Schutzbereiche im Bad: Wo Steckdose, Schalter und Leuchte nach DIN VDE 0100-701 hin dürfen

Bereich 1 reicht 2,25 Meter hoch über Wanne oder Dusche, Bereich 2 schließt 60 Zentimeter breit an. Dort sind 230-Volt-Steckdosen tabu. Seit der Ausgabe 2025 gilt die 30-Milliampere-Fehlerstrom-Pflicht ohne Ausnahmen, und auch die bodengleiche Dusche hat einen Bereich 0.

Modernes Badezimmer mit bodengleicher, verglaster Dusche, Doppelwaschtisch, Steckdose zwischen den Armaturen und beleuchtetem Spiegel
Modernes Badezimmer mit bodengleicher, verglaster Dusche, Doppelwaschtisch, Steckdose zwischen den Armaturen und beleuchtetem SpiegelFoto: Sonnenhügel / Wikimedia CommonsCC BY 3.0

Das Wichtigste in Kürze

  • Bereich 1 reicht bis 2,25 Meter über dem Fußboden oder bis zum höher sitzenden Wasserauslass, Bereich 2 schließt 60 Zentimeter breit an; bei Duschen ohne Wanne gilt ein Bereich 1 mit 1,20 Metern Radius um den Auslass.
  • In den Bereichen 0, 1 und 2 sind 230-Volt-Steckdosen unzulässig; einzige Ausnahme in Bereich 2 ist die Rasiersteckdose mit Trenntransformator nach DIN EN 61558-2-5.
  • In den Bereichen 1 und 2 brauchen Betriebsmittel mindestens Schutzart IPX4, in Bereich 0 IPX7.
  • Die Ausgabe DIN VDE 0100-701:2025-06 gilt seit Juni 2025: Sie führt einen Bereich 0 für Duschen ohne Wanne ein und streicht die Ausnahmen von der 30-mA-Fehlerstrompflicht.
  • Eine metallene Badewanne muss laut DKE nicht in den zusätzlichen Schutzpotentialausgleich einbezogen werden.

Im Bad gibt es keine Regel für den Raum, sondern drei Schutzbereiche, die mit dem Zollstock von Wanne, Duschwanne oder Brause aus gemessen werden. In allen drei sind 230-Volt-Steckdosen verboten, mit einer Ausnahme: die Rasiersteckdose mit Trenntransformator in Bereich 2. Alle Stromkreise des Bads müssen über einen Fehlerstrom-Schutzschalter mit 30 Milliampere laufen; seit der Normausgabe DIN VDE 0100-701:2025-06 ohne die früheren Ausnahmen.

Bereich Lage und Maße Zulässig Mindestschutzart
0 Innenraum von Bade- oder Duschwanne; seit 2025 auch bei Duschen ohne Wanne am Boden Nur fest angeschlossene Kleinspannungsgeräte, z. B. Unterwasserleuchte IPX7
1 Über der Wanne bis 2,25 m über Fußboden oder bis zum höheren Wasserauslass; ohne Wanne 1,20 m Radius um den Auslass Fest angeschlossene, für Bereich 1 freigegebene Geräte: Lüfter, Handtuchheizkörper, Durchlauferhitzer, Leuchten; Steckdosen nur in Kleinspannung SELV/PELV IPX4
2 60 cm breiter Streifen neben Bereich 1, bis 2,25 m hoch; bei Duschen ohne Wanne im vergrößerten Bereich 1 aufgegangen Fest installierte Geräte, Rasiersteckdose nach DIN EN 61558-2-5, keine 230-V-Steckdose IPX4
Außerhalb Restliches Bad Steckdosen und Schalter erlaubt, aber am 30-mA-Fehlerstromschutz keine besondere

Wo mit Strahlwasser gereinigt wird, etwa in öffentlichen Bädern, ist IPX5 nötig. Den früheren Bereich 3 gibt es seit der Ausgabe 2008 nicht mehr.

Was die Ausgabe 2025 geändert hat

Seit dem 1. Juni 2025 gilt DIN VDE 0100-701:2025-06. Sie ersetzt die Ausgabe 2008-10, die Grundgeometrie der Bereiche bleibt. Laut der Elektro-Innung Karlsruhe sind die wesentlichen Änderungen:

  • Aus „Räumen“ werden „Orte“ mit Badewanne oder Dusche; auch Außenduschen fallen darunter.
  • Der Ort endet 3 Meter über dem Fertigfußboden und 4 Meter vom fest angebrachten Wasserauslass.
  • Leitungen und Betriebsmittel, die nicht für das Bad bestimmt sind, werden bis 6 Zentimeter Tiefe hinter Wand-, Boden- und Deckenoberflächen erfasst. Das betrifft Dosen auf der Rückseite der Badwand.
  • Duschen ohne Wanne erhalten einen Bereich 0.
  • Die Ausnahmen von der Pflicht zum Fehlerstrom-Schutzschalter entfallen.
  • In Bereich 1 sind weitere Verbrauchsmittel erlaubt, etwa Leuchten mit 230 Volt, optische Verglasung sowie Infrarot- und UV-Strahler.

Ob für ein bereits laufendes Projekt noch die Ausgabe 2008 gelten darf, hängt vom Planungsstand ab. Mehrere Fachportale nennen dafür eine Übergangsfrist bis Dezember 2027; eine Übergangsregelung im Normtext selbst konnte die Redaktion nicht einsehen, weil der Wortlaut kostenpflichtig ist. Lassen Sie im Angebot festhalten, nach welcher Ausgabe geplant und geprüft wird. Die Bereichsmaße und Gerätelisten stützen sich auf die Beschreibung der Ausgabe 2008 (BauNetz Wissen) und die Änderungsliste des VDE Verlags zur Ausgabe 2025, nicht auf den gelesenen Normtext.

Die bodengleiche Dusche verschiebt alles

Fehlt die Duschwanne, gilt ein vergrößerter Bereich 1: 1,20 Meter Radius um den Brauseauslass, bis 2,25 Meter hoch. Bei abgemauerten Duschen wird zusätzlich ein 60 Zentimeter langer „Faden“ um die Mauer herum abgetragen, nicht als Luftlinie durch die Wand. Ein eigener Bereich 2 entfällt, weil er im vergrößerten Bereich 1 aufgeht; diese Begründung nennt die DKE.

In einem kleinen Bad deckt ein Kreis mit 1,20 Metern Radius einen großen Teil der Wände ab. Wer von der Duschwanne auf eine bodengleiche Dusche umbaut, ändert also nicht nur die Abdichtung, sondern auch, ob die Steckdose an der Nachbarwand bleiben darf. Messen Sie selbst nach: Kreidepunkt unter dem künftigen Auslass, 1,20 Meter Schnur, Kreis ziehen. Alles darin ist Bereich 1.

Steckdose, Schalter und Leuchte in den Schutzbereichen

  • Steckdose: In den Bereichen 0, 1 und 2 nicht mit 230 Volt. Die Rasiersteckdose in Bereich 2 erkennen Sie an der geringen Leistung; ein Föhn läuft daran nicht.
  • Schalter: In Bereich 0 sind keine Installationsgeräte zulässig, in Bereich 1 nur Geräte für Kleinspannung (SELV/PELV). In Bereich 2 sind fest installierte Schalter nach der Beschreibung der Ausgabe 2008 erlaubt, nur keine 230-Volt-Steckdosen. Außerhalb der Bereiche sind sie frei platzierbar.
  • Leuchte: Entscheidend ist die Schutzart auf dem Typenschild, mindestens IPX4 in Bereich 1 und 2. „Für Feuchträume geeignet“ ohne IP-Angabe ist kein Nachweis.
  • Handtuchheizkörper mit Heizstab: Innerhalb der Bereiche fest anschließen, nicht per Stecker. Das Problem wäre die Steckdose dahinter, nicht der Heizkörper.

Fehlerstromschutz: 30 Milliampere für alles

Alle Stromkreise des Bads brauchen einen Fehlerstrom-Schutzschalter mit höchstens 30 Milliampere Bemessungsdifferenzstrom. Nach der Ausgabe 2008 waren SELV-, PELV- und Schutztrennungs-Stromkreise ausgenommen; die Ausgabe 2025 streicht diese Ausnahmen. In Altanlagen laufen Licht, Lüfter und Warmwasserbereiter oft am Schutzschalter vorbei. Welche Stromkreise ein saniertes Bad braucht, behandelt der Beitrag zu den Stromkreisen in Küche und Bad; wie Sie einen Schutzschalter im Bestand nachrüsten, steht im Beitrag zum FI-Schutzschalter im Bestand.

Muss die Badewanne geerdet werden?

Nein. Ein zusätzlicher Schutzpotentialausgleich im Bad ist nur nötig, wenn das Haus keinen Schutzpotentialausgleich über die Haupterdungsschiene hat. Eine metallene Wanne ist nach Auffassung der DKE kein fremdes leitfähiges Teil, weil sie kein Potential von außen einschleppen kann, und muss nicht angeschlossen werden. Der grün-gelbe Draht an der Wannenlasche ist zulässig, aber keine geforderte Leistung. Wichtiger ist, ob die Erdungsanlage funktioniert. Ist ein zusätzlicher Potentialausgleich nötig, beträgt der Mindestquerschnitt bei geschützter Verlegung 2,5 Quadratmillimeter Kupfer.

Elektrische Fußbodenheizung

Heizmatten liegen zwangsläufig in den Bereichen. Die Ausgabe 2025 hat die Anforderungen an elektrische Fußboden-Flächenheizungen aus Teil 701 herausgenommen und in DIN VDE 0100-753 überführt (Änderungsliste des VDE Verlags). Lassen Sie sich vom Elektrofachbetrieb schriftlich nennen, nach welcher Norm die Matte errichtet wird, und die Schutzmaßnahmen der Heizung im Prüfprotokoll vermerken.

Altbau: Was den Aufwand treibt

Vier Befunde bestimmen, ob es bei Dosen und Leitungen bleibt oder der Verteiler mitgemacht werden muss:

  1. Klassische Nullung (PEN-Leiter bis in die Wohnung): Ein Fehlerstrom-Schutzschalter lässt sich erst nach Auftrennung in Neutral- und Schutzleiter einsetzen.
  2. Zweiadrige Leitungen ohne Schutzleiter: Neu verlegen statt nachrüsten.
  3. Fehlende Haupterdungsschiene: Dann ist der zusätzliche Potentialausgleich im Bad Pflicht.
  4. Voller Verteiler: Kein Platz für den Schutzschalter bedeutet einen neuen Sicherungskasten.

Zur Größenordnung nennt Aroundhome für die Rohinstallation von Wasser und Elektro bei einer Badsanierung 1.800 bis 4.500 Euro und je zusätzlicher Steckdose 50 bis 150 Euro. Muss der Verteiler erneuert werden, kommt dieser Posten hinzu. Leitungswege verschwinden meist in der Vorwandinstallation.

Lassen Sie sich am Ende das Protokoll der Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 geben, mit Messwerten für Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz und Auslösezeit des Fehlerstrom-Schutzschalters. Ohne dieses Blatt ist nicht belegt, dass Schutzbereiche, Schutzarten und Fehlerstromschutz so ausgeführt sind, wie geplant.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. DKE: Fragen und Antworten zu DIN VDE 0100-701:2008-10 (Potentialausgleich, Bereich 2, Duschen ohne Wanne)
  2. Elektro-Innung Karlsruhe: Neue VDE-Bestimmung für Orte mit Badewanne oder Dusche, wesentliche Änderungen der Ausgabe 2025-06
  3. VDE Verlag: DIN VDE 0100-701 (VDE 0100-701):2025-06
  4. BauNetz Wissen: Elektroinstallation in Räumen mit Badewanne oder Dusche
  5. Hager: Installation im Bad, Schutzbereiche und IP-Schutzarten
  6. Aroundhome: Kosten für Badsanierung 2026 (Elektro- und Rohinstallation)
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