DWD warnt im Nordosten vor Böen bis 70 km/h

Der Deutsche Wetterdienst erwartet heute im Nordosten steife bis stürmische Böen. An der Ostsee und in exponierten Lagen sind bis zu 70 km/h möglich.

Wohnhaus nahe der Ostseeküste bei kräftigem Wind und gebogenen Gartenbäumen
Wohnhaus nahe der Ostseeküste bei kräftigem Wind und gebogenen GartenbäumenFoto: Hausbesitzer News / KI-generiert

Das Wichtigste in Kürze

  • Der DWD erwartet am Montag im Nordosten Böen bis 60 km/h, an exponierten Ostseeabschnitten und auf Bergen bis etwa 70 km/h.
  • Lose Gegenstände, Markisen und leichte Gartenmöbel sollten gesichert werden; riskante Arbeiten auf Dach und Leiter gehören verschoben.
  • Nach dem Wind sind Dach, Entwässerung und Bäume vom Boden aus zu kontrollieren; Schäden sollten Eigentümer fotografisch dokumentieren.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet am Montag im Nordosten Deutschlands mit kräftigem Wind. Nach dem um 10:30 Uhr veröffentlichten Warnlagebericht sind von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bis zur Oder steife Böen bis 60 Kilometer pro Stunde möglich. An exponierten Abschnitten der Ostseeküste und auf Bergen können einzelne stürmische Böen um 70 Kilometer pro Stunde auftreten.

Das ist keine flächendeckende Unwetterwarnung. Für Haus- und Grundstückseigentümer reicht die angekündigte Windstärke aber aus, um lose Gegenstände zu bewegen, Äste abbrechen zu lassen oder bereits geschwächte Bauteile weiter zu beschädigen. Ein kurzer Kontrollgang ist deshalb sinnvoll, solange er gefahrlos möglich ist.

Wo der Wind am stärksten werden soll

Betroffen ist nach Angaben des DWD vor allem der Nordosten. Im Binnenland werden Böen bis Beaufort 7 erwartet. An exponierten Küstenabschnitten der Ostsee und im Bergland sind zeitweise Werte um Beaufort 8 möglich. Der Wind kommt aus West bis Nordwest.

Am Abend soll er an der Nordsee, im Binnenland und an der westlichen Ostsee rasch nachlassen. Der DWD begründet die Lage mit einem sich verstärkenden Randtief, das in Richtung Finnland zieht. In der Nacht zum Dienstag nimmt der Hochdruckeinfluss zu, sodass sich das Wetter beruhigen soll.

Für die eigene Adresse ist der bundesweite Lagebericht nur die erste Orientierung. Küstennähe, freie Felder, Hanglage und die Bebauung in der Umgebung können die Belastung vor Ort verändern. Maßgeblich sind deshalb die amtlichen Warnungen für den jeweiligen Kreis und die Aktualisierungen des DWD.

Diese Gegenstände sollten jetzt nicht lose stehen

Leichte Gartenmöbel, Sonnenschirme, Pflanzkübel, Mülltonnen und lose Abdeckungen bieten dem Wind eine große Angriffsfläche. Stellen Sie bewegliche Teile in Garage, Schuppen oder einen geschützten Bereich. Ist das nicht möglich, sollten sie so befestigt werden, dass weder Gegenstand noch Sicherung zur Gefahr werden.

Markisen gehören vollständig eingefahren. Sonnensegel sollten nur abgenommen werden, wenn das noch ohne Arbeiten in Höhe und ohne Zugbelastung möglich ist. Auch bei Trampolinen, mobilen Gewächshäusern und leichten Geräteschuppen ist zu prüfen, ob die vorgesehene Verankerung vollständig sitzt. Eine improvisierte Beschwerung mit losen Steinen kann selbst zum Risiko werden.

Kontrollieren Sie außerdem, ob Fenster, Dachfenster, Kellerfenster und Außentüren geschlossen sind. Rollläden sollten nicht halb geöffnet stehen. Je nach Hersteller und Bauart kann entweder die vollständig geschlossene oder die vollständig geöffnete Stellung vorgesehen sein; beachten Sie die Angaben zum eigenen System.

Dach und Bäume nur vom sicheren Boden aus prüfen

Lose Dachziegel, beschädigte Ortgangbleche oder eine bereits gelockerte Regenrinne sind bei Wind besonders gefährdet. Steigen Sie dafür nicht auf das Dach und benutzen Sie bei Böen keine Leiter. Eine Sichtkontrolle vom Boden oder aus einem geschlossenen Fenster genügt zunächst. Auffällige Stellen können später durch einen Dachdecker geprüft werden.

Ähnliches gilt für Bäume. Abgestorbene Äste, Risse in starken Gabelungen oder ein auffällig geneigter Baum können ein Risiko darstellen. Während des Windes sollten Sie den Kronenbereich meiden. Schneiden Sie keine Äste ab, wenn sie unter Spannung stehen oder nur mit einer Leiter erreichbar sind. Im Zweifel ist ein Fachbetrieb die sichere Wahl.

Eigentümer haben eine Verkehrssicherungspflicht, müssen aber nicht jede abstrakte Gefahr ausschließen. Entscheidend ist, erkennbare Risiken in angemessenem Umfang zu kontrollieren und zu beseitigen. Wer einen offenkundig geschädigten Baum ignoriert, kann sich im Schadenfall nicht ohne Weiteres auf das Wetter berufen.

Was bei einem Schaden wichtig ist

Falls sich Ziegel lösen, ein Ast auf ein Gebäude fällt oder Wasser eindringt, steht die Sicherheit an erster Stelle. Sperren Sie den Gefahrenbereich ab und rufen Sie bei akuter Gefahr Feuerwehr oder Polizei. Betreten Sie beschädigte Dächer, Nebengebäude oder Räume mit sichtbaren elektrischen Schäden nicht.

Fotografieren Sie den Zustand aus sicherer Entfernung, bevor Sie aufräumen. Übersichtsaufnahmen und Detailbilder helfen dem Versicherer, Ursache und Umfang einzuordnen. Notmaßnahmen zur Schadenminderung sind zulässig und häufig erforderlich, etwa das provisorische Abdecken einer Öffnung durch einen Fachbetrieb. Bewahren Sie Rechnungen und beschädigte Teile auf, soweit das gefahrlos möglich ist.

Ob die Wohngebäudeversicherung zahlt, hängt vom Vertrag und von der nachgewiesenen Windstärke ab. Viele Bedingungen knüpfen Sturmschäden an mindestens Windstärke 8. Nicht jeder Schaden bei kräftigem Wind ist deshalb automatisch versichert. Schäden an beweglichem Hausrat im Gebäude fallen gegebenenfalls unter die Hausratversicherung; umgestürzte Bäume und Folgeschäden müssen anhand der konkreten Police geprüft werden.

Kontrollgang nach dem Abflauen

Wenn der Wind nachgelassen hat, gehen Sie das Grundstück bei Tageslicht ab. Achten Sie auf verschobene Ziegel, verbogene Rinnen, lose Verkleidungen, beschädigte Solarmodule und abgebrochene Äste. Auch Fallrohre und Abläufe sollten frei sein, damit nachfolgender Regen ablaufen kann.

Kleine Auffälligkeiten sind nicht automatisch ein Notfall. Eine verrutschte Dachpfanne oder gelockerte Befestigung sollte trotzdem zeitnah fachgerecht behoben werden, bevor die nächste Wetterlage daraus einen größeren Schaden macht. Der Wartungskalender und die Checkliste für Gebäudeschäden helfen, Beobachtungen und mögliche Schäden systematisch festzuhalten.

Der DWD will den bundesweiten Warnlagebericht spätestens um 21 Uhr aktualisieren. Bis dahin sollten Eigentümer im betroffenen Gebiet die lokale Warnkarte im Blick behalten und Arbeiten im Freien an die tatsächliche Lage anpassen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Deutscher Wetterdienst – Warnlagebericht für Deutschland vom 27. Juli 2026, 10:30 Uhr
  2. Bundesamt für Bevölkerungsschutz – Unwetter
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