Erdungsanlage im Altbau nachrüsten: Montage, Funktionsprüfung und Übergabe

Eine Funktions- und Übergabecheckliste. Im Mittelpunkt: Vorbereitung, Montagefolge, Abschaltungen, Konfiguration.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Vorbereitung, Montagefolge, Abschaltungen.
  • Der Beitrag liefert eine Funktions- und Übergabecheckliste.
  • Die Seite deckt ausschließlich Nachrüstung, Prüfung und sicheren Betriebsstart ab.

Was vor dem Bagger geklärt sein muss

Bei einer nachgerüsteten Erdungsanlage entscheidet die Vorbereitung über Termin und Kosten. Vier Punkte gehören vor den ersten Spatenstich geklärt.

Der Leitungsbestand: Wo verlaufen Hausanschlussleitungen für Strom, Gas, Wasser, Abwasser und Telekommunikation? Holen Sie Pläne ein und markieren Sie bekannte Trassen. In Hausnähe liegen Anschlussleitungen oft flacher als angenommen, und im Zweifel wird von Hand geschachtet.

Die Trasse: Wo verläuft der geplante Ring oder wo werden Tiefenerder gesetzt, und welche Flächen sind betroffen? Legen Sie fest, welche Pflanzen umgesetzt statt entfernt werden.

Die Schnittstellen: Wer öffnet und schließt Pflaster, wer stellt Rasen und Bepflanzung wieder her, wer führt die Kernbohrung für den Erdungsleiter aus und wer dichtet sie ab?

Die Abschaltung: Für den Anschluss an die Haupterdungsschiene und die anschließende Prüfung ist eine Freischaltung erforderlich. Kündigen Sie das Zeitfenster im Haushalt an.

Montagefolge

  1. Aufnahme des Ist-Zustands mit Fotos, insbesondere von vorhandenen Erdeintritten und von der Haupterdungsschiene.
  2. Absteckung der Trasse, Handschachtung im Bereich bekannter Leitungen, maschineller Aushub nur in freigegebenen Abschnitten.
  3. Einbringen des Erders: Verlegen des Bandes im Graben beziehungsweise Setzen der Tiefenerder an den geplanten Punkten.
  4. Herstellen der Verbindungen ausschließlich mit Verbindern, die für den Einsatz im Erdreich zugelassen sind. Unterschiedliche Metalle dürfen im Boden nicht ungeschützt aneinandergefügt werden, weil sich sonst eines der beiden beschleunigt auflöst.
  5. Ausführung der Erdübergänge in nichtrostendem Stahl. DIN 18014 verlangt für Bauteile im Erdreich und an den Übergängen korrosionsbeständige Werkstoffe, weil feuerverzinkter Stahl genau an dieser Stelle am schnellsten abzehrt.
  6. Herausführen der Anschlussfahnen so weit über die Bezugsebene, dass sie nach Fertigstellung der Außenanlagen ohne Nacharbeit erreichbar bleiben.
  7. Dokumentation vor dem Verfüllen: Fotos jeder Verbindungsstelle mit Maßstab, Lageplan mit eingemessener Trasse, Angabe von Werkstoff, Abmessungen und Verlegetiefe. Dieser Schritt ist nach DIN 18014 Bestandteil der Ausführung und lässt sich später nicht nachholen.
  8. Verfüllen und Verdichten, danach Wiederherstellung der Oberflächen.
  9. Setzen der Trenn- und Messstelle an dauerhaft zugänglicher Stelle, damit der Erder künftig ohne Grabung gemessen werden kann.
  10. Verlegen des Erdungsleiters bis zur Haupterdungsschiene, mit abgedichteter Durchführung und ausreichendem Querschnitt nach DIN VDE 0100-540.

Funktionsprüfung: welche Messungen wirklich etwas aussagen

Nach dem Anschluss steht die Prüfung nach DIN VDE 0100-600 an, die aus Besichtigen, Erproben und Messen besteht. Für die Erdungsanlage sind drei Ergebnisse von Bedeutung.

Der Ausbreitungswiderstand des Erders wird über die Trennstelle gemessen, nachdem der Erder vom übrigen Netz getrennt wurde. Das Ergebnis hängt stark von der Bodenfeuchte ab, weshalb Datum und Witterungslage im Protokoll stehen sollten. Ein Wert, der kurz nach dem Verfüllen gemessen wurde, verbessert sich in der Regel noch, wenn sich der Boden gesetzt hat.

Die Durchgängigkeit der Schutz- und Potentialausgleichsleiter wird mit einem ausreichend hohen Prüfstrom gemessen, damit schlechte Übergänge auffallen. Geprüft wird der gesamte Weg von der Haupterdungsschiene bis zum Erder.

Die Wirksamkeit der Schutzmaßnahme wird abschließend nachgewiesen. Ist die Anlage so ausgeführt, dass die Körper über einen eigenen Erder mit dem Erdreich verbunden sind, gilt nach DIN VDE 0100-410 die Bedingung, dass die Berührungsspannung im Fehlerfall unter 50 Volt bleibt; der gemessene Erdungswiderstand ist zusammen mit dem Bemessungsdifferenzstrom der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung daraufhin zu bewerten.

Funktions- und Übergabecheckliste

Prüfpunkt Nachweis Erfüllt, wenn
Trassenverlauf Lageplan mit Maßen der Verlauf ist ohne Grabung nachvollziehbar
Verbindungsstellen Fotos vor dem Verfüllen jede Verbindung ist einzeln dokumentiert
Werkstoffe Angabe im Protokoll Erdübergänge in nichtrostendem Stahl, Abmessungen genannt
Verlegetiefe Protokolleintrag Tiefe je Abschnitt ist angegeben
Trenn- und Messstelle Sichtprüfung vor Ort ohne Werkzeugaufwand erreichbar, nicht überbaut
Ausbreitungswiderstand Messprotokoll Zahlenwert mit Datum, Verfahren und Witterungsangabe
Durchgängigkeit Messprotokoll Zahlenwert für den Weg von der Schiene zum Erder
Anschluss an die Haupterdungsschiene Foto und Protokolleintrag Querschnitt genannt, Klemmstelle beschriftet
Durchführung durch die Gebäudehülle Sichtprüfung dauerhaft abgedichtet gegen Wasser und Radon, sofern relevant
Oberflächen Abnahme mit dem ausführenden Gewerk Pflaster, Rasen und Bepflanzung sind wiederhergestellt
Erstprüfung Protokoll nach DIN VDE 0100-600 mit Messwerten, Datum, Messgerät und Unterschrift

Einweisung und die Frage, was Sie künftig melden

Die Übergabe sollte drei Punkte klären. Wo sitzt die Trenn- und Messstelle, und wie sieht sie aus? Wo liegen die Erdübergänge, damit Sie sie bei Gartenarbeiten freihalten? Und welche künftigen Arbeiten berühren die Anlage?

Der dritte Punkt ist der praktisch wichtigste. Melden Sie dem Fachbetrieb vorab jede Maßnahme, die den Bereich rings um das Haus verändert: neue Terrasse, Pflasterarbeiten, Anbau, Wintergarten, Poolbecken, Erneuerung der Grundleitungen, Fassadendämmung, Errichtung einer Blitzschutzanlage oder einer Photovoltaikanlage. Jede dieser Maßnahmen kann einen Erdübergang überbauen, eine Trennstelle unzugänglich machen oder eine Erweiterung der Erdungsanlage erfordern.

Dokumentation und was Sie selbst übernehmen dürfen

Legen Sie Lageplan, Bilder der Verbindungsstellen, Messprotokoll, Prüfprotokoll nach DIN VDE 0100-600 und die Rechnung mit Leistungsverzeichnis gemeinsam ab. Für ein Gebäude, dessen Erdungsanlage nachträglich hergestellt wurde, ist diese Sammlung der einzige Beleg über das, was im Boden liegt. Beim Verkauf, bei einer späteren Erweiterung und bei jedem Betriebswechsel ersetzt sie eine aufwendige Suche.

Selbst übernehmen dürfen Sie die Vorbereitung und die Nachsorge: Bepflanzung entfernen und wieder setzen, Zufahrten freimachen, Pflaster aufnehmen, Fotos beisteuern, den Bereich um die Erdübergänge dauerhaft von Erde und Mulch freihalten und die Trennstelle zugänglich lassen.

Nicht übernehmen dürfen Sie das Setzen von Erdern in der Nähe von Hausanschlussleitungen, das Herstellen von Verbindungen im Erdreich, den Anschluss an die Haupterdungsschiene und jede Messung an der Anlage. Der elektrische Teil dieser Arbeiten ist nach § 13 Absatz 2 der Niederspannungsanschlussverordnung ausschließlich dem Netzbetreiber oder einem Installationsunternehmen gestattet, das in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Lassen Sie sich diesen Nachweis vorlegen, bevor Sie den Auftrag erteilen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. DIN 18014:2023-06 – Erdungsanlagen für Gebäude: Planung, Ausführung und Dokumentation (DIN Media)
  2. DIN VDE 0100-600 (VDE 0100-600):2017-06 – Prüfungen von Niederspannungsanlagen (DKE-Dokumentblatt)
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