Tag des Einbruchschutzes: Was Sie vor der dunklen Jahreszeit prüfen sollten
Am 25. Oktober ist Tag des Einbruchschutzes. Die Polizei empfiehlt zuerst gesicherte Fenster und Türen, dann ergänzende Alarmtechnik. Was die Fallzahlen aussagen und was Sie jetzt prüfen können.

Das Wichtigste in Kürze
- Der bundesweite Tag des Einbruchschutzes fällt 2026 auf den 25. Oktober, den Sonntag der Zeitumstellung.
- Die PKS zählt für 2025 insgesamt 82.920 Wohnungseinbrüche einschließlich Versuchen, 5,7 Prozent mehr als 2024.
- Mechanisch gesicherte Fenster und Türen bilden laut Polizei die Basis; Alarmanlagen ergänzen sie.
- KfW 159 ist ein rückzahlbarer Kredit für geeignete Maßnahmen, kein Zuschuss.
Prüfen Sie zuerst, ob Sie Ihre Fenster, Terrassentüren und Haustür zuverlässig schließen und gegen Aufbrechen sichern können. Eine Alarmanlage ist laut Polizei eine Ergänzung, kein Ersatz für mechanischen Schutz. Anlass ist der bundesweite Tag des Einbruchschutzes am morgigen Sonntag, 25. Oktober 2026. Zur Zeitumstellung wirbt die Polizei für kostenlose, neutrale Beratung. Eine neue allgemeine Nachrüstpflicht wird mit der Aktion nicht angekündigt.
Mehr Einbrüche, aber keine Risikoprognose für Ihr Haus
Die Polizeiliche Kriminalstatistik, kurz PKS, erfasste 2025 bundesweit 82.920 Wohnungseinbrüche einschließlich der Versuche. Das sind nach eigener Rechnung 4.484 Fälle beziehungsweise 5,7 Prozent mehr als 2024. Gegenüber 2019 liegt die Zahl weiterhin niedriger.
| Erfasstes Jahr | Wohnungseinbrüche einschließlich Versuchen | Einordnung |
|---|---|---|
| 2019 | 87.145 | Vergleich vor der Pandemie |
| 2024 | 78.436 | Vorjahreswert |
| 2025 | 82.920 | 5,7 Prozent mehr als 2024, 4,8 Prozent weniger als 2019 |
Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention auf Basis der bundesweiten PKS. Prozentveränderungen: eigene Rechnung aus den Fallzahlen, jeweils Differenz geteilt durch den Vergleichswert; auf eine Nachkommastelle gerundet. Es handelt sich nicht um Fallzahlen für 2026.
Die Zahlen begründen Aufmerksamkeit, aber keine persönliche Wahrscheinlichkeit. Aus einem bundesweiten Anstieg um 5,7 Prozent folgt nicht, dass Ihr eigenes Haus um genau diesen Prozentsatz gefährdeter ist. Dafür enthält dieser Vergleich weder die örtliche Lage noch die Zugänglichkeit und Sicherung Ihres Gebäudes.
Auch die oft genannte Zahl gescheiterter Einbrüche braucht eine Grenze: 44,9 Prozent der registrierten Fälle blieben 2025 im Versuchsstadium. Das ist keine Erfolgsquote eines bestimmten Schlosses oder einer Alarmanlage. Aus der Gesamtzahl lässt sich nicht herausrechnen, welches einzelne Produkt einen Versuch gestoppt hat.
Warum die Polizei jetzt warnt und nicht nur vor nächtlichen Einbrüchen
Die Zeitumstellung und der Aktionstag bringen das Thema am Wochenende in die Nachrichten. In ihrer Mitteilung vom 20. Oktober stellen Polizei und KfW besonders gefährdete Zugänge heraus: Eingangstüren, Fenster und Terrassentüren. Ihre Empfehlung lautet, mechanische Sicherungen sinnvoll aufeinander abzustimmen und fachgerecht einbauen zu lassen.
Nur an die Nacht zu denken, greift zu kurz. Laut Polizeilicher Kriminalprävention werden Einbrüche häufig auch während der Arbeits-, Schul- oder Einkaufszeit sowie am frühen Abend begangen. Für 2025 nennt sie 31.332 erfasste Tageswohnungseinbrüche, entsprechend 37,8 Prozent aller Wohnungseinbrüche. Bei längerer Abwesenheit lässt sich die genaue Tatzeit zudem nicht immer feststellen.
Für Eigentümer heißt das: Prüfen Sie Ihre üblichen Abwesenheiten und alle erreichbaren Zugänge, statt allein eine nächtliche Beleuchtung zum Sicherheitskonzept zu machen.
Die Reihenfolge für Ihr Haus: schließen, sichern, ergänzen
Unsere folgende Priorisierung überträgt die Polizeihinweise auf drei Alltagssituationen. Sie ist eine Entscheidungshilfe, keine individuelle Sicherheitsprüfung.
| Ihre Situation | Sinnvoller nächster Schritt | Was Sie nicht voraussetzen sollten |
|---|---|---|
| Beim kurzen Einkauf bleiben Fenster gekippt oder die Haustür wird nur zugezogen. | Fenster und Balkon- oder Terrassentüren vollständig schließen, Haustür abschließen. | Ein Zusatzgerät gleicht offene Zugänge aus. |
| Sie kennen die Sicherung Ihrer erreichbaren Fenster und Türen nicht. | Kostenlose Polizeiberatung nutzen und geeignete mechanische Nachrüstung prüfen lassen. | Ein einzelnes neues Schloss macht alle Zugänge sicher. |
| Mechanischer Schutz ist bereits abgestimmt vorhanden. | Ergänzende Alarmtechnik samt Alarmweiterleitung mit der Beratungsstelle besprechen. | Ein Alarm verhindert selbst das Aufbrechen. |
Für neue einbruchhemmende Türen und Fenster empfiehlt die Polizei geprüfte Gesamtkonstruktionen ab Widerstandsklasse RC 2 nach DIN EN 1627 ff. Geeignete bestehende Elemente lassen sich nachrüsten; dafür nennt sie Systeme nach DIN 18104 Teil 1 und 2. Welche Fragen Sie dem Fachbetrieb stellen können, erläutert unser Ratgeber zur Fenstersicherung zum Nachrüsten.
Bei einer Alarmanlage im Eigenheim gehört die Reaktion auf die Meldung zur Planung. Die Polizei beschreibt den zusätzlichen Nutzen ausdrücklich über den Alarm an eine hilfeleistende Stelle: Für den Täter steigt das Risiko, entdeckt zu werden.
Förderung heißt hier Kredit, nicht geschenktes Geld
Die gemeinsame Mitteilung von Polizei und KfW verweist auf das Programm „Altersgerecht Umbauen“, Kredit 159. Die KfW nennt bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit, unter anderem für geeignete Einbruchschutzmaßnahmen. Das ist eine Finanzierungsobergrenze, kein pauschaler Auszahlungsbetrag und kein Zuschuss.
Nachrüstsysteme für Fenster und Türen gehören zu den genannten Maßnahmen. Neue Fenster und Fenstertüren finanziert die KfW dagegen nicht über dieses Programm; sie verweist dafür auf die energetische Förderung. Arbeiten müssen die technischen Mindestanforderungen erfüllen und durch ein Fachunternehmen erfolgen. Die Förderung steht unter Haushaltsvorbehalt, ein Rechtsanspruch besteht nicht.
Wenn Sie den Kredit nutzen möchten, sprechen Sie vor dem Abschluss von Lieferungs- oder Leistungsverträgen mit dem Finanzierungspartner. Die KfW beschreibt auch besondere Wege für Verträge vor Antragstellung. Einfach erst beauftragen und die Förderung anschließend nachholen, sollten Sie daraus nicht ableiten. Vergleichen Sie das konkrete Kreditangebot und die Gesamtkosten; der Aktionstag ist kein Grund für einen überstürzten Vertragsabschluss.
Was Sie an diesem Wochenende ohne Kauf erledigen können
Gehen Sie vor dem nächsten Verlassen des Hauses die Fenster und Türen durch. Entfernen Sie draußen versteckte Ersatzschlüssel und vermeiden Sie öffentliche Hinweise auf Ihre Abwesenheit. Das sind Verhaltenstipps der Polizei, für die Sie keine neue Anlage kaufen müssen.
Notieren Sie für eine Beratung, welche Zugänge vom Boden, Balkon oder einer leicht erreichbaren Stelle aus erreichbar sind. Die örtliche Polizeidienststelle beziehungsweise die polizeiliche Beratungsstellensuche hilft beim nächsten Schritt. Bei einem konkreten Einbruchsverdacht rät die Polizei zum Notruf 110.
Stand: 24. Oktober 2026. Die Einordnung beruht auf den oben genannten Polizei- und KfW-Quellen; sie ersetzt keine Prüfung Ihres Hauses vor Ort.
Quellen und weiterführende Informationen
- Polizeiliche Kriminalprävention: Tag des Einbruchschutzes am 25. Oktober 2026, abgerufen am 24.10.2026
- Polizeiliche Kriminalprävention: Einbruch, bundesweite PKS-Zahlen 2025 und Verhaltenstipps, abgerufen am 24.10.2026
- Polizeiliche Kriminalprävention und KfW: Jetzt die Wohnung absichern, Pressemitteilung vom 20.10.2026
- Polizeiliche Kriminalprävention: Technische Sicherheit, abgerufen am 24.10.2026
- KfW: Altersgerecht Umbauen, Kredit 159, Produktbedingungen abgerufen am 24.10.2026

















