Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung – Kosten kalkulieren: Gerät, Installation, Prüfung und Wartung

Eine Gesamtkostenrechnung über eine realistische Nutzungsdauer. Im Mittelpunkt: Geräte, Leitungswege, Montage, Prüfungen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Geräte, Leitungswege, Montage.
  • Der Beitrag liefert eine Gesamtkostenrechnung über eine realistische Nutzungsdauer.
  • Die Seite behandelt nur Budget und laufenden Aufwand.

Warum die Kostenfrage bei diesem Bauteil anders gestellt werden muss

Bei den meisten Schutzeinrichtungen lautet die Frage, wie viel der Einbau kostet. Bei Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen lautet sie zuerst, für welche Stromkreise sich der Einbau überhaupt lohnt. Der Grund ist das Preisverhältnis: Ein solches Gerät liegt deutlich über einem Leitungsschutzschalter und spürbar über einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung, während es zugleich mehr Platz im Verteiler beansprucht. Eine flächendeckende Ausstattung aller Endstromkreise ist deshalb selten die wirtschaftlich sinnvolle Antwort.

Die Kostenplanung folgt damit der Risikobewertung, die DIN VDE 0100-420 im Abschnitt 421.7 verlangt. Wer die Stromkreise nach Risiko ordnet, kann das Budget dort einsetzen, wo es die größte Wirkung entfaltet — typischerweise in Räumen mit Schlafnutzung, in Bauteilen aus brennbaren Baustoffen und in Stromkreisen mit vielen Kontaktstellen.

Die Kostenblöcke im Einzelnen

Der erste Block ist das Gerät. Es gibt drei Bauformen, die den Preis bestimmen: das reine Lichtbogenschutzgerät, das mit einem vorhandenen Leitungsschutzschalter kombiniert wird, die Ausführung mit integriertem Leitungsschutz und das Kombigerät, das Lichtbogen-, Fehlerstrom- und Leitungsschutz in einem Bauteil vereint. Die Kombiausführung ist im Einkauf am teuersten, spart aber Teilungseinheiten und Verdrahtungsaufwand.

Der zweite Block ist der Platz. Jedes Gerät belegt Teilungseinheiten, und ein Altverteiler ohne Reserve zwingt zur Erweiterung oder zum Austausch. Diese Position übersteigt die Gerätekosten regelmäßig um ein Mehrfaches und entscheidet darüber, ob ein Nachrüstprojekt klein oder groß wird.

Der dritte Block ist die Verdrahtung. Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen benötigen eine eindeutige Zuordnung von Außenleiter und Neutralleiter je Stromkreis. Sind Neutralleiter im Bestand auf einer gemeinsamen Schiene zusammengefasst, muss aufgetrennt werden, gegebenenfalls bis in die Abzweigdosen hinein. Der vierte Block ist die Prüfung mit Protokoll, die nach jeder Änderung ansteht.

Aufwandsübersicht über die Nutzungsdauer

Position Zeitpunkt Bezugsgröße Kostentreiber
Risikobewertung und Auswahl der Stromkreise vor Beauftragung je Anlage ungeklärte Nutzung, fehlende Bestandsunterlagen
Geräte einmalig je Stromkreis, nach Bauform Kombigerät statt Einzelgerät
Verteilerplatz einmalig Teilungseinheiten, ganze Reihen Verteiler ohne freie Reihe
Neutralleiter auftrennen und zuordnen einmalig je Stromkreis, je geöffneter Dose gebrückte Leiter in Wanddosen
Prüfung mit Messprotokoll nach jeder Änderung je Anlage und Gerät viele Einzelgeräte
Fehlersuche nach Auslösung ereignisabhängig Stundensatz fehlende Diagnoseanzeige, keine Stromkreisliste
Austausch eines Geräts bei Defekt oder nach Herstellerangabe je Gerät zuzüglich Anfahrt abgekündigte Baureihe, geänderte Bauform
Ersatz auslösender Verbraucher im Betrieb je Gerät ältere Geräte mit hohem Störanteil
Betätigung der Prüftaste im Herstellerintervall keine Kosten keine

Fehlauslösungen sind ein Betriebskostenrisiko

Der laufende Stromverbrauch dieser Geräte ist gering und spielt für das Budget keine Rolle. Wirtschaftlich relevant ist etwas anderes: Auslösungen ohne erkennbaren Anlass. Sie entstehen, wenn ein angeschlossener Verbraucher Signalmuster erzeugt, die den charakteristischen Merkmalen eines Störlichtbogens ähneln — Kollektormotoren in älteren Werkzeugen, bestimmte Dimmer, manche Vorschaltgeräte und einzelne Netzteile sind bekannte Kandidaten.

Jede solche Auslösung kostet entweder Ihre Zeit oder einen Serviceeinsatz. Zwei Gegenmaßnahmen senken das Risiko wirksam. Erstens die Stromkreisauswahl: Werkstatt und Hobbyraum sind selten die passenden Kandidaten. Zweitens Geräte mit Diagnoseanzeige, die nach einer Auslösung erkennen lassen, ob ein Lichtbogen, ein Fehlerstrom oder eine Überlast die Ursache war. Diese Anzeige spart bei jeder Störung eine komplette Ausschlussprüfung und rechtfertigt den Aufpreis in der Regel bereits beim ersten Ereignis.

Lebensdauer und Ersatzteilfrage

Es handelt sich um elektronische Bauteile mit begrenzter Lebensdauer, nicht um rein mechanische Schaltgeräte. Hersteller machen dazu Angaben in ihren Unterlagen, teils verbunden mit einer Empfehlung, das Gerät nach einer bestimmten Betriebsdauer auszutauschen. Fragen Sie diese Angabe vor dem Kauf ab und legen Sie sie zu den Anlagenunterlagen — sie gehört in die Lebenszykluskalkulation, weil sie einen zweiten Beschaffungsvorgang innerhalb der Nutzungsdauer der Anlage bedeutet.

Ein zweiter Punkt betrifft die Bauform. Produktzyklen sind bei elektronischen Reiheneinbaugeräten kürzer als bei klassischen Schutzschaltern. Wird eine Baureihe abgekündigt, kann ein Ersatzgerät andere Abmessungen oder eine andere Anschlussfolge haben. Eine Reserve von ein bis zwei Teilungseinheiten je Reihe ist deshalb keine Verschwendung, sondern Vorsorge.

Wann sich die Investition rechnen lässt und wann nicht

Eine belastbare Amortisationsrechnung gibt es hier nicht, weil der Nutzen in der Vermeidung eines seltenen, aber sehr großen Schadens liegt. Sinnvoll ist deshalb eine Schwellenbetrachtung. Für den Einbau sprechen: Schlafnutzung des Raums, brennbare Bauteile, eine Leitungsanlage mit vielen Klemmstellen und unbekannter Historie, Räume, die tagsüber unbeaufsichtigt bleiben, und ein Verteiler, der ohnehin umgebaut wird. Gegen den Einbau sprechen: ein voller Verteiler ohne anstehende Erneuerung, Stromkreise mit Verbrauchern, die als störanfällig bekannt sind, und Bereiche, in denen Feuchtigkeit und nicht der Kontaktfehler das führende Risiko ist.

Fällt die Entscheidung gegen den Einbau, ist das Geld an anderer Stelle gut angelegt: in der Erneuerung alter Leitungsabschnitte, in zusätzlichen fest installierten Steckdosen statt dauerhafter Mehrfachverteiler und in einer dokumentierten Anlagenprüfung.

Wo Sie sparen dürfen

Ihre Eigenleistung liegt vor und nach dem Termin. Sie können die Risikobewertung vorbereiten, indem Sie Raumnutzung, Bauweise und Alter der Leitungen zusammenstellen. Sie können den Verteiler zugänglich machen, Möbel rücken und nach den Arbeiten die Oberflächen wiederherstellen. Und Sie können die auslösungsanfälligen Verbraucher selbst identifizieren, indem Sie nach einem Ereignis systematisch Stecker ziehen.

Der Einbau bleibt ausgeschlossen. Arbeiten an der festen Anlage sind nach der Niederspannungsanschlussverordnung Installationsunternehmen vorbehalten, die im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers geführt werden, und ohne Prüfprotokoll nach den einschlägigen Errichtungsnormen fehlt der Nachweis, dass die Schutzwirkung tatsächlich besteht. Bei einem Bauteil, dessen einziger Zweck die Brandvermeidung ist, wäre gerade dieser Nachweis das Letzte, an dem gespart werden sollte.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. DKE – Normauslegung zu DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2022-06, Abschnitt 421.7 „Schutz gegen die Auswirkungen von Fehlerlichtbögen in Endstromkreisen“, Stand 26.06.2022
  2. DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2022-06 – Errichten von Niederspannungsanlagen, Teil 4-42: Schutz gegen thermische Auswirkungen (DKE im DIN und VDE)
  3. Niederspannungsanschlussverordnung § 13 – Elektrische Anlage (Bundesministerium der Justiz)
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