Wärmepumpe war 2025 erstmals die meistverbreitete Heizungsart

Die Wärmepumpe wurde 2025 laut IW erstmals häufiger eingebaut als jede andere Heizungsart. Für Eigentümer wird sie damit vom Sonderfall zum Marktstandard.

Außeneinheit einer Luft-Wärmepumpe im Schnee auf einem Grundstück
Außeneinheit einer Luft-Wärmepumpe im Schnee auf einem GrundstückFoto: Wikideas1 / Wikimedia Commons, bearbeitet (Zuschnitt)CC0 1.0

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Jahr 2025 wurden Wärmepumpen laut Institut der deutschen Wirtschaft erstmals häufiger eingebaut als jede andere Heizungsart.
  • Damit löst die Wärmepumpe die lange führende Gasheizung an der Spitze des Marktes ab.
  • Eigentümer sollten trotz des Marktwechsels weiterhin Gebäude, Heizflächen, Stromkosten und Förderung individuell prüfen.

Die Wärmepumpe hat 2025 erstmals Platz eins unter den neu eingebauten Heizungsarten erreicht. Das geht aus Zahlen hervor, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am 15. Juli 2026 veröffentlicht hat. Demnach wurde keine andere Heizungsart im vergangenen Jahr häufiger installiert. Nach Jahren, in denen die Gasheizung den Markt bestimmte, ist das ein deutlicher Einschnitt.

Die Kernaussage der IW-Auswertung ist damit weniger eine Momentaufnahme einzelner Projekte als ein Wechsel an der Spitze: Die Wärmepumpe ist vom vergleichsweise jungen System zur am häufigsten gewählten Heizungsart aufgestiegen. Für Eigentümer heißt das allerdings nicht, dass sie nun für jedes Gebäude automatisch die richtige Lösung ist.

Die Gasheizung verliert ihre langjährige Führungsrolle

Über viele Jahre war Erdgas im deutschen Heizungsmarkt die naheliegende Wahl. Ein dichtes Gasnetz, vergleichsweise niedrige Anschaffungskosten und die Routine vieler Fachbetriebe stützten diese Position. Auch bei Modernisierungen wurde eine alte Gastherme oft wieder durch ein ähnliches Gerät ersetzt. Planung und Einbau waren bekannt, größere Anpassungen am Gebäude schienen häufig entbehrlich.

Diese Ausgangslage hat sich schrittweise verändert. Steigende Anforderungen an den Klimaschutz, unsichere Gaspreise und die politische Ausrichtung auf erneuerbare Wärme erhöhten den Druck auf fossile Heizsysteme. Gleichzeitig wurden Wärmepumpen technisch weiterentwickelt und durch Zuschüsse attraktiver. Fachbetriebe sammelten mehr Erfahrung, Hersteller bauten ihre Angebote aus und Eigentümer konnten auf eine wachsende Zahl realisierter Anlagen zurückgreifen.

Der erste Platz im Einbaujahr 2025 zeigt, dass diese Entwicklung den Massenmarkt erreicht hat. Die Wärmepumpe ist nicht mehr nur eine typische Heizung für besonders effiziente Neubauten. Sie wird zunehmend auch beim Austausch alter Anlagen im Bestand geprüft und eingesetzt.

Mainstream bedeutet bessere Vergleichbarkeit

Für Hausbesitzer bringt die breitere Verbreitung praktische Vorteile. Es gibt mehr Gerätemodelle, mehr dokumentierte Betriebserfahrungen und mehr Fachbetriebe, die Anlagen auslegen und installieren. Angebote lassen sich dadurch grundsätzlich besser vergleichen als in einer frühen Marktphase.

Trotzdem bleibt die Qualität der Planung entscheidend. Eine Wärmepumpe arbeitet besonders effizient, wenn sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommt. Dafür müssen Heizflächen, Dämmstandard und hydraulische Einstellung zusammenpassen. Eine Fußbodenheizung ist hilfreich, aber nicht zwingend. Auch ausreichend dimensionierte Heizkörper können geeignet sein. Klarheit schafft eine Heizlastberechnung und ein Test, ob das Gebäude an kalten Tagen mit abgesenkter Vorlauftemperatur warm bleibt.

Ebenso wichtig ist die wirtschaftliche Rechnung. Anschaffungskosten allein reichen nicht. Strompreis, erwartete Jahresarbeitszahl, Wartung, mögliche Netzentgelte und die verbleibende Lebensdauer der Anlage bestimmen die tatsächlichen Kosten über viele Jahre. Mit dem Rechner für Wärmepumpen-Betriebskosten können Sie verschiedene Annahmen durchspielen; der Heizkostenvergleich ordnet die Ergebnisse gegenüber anderen Systemen ein.

Die Förderung wird zum unsicheren Teil der Kalkulation

Der Markterfolg fällt in eine Phase, in der die staatliche Unterstützung voraussichtlich sinkt. Nach den angekündigten Kürzungen im Klima- und Transformationsfonds sollen auch Mittel für Wärmepumpen reduziert werden. Für Vorhaben, die nur mit einem sehr hohen Zuschuss finanzierbar sind, kann das die Rechnung spürbar verändern.

Die KfW weist bei ihrer Heizungsförderung zugleich darauf hin, dass bereits zugesagte Anträge von der angekündigten Umstellung nicht betroffen sind. Für neue Anträge zählen dagegen die Bedingungen, die am Tag der Antragstellung gelten. Politische Ankündigungen, ein Handwerkerangebot oder eine unverbindliche Förderberechnung sichern noch keinen Zuschuss.

Eigentümer sollten deshalb zwei Fehler vermeiden: Ein technisch ungeklärtes Vorhaben nur wegen einer Frist zu überstürzen, ist ebenso riskant wie eine fertige Planung monatelang liegen zu lassen und fest mit heutigen Fördersätzen zu rechnen. Die Förderzusage gehört vor der Beauftragung geprüft; der Vertrag muss die Vorgaben des jeweiligen Programms erfüllen.

Der Trend bleibt auch bei geringeren Zuschüssen bestehen

Eine niedrigere Förderung kann den Absatz vorübergehend bremsen. Der strukturelle Wandel dürfte dadurch aber nicht vollständig zurückgedreht werden. Die Wärmepumpe hat inzwischen eine breite Marktposition, während fossile Heizungen stärker von Brennstoffpreisen, CO₂-Kosten und langfristigen regulatorischen Vorgaben abhängen.

Der erste Platz des Jahres 2025 ist daher ein Signal, keine Kaufempfehlung für jedes Haus. Wenn ein Heizungstausch ansteht, sollten Sie jetzt Heizlast, erforderliche Vorlauftemperatur und elektrische Anschlussbedingungen erfassen lassen. Holen Sie anschließend vergleichbare Angebote mit ausgewiesener Geräteleistung, erwarteter Effizienz und allen nötigen Umfeldarbeiten ein. So bleibt die Entscheidung belastbar, selbst wenn sich der Zuschuss kurzfristig ändert.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. IW Köln – Wärmepumpe 2025
  2. DER SPIEGEL – Neue IW-Zahlen, 15. Juli 2026
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