Wärmepumpe kaufen: Was sie im Einfamilienhaus kostet und was nach der Förderung bleibt

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Einfamilienhaus meist 20.000 bis 35.000 Euro samt Einbau. Die KfW bezuschusst höchstens 28.000 Euro davon mit 30 bis 80 Prozent. Kostenblöcke, Stromkosten nach Jahresarbeitszahl und die Prüfpunkte vor dem Kauf.

Nahaufnahme eines Wärmepumpen-Außengeräts mit schwarzem Ventilatorgitter und Schnee am seitlichen Gitter neben einer Ziegelwand
Nahaufnahme eines Wärmepumpen-Außengeräts mit schwarzem Ventilatorgitter und Schnee am seitlichen Gitter neben einer ZiegelwandFoto: PeterEastern / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; Ausschnitt, WebP-Konvertierung; SymbolfotoCC BY-SA 4.0

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Einfamilienhaus 2026 meist 20.000 bis 35.000 Euro einschließlich Einbau; Erdwärme liegt wegen der Bohrung darüber.
  • Die KfW berücksichtigt höchstens 28.000 Euro und zahlt darauf 30 Prozent Grundförderung, Selbstnutzer mit Bonus bis 80 Prozent; ab dem 1. Februar 2027 sinken Obergrenze und Klimageschwindigkeitsbonus halbjährlich.
  • Bei 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf und der im Feldtest gemessenen Jahresarbeitszahl von 3,4 braucht die Anlage rund 5.900 Kilowattstunden Strom, bei 25 Cent etwa 1.470 Euro im Jahr.
  • Vergleichbar werden Angebote nur mit raumweiser Heizlast nach DIN EN 12831, Schallnachweis nach TA Lärm und ausgewiesenen Nebenarbeiten.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Einfamilienhaus 2026 nach Marktübersichten meist 20.000 bis 35.000 Euro einschließlich Einbau. Der ADAC nennt für Wärmepumpen insgesamt 20.000 bis 50.000 Euro, weil Erdsonden und Brunnen die Rechnung um die Erschließung erhöhen. Die KfW bezuschusst davon höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten mit 30 Prozent Grundförderung; wer selbst im Haus wohnt und eine alte Öl- oder Gasheizung ersetzt, kommt mit dem Klimageschwindigkeitsbonus auf 46 Prozent, mit Einkommensbonus auf höchstens 80 Prozent.

Projekt Luft-Wasser-Wärmepumpe Rechnung Förderfähig Fördersatz Zuschuss Eigenanteil
Vermietetes Haus, nur Grundförderung 32.000 € 28.000 € 30 % 8.400 € 23.600 €
Selbst genutzt, Ölkessel wird ersetzt 32.000 € 28.000 € 46 % 12.880 € 19.120 €
Selbst genutzt, alle Boni, Deckel greift 32.000 € 28.000 € 80 % 22.400 € 9.600 €

Die Rechnung von 32.000 Euro ist eine Modellannahme, die Fördersätze und die Obergrenze stehen in den KfW-Konditionen für das Programm 458. Für Anträge ab dem 1. Februar 2027 sinkt die Obergrenze für die erste Wohneinheit halbjährlich um 750 Euro, der Klimageschwindigkeitsbonus halbjährlich um 4 Prozentpunkte; ab dem 1. August 2028 entfällt er. Zusätzlich sieht die Förderrichtlinie ab dem ersten Quartal 2027 einen Wertschöpfungsbonus vor: Die Grundförderung für Wärmepumpen sinkt dann auf 15 Prozent, in der EU gefertigte Geräte erhalten 15 Prozent Bonus. Wer 2026 entscheidet, sichert sich die heutigen Konditionen also nur mit einem Antrag vor dem 1. Februar 2027; was sich am 21. Juli 2026 geändert hat, steht im Beitrag zu den BEG-Kürzungen. Die Einzelheiten zu Boni, Antragsreihenfolge und Einkommensgrenzen stehen im Ratgeber zur Wärmepumpen-Förderung 2026.

Woraus sich die Rechnung zusammensetzt

Ein Angebot, das nur das Gerät beziffert, ist kein Preis für die neue Heizung. Die folgenden Blöcke gehören in jedes Angebot, entweder mit Betrag oder ausdrücklich als „nicht enthalten“:

Kostenblock Modellansatz Worauf es ankommt
Wärmepumpe, Regelung, Warmwasserspeicher 18.000 € Heizleistung am Auslegungspunkt, nicht die Nennleistung bei plus 7 Grad
Montage, hydraulische Einbindung, hydraulischer Abgleich 6.500 € Abgleich ist Fördervoraussetzung der KfW
Elektroanschluss, Zählerplatz, Steuerbox 2.500 € Alte Zählerschränke ohne Platz für eine Steuereinrichtung treiben den Posten
Fundament, Kondensatablauf, Kernbohrungen 1.500 € Frostfreie Ableitung des Kondensats
Austausch einzelner Heizkörper 2.000 € Nur Räume, die bei 55 Grad Vorlauf nicht warm werden
Demontage und Entsorgung Altanlage 1.000 € Voraussetzung für den Klimageschwindigkeitsbonus
Heizlastberechnung, Inbetriebnahme, Einweisung 500 € Raumweise nach DIN EN 12831-1
Summe Modellprojekt 32.000 €

Die Beträge sind ein Rechenmodell, kein Marktpreis für Ihr Haus. Sie zeigen, wo ein günstiges Angebot die Differenz versteckt: Steht beim Elektroanschluss „bauseits“, fehlen schnell 2.000 bis 3.000 Euro. Die Montage allein liegt nach Anbieterangaben zwischen 3.000 und 12.000 Euro, je nach Leitungsweg und Schallschutz.

Was der Betrieb im Jahr kostet

Die Stromrechnung hängt an der Jahresarbeitszahl (JAZ), also dem Verhältnis von erzeugter Wärme zu verbrauchtem Strom. Das Fraunhofer ISE hat in einem Feldtest 77 Anlagen in Bestandsgebäuden gemessen. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel eine JAZ von 3,4, die schwächste 2,6, die beste 4,9; Erdwärmepumpen kamen im Mittel auf 4,3. Einen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz fanden die Forscher nicht.

Für ein Haus mit 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf im Jahr (Heizung und Warmwasser) ergibt das bei einem Wärmepumpentarif von 25 Cent je Kilowattstunde:

Anlage JAZ Strombedarf im Jahr Stromkosten bei 25 ct/kWh
Luft-Wasser, schwächste Anlage im Feldtest 2,6 7.692 kWh 1.923 €
Luft-Wasser, Mittelwert Feldtest 3,4 5.882 kWh 1.471 €
Luft-Wasser, beste Anlage im Feldtest 4,9 4.082 kWh 1.020 €
Erdwärme, Mittelwert Feldtest 4,3 4.651 kWh 1.163 €

Zwischen schwacher und guter Luft-Wasser-Anlage liegen im selben Haus rund 900 Euro im Jahr. Den Unterschied machen Vorlauftemperatur, Heizkurve und ein Heizstab, der nicht unbemerkt mitläuft. Wer zusätzlich einen dynamischen Tarif nutzt, kann einen Teil des Verbrauchs in günstige Stunden schieben; was das bringt, rechnet der Beitrag zur strompreisbasierten Gerätesteuerung vor. Ihre eigenen Zahlen setzen Sie in den Wärmepumpen-Rechner ein.

Eignung prüfen, bevor Sie Angebote einholen

Ein unsaniertes Haus schließt die Wärmepumpe nicht aus. Entscheidend ist, welche Vorlauftemperatur die Räume an kalten Tagen brauchen. Ein einfacher Test: Stellen Sie die bestehende Heizung im Winter auf höchstens 55 Grad Vorlauf und notieren Sie, welche Räume kühl bleiben. Das ersetzt keine raumweise Heizlastberechnung, zeigt aber, ob Sie zwei Heizkörper tauschen müssen oder die halbe Wohnung.

Prüffrage Gutes Zeichen Klärungsbedarf
Werden alle Räume bei 55 Grad Vorlauf warm? Ja, auch bei Frost Einzelne Räume bleiben unter 20 Grad
Liegt eine Heizlast nach DIN EN 12831-1 vor? Raumweise berechnet, Teil des Angebots Auslegung nach altem Kessel oder Wohnfläche
Ist der Aufstellort schalltechnisch geprüft? Nachweis gegen die Richtwerte der TA Lärm Gerät steht „wo Platz ist“
Sind Elektroarbeiten beziffert? Zählerplatz und Steuerbox enthalten „Elektro bauseits“ ohne Betrag
Ist die Altanlage funktionsfähig? Ja, Bonus möglich Bei Defekt Bonusbedingungen vorab klären

Beim Schall zählt der Pegel am Fenster des Nachbarn. Die TA Lärm setzt nachts (22 bis 6 Uhr) im reinen Wohngebiet 35 dB(A), im allgemeinen Wohngebiet 40 dB(A) als Immissionsrichtwert. Ein Außengerät mit hohem Schallleistungspegel kann an einer engen Grundstücksgrenze daran scheitern, auch wenn es im Datenblatt gut aussieht. Abstände und Abhilfen stehen im Beitrag zum Schallschutz am Wärmepumpen-Aufstellort.

Angebote vergleichbar machen

Schicken Sie allen Betrieben dieselbe Anfrage: Heizlast, gewünschte Wärmequelle, Warmwasserbedarf, Liste der Heizkörper, Aufstellort und gewünschte Nebenarbeiten. Prüfen Sie dann jedes Angebot auf diese Angaben:

  1. Fabrikat und Typ, Heizleistung und Leistungsaufnahme bei der Normaußentemperatur Ihres Standorts.
  2. Geplante Vorlauftemperatur und daraus erwartete Jahresarbeitszahl, mit Rechenweg.
  3. Schallleistungspegel und vorgesehener Nachtbetrieb mit Pegel am Immissionsort.
  4. Größe und Zweck von Puffer- und Warmwasserspeicher.
  5. Regelstrategie für den Heizstab.
  6. Wärmemengen- und Stromzähler, damit die JAZ nach dem ersten Winter messbar ist.
  7. Alle Nebenarbeiten mit Betrag, ausdrücklich ohne „nach Aufwand“.

Die Wärmepumpen-Angebotscheckliste enthält dieselben Punkte zum Abhaken.

Reihenfolge bis zum Einbau

  1. Verbrauch der letzten drei Jahre und Gebäudedaten zusammenstellen.
  2. Heizlast raumweise berechnen lassen und den 55-Grad-Test machen.
  3. Mindestens zwei Angebote auf derselben Grundlage einholen.
  4. Liefer- und Leistungsvertrag mit einer Bedingung für die Förderzusage abschließen, erst dann den KfW-Antrag stellen.
  5. Nach der Zusage einbauen, hydraulischen Abgleich dokumentieren, nach dem ersten Winter die JAZ aus den Zählern ablesen.

Häufige Fragen

Muss der Altbau zuerst gedämmt werden?

Nein. Der Fraunhofer-Feldtest fand keinen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz. Entscheidend sind Vorlauftemperatur und Heizflächen. Dämmung senkt Heizlast und Stromverbrauch, ist aber keine Voraussetzung.

Reicht die Leistung des alten Kessels als Maßstab?

Nein. Alte Kessel sind häufig deutlich größer als die tatsächliche Heizlast. Eine zu große Wärmepumpe taktet häufiger und arbeitet weniger effizient.

Braucht jede Wärmepumpe einen großen Pufferspeicher?

Nein. Ob und wie groß ein Puffer sein muss, hängt von Mindestvolumenstrom, Heizkreisen und Abtauung ab. Ein pauschal großer Speicher kostet Platz und verursacht Wärmeverluste.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. KfW – Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (458), Konditionen Stand Oktober 2026
  2. Fraunhofer ISE – Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich, Feldtest mit 77 Anlagen (Pressemitteilung 2025)
  3. ADAC – Wärmepumpe kaufen: Kosten und Stromverbrauch (Stand Sommer 2026)
  4. Aroundhome – Wärmepumpe: Preise und Kostenübersicht 2026
  5. Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm), Nr. 6.1 Immissionsrichtwerte
  6. Verbraucherzentrale – Wärmepumpe: Kosten, Förderung und Installation
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