichnung und die regelmäßige Sichtkontrolle: Ist das Gerät am vorgesehenen Platz, unbeschädigt, unverstellt, ist die Sicherung unversehrt, liegt das Manometer im zulässigen Bereich, ist die Prüfplakette noch gültig? Diese Kontrolle kostet nichts außer Zeit und deckt einen erheblichen Teil der praxisrelevanten Mängel auf.

Nicht in Eigenleistung möglich ist alles, was das Gerät öffnet oder unter Druck betrifft: Instandhaltung nach DIN 14406-4, Behälterprüfung, Löschmittelwechsel, Instandsetzung nach Einsatz und die Beurteilung, ob ein Behälter weiterbetrieben werden darf. Ebenso wenig können Sie selbst feststellen, ob ein Treibmittelverlust auf eine undichte Armatur oder auf einen Materialfehler zurückgeht. Wer hier spart, kauft sich ein Gerät, das im Ernstfall nicht auslöst — und genau dieser Fall ist der einzige, für den die gesamte Kostenrechnung überhaupt aufgestellt wurde.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. DIN 14406-4:2009-09 – Tragbare Feuerlöscher – Teil 4: Instandhaltung (DIN Media)
  2. DIN EN 3-7:2007-10 – Tragbare Feuerlöscher – Teil 7: Eigenschaften, Leistungsanforderungen und Prüfungen (DIN Media)
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