Steckdosen- und Schalterplanung – Kosten kalkulieren: Gerät, Installation, Prüfung und Wartung

Eine Gesamtkostenrechnung über eine realistische Nutzungsdauer. Im Mittelpunkt: Geräte, Leitungswege, Montage, Prüfungen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Geräte, Leitungswege, Montage.
  • Der Beitrag liefert eine Gesamtkostenrechnung über eine realistische Nutzungsdauer.
  • Die Seite behandelt nur Budget und laufenden Aufwand.

Der Preis entsteht an den Wänden, nicht an der Dose

Bei Steckdosen und Schaltern ist das Material der kleinste Posten. Preisbestimmend sind die Arbeiten, die nötig sind, um eine Leitung an ihren Zielpunkt zu bringen: Schlitze fräsen, Dosen bohren, Leitungen ziehen, verputzen, streichen. Deshalb kostet derselbe Auslass in einem Rohbau ohne Putz einen Bruchteil dessen, was er in einer bewohnten, tapezierten Wohnung kostet. Wer Angebote vergleicht, muss diese Trennung nachvollziehen können, sonst vergleicht er Materialpreise und übersieht den eigentlichen Aufwand.

Verlangen Sie daher Einheitspreise statt Pauschalen: Preis je Schalterstelle, je Steckdosenstelle, je Meter Leitung, je Meter Schlitz nach Wandart, je Bohrung, je Teilungseinheit im Verteiler. Mit dieser Struktur können Sie später Mengen ändern, ohne neu verhandeln zu müssen, und Sie erkennen sofort, wenn ein Angebot einzelne Leistungen gar nicht enthält.

Die vier Kostenblöcke einer Installation

Der erste Block ist die Verteilung: Stromkreisverteiler, Leitungsschutzschalter, Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, Klemmen, Beschriftung. Er wächst mit der Zahl der Stromkreise, nicht mit der Zahl der Dosen. Der zweite Block sind die Leitungswege. Hier zählen Meter und Wandaufbau: Eine Leitung in einer Gipskartonständerwand verlangt anderen Aufwand als dieselbe Leitung in Stahlbeton oder in einer Außenwand mit Dämmung. DIN 18015-3 gibt mit den Installationszonen den Regelweg vor; jede Abweichung davon ist eine Sonderlösung und wird gesondert kalkuliert.

Der dritte Block ist die Endmontage: Geräteeinsätze, Rahmen, Abdeckungen, Anschluss. Hier entscheidet die gewählte Schalterserie über einen erheblichen Teil der Materialkosten, ohne die Funktion zu verändern. Der vierte Block sind die Nebenarbeiten: Putz, Malerarbeiten, Bodenbelag, Möbel rücken, Staubschutz, Entsorgung. Genau dieser Block fehlt in günstigen Angeboten am häufigsten und wird später nach Aufwand abgerechnet.

Positionen, die Angebote regelmäßig auslassen

Prüfen Sie jedes Angebot gezielt auf sieben Leerstellen: Wiederherstellung von Putz und Anstrich, Staubschutz und Abdeckung von Möbeln, Anpassung des Verteilers an die neue Stromkreiszahl, Nachrüstung von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, Erstellung der Stromkreisliste und Beschriftung, Prüfung nach DIN VDE 0100-600 mit Prüfbericht sowie Anfahrt und zweiter Termin für die Endmontage. Fehlt eine dieser Positionen, ist die Endsumme nicht niedriger, sondern nur unvollständig.

Ein zweiter Prüfpunkt betrifft den Bestand. Wird eine Anlage erweitert, greift bei den geänderten Teilen der aktuelle Stand der Technik. Fordert die Erweiterung eines Steckdosenstromkreises den zusätzlichen Schutz nach DIN VDE 0100-410, ist die entsprechende Schutzeinrichtung Teil des Projekts und keine Zusatzoption. Ein Angebot, das diesen Punkt nicht anspricht, hat den Bestand nicht angesehen.

Aufwandsmatrix über eine realistische Nutzungsdauer

Elektroinstallationen in Wohngebäuden werden über Jahrzehnte betrieben. Die folgende Matrix ordnet die Positionen nach ihrem zeitlichen Anfall statt nach Gewerken.

Position Anfall Bezugsgröße für das Angebot Was den Aufwand vervielfacht
Verteiler und Schutzeinrichtungen einmalig, Erneuerung nach mehreren Jahrzehnten Teilungseinheiten, Anzahl Stromkreise zu kleines Gehäuse, kein freier Platz
Leitungswege einmalig, Lebensdauer wie das Gebäude Meter je Wandart, Anzahl Bohrungen Stahlbeton, Fliesenspiegel, bewohnter Zustand
Geräteeinsätze und Abdeckungen Austausch bei Defekt oder Umgestaltung Stück je Schalterstelle abgekündigte Serie ohne Nachkaufmöglichkeit
Putz-, Maler- und Bodenarbeiten einmalig je Eingriff Quadratmeter, Raumzahl jede spätere Nachrüstung außerhalb der Zonen
Prüfung mit Bericht bei Errichtung und nach jeder Änderung je Anlage und Stromkreis fehlende Bestandsunterlagen
Wiederkehrende Kontrolle freiwillig, in mehrjährigem Abstand je Anlage Vermietung, Versicherungsauflage, Anlagenalter
Störungssuche ereignisabhängig Stundensatz fehlende oder falsche Stromkreisliste

Warum Vorrüsten fast immer billiger ist als Nachrüsten

Die teuerste Steckdose ist die, die zwei Jahre nach dem Einzug gesetzt wird. Sie verursacht Anfahrt, Schlitz, Dose, Leitung, Putz, Anstrich und Möbelbewegung — Arbeiten, die im Rohbau nahezu vollständig entfallen wären. Ein Leerrohr zur Garage, zum Dachboden und zum Hausanschlussraum kostet im Rohbau wenige Meter Rohr; dieselbe Verbindung nachträglich herzustellen bedeutet Erdarbeiten oder eine Aufputzführung durch bewohnte Räume.

Daraus folgt eine einfache Budgetregel: Sparen Sie eher an der Schalterserie als an der Zahl der Stromkreise, und eher an Komfortfunktionen als an Leerrohren und Verteilerplatz. Die Serie lässt sich in zehn Jahren tauschen, ohne eine Wand zu öffnen. Ein fehlender Stromkreis lässt sich das nicht.

Laufender Aufwand im Betrieb

Steckdosen und Schalter selbst verbrauchen keine Energie. Ins Gewicht fallen jedoch drei Dauerposten. Erstens Geräte mit ständiger Bereitschaft, die an schaltbaren Steckdosen oder über einen zentral abschaltbaren Stromkreis vom Netz getrennt werden können. Zweitens elektronische Einsätze wie Dimmer, Bewegungsmelder oder Funkempfänger, die dauerhaft eine geringe Leistung ziehen und deren Lebensdauer unter der klassischer Schalter liegt. Drittens die Ersatzteilversorgung: Wird eine Schalterserie abgekündigt, ist der Austausch eines einzelnen defekten Einsatzes nicht mehr möglich, und es steht ein Wechsel aller Abdeckungen eines Raums an. Legen Sie deshalb beim Kauf zwei bis drei Reserveeinsätze und Rahmen zurück.

Wo Sie sparen dürfen und wo die Rechtslage Grenzen setzt

Eigenleistung senkt Kosten nur dort, wo sie zulässig ist. Erlaubt sind Vorbereitung und Nacharbeit ohne Eingriff in die Anlage: Möbel räumen, Böden abdecken, Baustoffe entsorgen, nach der Montage tapezieren und streichen, Beschriftungen auf die Verteilerabdeckung kleben. Auch das Ziehen von Leitungen in bereits vorhandene Leerrohre wird gelegentlich angeboten — das ist mit dem ausführenden Betrieb vorher zu klären und in der Regel nur unter dessen Aufsicht sinnvoll, weil er für das Ergebnis einstehen muss.

Nicht verhandelbar ist die Ausführung. Nach der Niederspannungsanschlussverordnung dürfen Errichtung, Erweiterung, Änderung und Instandsetzung der Anlage nur einem Installationsunternehmen übertragen werden, das im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers geführt wird. Wer daran spart, verliert im Schadensfall den Nachweis fachgerechter Ausführung — und damit unter Umständen den Versicherungsschutz, der gerade bei Bränden mit elektrischer Ursache die weitaus größere Summe betrifft als die eingesparten Montagestunden.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. DIN 18015-2:2021-10 – Elektrische Anlagen in Wohngebäuden, Teil 2: Art und Umfang der Mindestausstattung (DIN Media)
  2. DIN 18015-3:2016-09 – Elektrische Anlagen in Wohngebäuden, Teil 3: Leitungsführung und Anordnung der Betriebsmittel (DIN Media)
  3. Niederspannungsanschlussverordnung § 13 – Elektrische Anlage (Bundesministerium der Justiz)
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