Heizspiegel 2026: Bis zu 885 Euro Unterschied im Einfamilienhaus
Für ein 130-m²-Einfamilienhaus nennt der Heizspiegel 2026 rund 1.260 Euro mit Wärmepumpe und 2.145 Euro mit Öl für das Abrechnungsjahr 2025. So vergleichen Sie Ihre Kosten, ohne Prognosen mit Rechnungen zu verwechseln.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Orientierungswerte für ein 130-m²-Einfamilienhaus reichen 2025 von 1.260 Euro mit Wärmepumpe bis 2.145 Euro mit Heizöl.
- Die Jahreskosten für 2026 sind eine Prognose vom 22. September, keine abgeschlossene Abrechnung.
- Der Vergleich erfasst keine vollständigen Anschaffungs- und Betriebskosten und beweist keine Ersparnis beim Heizungstausch.
- Für die eigene Prüfung sollten Eigentümer Energiekosten und Verbrauch getrennt betrachten.
885 Euro liegen zwischen Wärmepumpe und Ölheizung in den Orientierungswerten des Heizspiegels 2026 für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern. Gemeint ist das Abrechnungsjahr 2025. Die am 22. September von co2online veröffentlichten Werte helfen beim Kostenvergleich, sind aber kein Nachweis dafür, dass ein Heizungstausch in Ihrem Haus genau diesen Betrag spart.
Was das Heizen im 130-m²-Haus kostet
| Heizsystem | Abrechnungsjahr 2025 | Prognose für 2026 |
|---|---|---|
| Wärmepumpe | 1.260 € | 1.300 € |
| Holzpellets | 1.415 € | 1.740 € |
| Erdgas | 2.040 € | 1.930 € |
| Fernwärme | 2.040 € | 2.055 € |
| Heizöl | 2.145 € | 2.745 € |
Quelle: co2online, Heizspiegel 2026 vom 22. September. Die zweite Spalte beschreibt das vergangene Abrechnungsjahr; die dritte ist eine Schätzung für das laufende Kalenderjahr. Sie ist keine Vorhersage allein für den Winter 2026/27.
Beim Öl beträgt der prognostizierte Aufschlag gegenüber 2025 rechnerisch 600 Euro, bei Pellets 325 Euro. Das entspricht monatlich 50 beziehungsweise rund 27 Euro, wenn man die Differenz für die eigene Budgetplanung durch zwölf teilt. Die Verteilung über das Jahr ist eine Rechenhilfe, kein tatsächlicher monatlicher Zahlungsplan.
Erst gleiche Kostenbestandteile vergleichen
Nach der Methodik von co2online beruhen die Vergleichswerte auf Verbrauchsdaten zentral beheizter Wohngebäude und Energiepreisen. Sie umfassen Raumwärme und Warmwasser. Heiznebenkosten werden für Mehrfamilienhäuser berücksichtigt, für Einfamilienhäuser dagegen nicht.
Rechnen Sie deshalb nicht Ihre komplette Jahressumme einschließlich Wartung und Reparaturen gegen die Tabelle. Trennen Sie die Energiekosten von solchen Zusatzposten. Wird das Warmwasser separat mit einem Durchlauferhitzer erzeugt, ist die reine Heizungsrechnung ebenfalls nicht unmittelbar vergleichbar; der Heizspiegel sieht dafür eigene Zuschläge vor.
Ein ungewöhnlich hoher Eurobetrag sagt noch nicht, wo das Problem liegt. Ein teurer Tarif kann die Rechnung erhöhen, obwohl der Verbrauch unauffällig ist. Viel Wärmebedarf kann umgekehrt selbst bei günstigen Energiepreisen teuer werden. Prüfen Sie daher auch die verbrauchten Kilowattstunden und die passende Gebäudegrößenklasse im Heizspiegel oder im HeizCheck.
Rechenbeispiel: 2.500 Euro Gasrechnung richtig einordnen
Angenommen, ein 130-m²-Haus hat 2025 2.500 Euro reine Gasenergiekosten verursacht. Das ist ein fiktives Beispiel, keine ausgewertete Leserrechnung.
- Eigener Flächenwert: 2.500 € ÷ 130 m² = 19,23 €/m².
- Orientierung aus der Tabelle: 2.040 € ÷ 130 m² = 15,69 €/m².
- Abstand: 2.500 € − 2.040 € = 460 €, also rund 22,5 Prozent über dem Orientierungsbetrag.
Für diese Rechnung wird dieselbe Fläche und dasselbe Abrechnungsjahr unterstellt. Die Eurobeträge sind auf volle Euro, die Flächenwerte auf zwei Dezimalstellen und der Prozentabstand auf eine Dezimalstelle gerundet.
Die 460 Euro sind kein belegtes Sparpotenzial. Sie sind ein Anlass, die Rechnung aufzuteilen: Hat sich der Preis pro Kilowattstunde erhöht, der Verbrauch oder beides? Veränderte Bewohnerzahl und Warmwassernutzung gehören ebenfalls in diesen Vergleich. Erst danach lässt sich entscheiden, ob Tarifprüfung, eine niedrigere Heizkurve oder eine Untersuchung des Gebäudes der passende nächste Schritt ist.
Warum 885 Euro keine Kaufempfehlung sind
Der Heizspiegel ist ausdrücklich kein Vollkostenvergleich. Einbau, Finanzierung und weitere Kosten einer neuen Anlage stehen nicht in diesen Jahreswerten. Die verglichenen Gebäude sind auch nicht dasselbe Haus mit fünf nacheinander getesteten Heizungen.
Für eine Investitionsentscheidung benötigen Sie deshalb eine eigene Rechnung mit Ihrem Wärmebedarf, realen Angeboten und erwarteter Effizienz. Der Wärmepumpen-Check für den Altbau hilft bei den Gebäudedaten; die Jahresarbeitszahl erklärt, welche Effizienzannahme hinter den Stromkosten steht.
Wer seine Kosten jetzt prüfen will, legt die Energieabrechnung für 2025, die beheizte Wohnfläche und die Angaben zur Warmwasserbereitung nebeneinander. Für die Planung 2026 kommt der eigene aktuelle Tarif dazu. So bleibt klar, welche Zahl bereits abgerechnet ist und welche nur eine Erwartung.

















