Kohlenmonoxidmelder bei Feuerstätten planen: Anforderungen, Schutz und Reserven festlegen

Eine Anforderungsliste für Fachplanung und Angebot. Im Mittelpunkt: Nutzung, technische Anforderungen, Gefährdungen, Schutzmaßnahmen.

03Brandschutz

Das Wichtigste in Kürze

  • Nutzung, technische Anforderungen, Gefährdungen.
  • Der Beitrag liefert eine Anforderungsliste für Fachplanung und Angebot.
  • Die Seite beantwortet ausschließlich die sichere Systemplanung.

Ein Gas, das keine Sinneswahrnehmung auslöst

Kohlenmonoxid entsteht bei unvollständiger Verbrennung kohlenstoffhaltiger Brennstoffe, also bei Gas, Öl, Holz, Kohle und Pellets. Es ist farblos, geruchlos und geschmacklos, es reizt weder Augen noch Atemwege und löst keinen Hustenreiz aus. Der Mensch hat für dieses Gas kein Warnsignal. Das Bundesinstitut für Risikobewertung beschreibt als frühe Symptome Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit und Konzentrationsstörungen, also Beschwerden, die leicht einem Infekt zugeschrieben werden.

Die Ursache der Giftigkeit liegt im Blut: Kohlenmonoxid bindet um ein Vielfaches stärker an den roten Blutfarbstoff als Sauerstoff und blockiert dessen Transport. Deshalb ist nicht allein die Konzentration entscheidend, sondern das Produkt aus Konzentration und Einwirkzeit. Eine niedrige Konzentration über eine ganze Nacht wirkt anders als ein kurzer Spitzenwert.

Für die Planung folgt daraus zweierlei. Erstens muss die Warnung technisch erfolgen, weil keine Sinneswahrnehmung sie ersetzt. Zweitens muss der Melder dort hängen, wo Menschen sich lange aufhalten, insbesondere im Schlaf.

Woher das Gas im Wohnhaus kommt

Vier Ursachengruppen dominieren. Erstens ein gestörter Abgasweg: verstopfter oder versotteter Schornstein, Vogelnest in der Mündung, eingedrücktes Verbindungsstück, verrußter Wärmetauscher. Zweitens ein Luftmangel im Aufstellraum: Wenn eine raumluftabhängige Feuerstätte ihre Verbrennungsluft aus dem Raum zieht und gleichzeitig eine Dunstabzugshaube im Abluftbetrieb, eine Wäschetrockner-Abluft oder eine Lüftungsanlage Unterdruck erzeugt, können Abgase in den Raum zurückströmen. Drittens die falsche Nutzung: Grills, Heizstrahler, Notstromaggregate oder Betonschleifer mit Verbrennungsmotor in Innenräumen oder in der Garage. Viertens Nachbarschaftseffekte in Mehrfamilienhäusern, wenn Abgase über gemeinsame Schächte oder undichte Bauteile in fremde Wohnungen gelangen.

Die zweite Gruppe ist die tückischste, weil sie durch Sanierungsmaßnahmen entsteht. Neue dichte Fenster, eine nachgerüstete Abluftanlage oder eine leistungsstarke Dunstabzugshaube verändern die Druckverhältnisse eines Hauses, ohne dass an der Feuerstätte etwas angefasst wurde. Genau deshalb ist die Beurteilung von Verbrennungsluftversorgung und Abgasabführung Sache des bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers und nicht der Melderplanung.

Der Melder ersetzt nichts, er warnt

Halten Sie diese Grenze in jeder Planung fest: Ein Kohlenmonoxidmelder ist eine Warneinrichtung, keine Sicherheitseinrichtung an der Feuerstätte. Er beseitigt keine Ursache, er verkürzt keine Wartungsintervalle und er ersetzt weder die Kehrung noch die Überprüfung des Abgaswegs. Die wiederkehrenden Arbeiten ergeben sich aus der Kehr- und Überprüfungsordnung und aus dem Feuerstättenbescheid; die Feuerstättenschau nach dem Schornsteinfeger-Handwerksgesetz kommt hinzu. Wer den Melder als Ersatz für diese Termine versteht, hat das Schutzkonzept verkehrt herum aufgebaut.

Umgekehrt gilt: Selbst eine einwandfrei gewartete Anlage kann durch ein Vogelnest, einen Sturmschaden an der Mündung oder eine neu eingebaute Abluftanlage kurzfristig gefährlich werden. Zwischen zwei Terminen liegt Zeit, und genau diese Lücke schließt der Melder.

Anforderungsliste für Auswahl und Angebot

Anforderung Konkretes Kriterium Nachweis
Produktkonformität Melder nach DIN EN 50291-1 für Wohnhäuser, nicht die Fahrzeug- und Bootsvariante Normangabe auf Gerät und Datenblatt
Anwendungsleitfaden Auswahl, Anbringung und Instandhaltung nach DIN EN 50292 Angebot benennt Montageorte je Raum
Energieversorgung fest verbaute Batterie über die gesamte Sensorlebensdauer Datenblattangabe, keine Standardzelle
Sensorlebensdauer aufgedrucktes Ablaufdatum, Gerät zeigt Ende der Lebensdauer aktiv an Ablaufdatum ist am montierten Gerät lesbar
Anzeige Anzeige des aktuellen Messwerts und des Spitzenwerts Displayfunktion im Datenblatt
Signalunterscheidung unterschiedliche Signale für Alarm, Störung, Lebensdauerende Beschreibung in der Bedienungsanleitung
Räume Raum mit Feuerstätte und alle Schlafräume, außerdem Räume, durch die der Abgasweg führt Raumliste mit Begründung je Position
Montage Wandmontage in Atemhöhe oder oberhalb von Tür- und Fensteroberkanten, Deckenmontage mit Wandabstand Positionsplan mit Höhenangabe
Abstand zur Feuerstätte horizontaler Abstand im Bereich von etwa einem bis drei Metern, nicht unmittelbar darüber Maßangabe je Gerät
Ausschlussorte nicht in Bad, Nassbereich, Schrank, hinter Vorhang, unmittelbar an Fenster, Tür oder Lüftungsöffnung Ausschlussliste ist Teil des Angebots
Instandhaltung jährliche Sicht- und Funktionsprüfung, Austausch bei Ablaufdatum Intervall und Dokumentationsform benannt

Ein Angebot, das nur eine Stückzahl Melder nennt, erfüllt diese Liste nicht. Die Positionierung ist bei Kohlenmonoxid die eigentliche Planungsleistung.

Warum die Montagehöhe anders ausfällt als beim Rauchwarnmelder

Kohlenmonoxid hat eine Dichte, die der von Luft sehr nahe kommt. Es steigt nicht wie Rauch zuverlässig unter die Decke, sondern verteilt sich weitgehend gleichmäßig im Raum, getragen von der warmen Abgasströmung und von der Raumluftbewegung. Deshalb sieht DIN EN 50292 andere Anbringungsregeln vor als DIN 14676 für Rauchwarnmelder.

Sinnvoll sind zwei Varianten: Wandmontage in etwa Atemhöhe der schlafenden oder sitzenden Person, jedenfalls oberhalb der Oberkanten von Türen und Fenstern und mit deutlichem Abstand zur Decke; oder Deckenmontage mit ausreichendem Abstand zu jeder Wand. In beiden Fällen gilt ein horizontaler Mindestabstand zur Feuerstätte, damit kurzzeitige Anfahrspitzen beim Anzünden keinen Alarm auslösen, und ein Höchstabstand, damit ein Ereignis nicht zu spät erkannt wird.

Ungeeignet sind Positionen in feuchten Räumen, in unmittelbarer Nähe von Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen, in Schränken, hinter Vorhängen und Möbeln sowie an Stellen, an denen die Temperatur den Betriebsbereich des Geräts verlässt. Ein Melder in einem unbeheizten Vorraum meldet im Winter Störung statt Gas.

Wie viele Melder und wo genau

Planen Sie je Raum mit einer Feuerstätte ein Gerät. Ergänzen Sie jeden Schlafraum, in dem Personen längere Zeit unbeaufsichtigt sind. Ergänzen Sie außerdem Räume, durch die der Abgasweg führt, also etwa ein Zimmer, durch das ein Verbindungsstück oder ein Schacht läuft.

In Mehrfamilienhäusern kommt eine vierte Kategorie hinzu: Wohnungen, die an denselben Schacht angeschlossen sind wie eine Feuerstätte, auch wenn sie selbst keine besitzen. Der Fall ist selten, aber real, und er ist mit dem Schornsteinfeger zu besprechen.

Für Haushalte mit Personen, die ein Ereignis besonders schlecht bemerken oder darauf besonders empfindlich reagieren, gilt ein strengeres Maß: Kleinkinder, Schwangere, ältere Menschen und Personen mit Herz- oder Lungenerkrankungen sind früher betroffen. In diesen Haushalten gehört auch das Kinderzimmer in die Raumliste, selbst wenn der Abgasweg weit entfernt verläuft.

Reserven, Erweiterbarkeit, Notfallvorsorge

Drei Punkte gehören in die Planung, obwohl sie kein Gerät betreffen. Erstens ein schriftlicher Ablaufplan für den Alarmfall, der an alle Bewohner geht: Fenster und Türen öffnen, Feuerstätte außer Betrieb nehmen, wenn das gefahrlos in Sekunden möglich ist, alle Personen ins Freie bringen, von draußen die Feuerwehr rufen und die Wohnung erst nach Freigabe wieder betreten.

Zweitens die Kontaktdaten des bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers und des Heizungsfachbetriebs, sichtbar hinterlegt. Nach einem Alarm darf die Feuerstätte erst nach fachlicher Freigabe wieder in Betrieb gehen.

Drittens die Kopplung an künftige Vorhaben: Wenn eine Lüftungsanlage, eine Abluft-Dunstabzugshaube oder neue Fenster geplant sind, ist die Verbrennungsluftversorgung neu zu beurteilen. Nehmen Sie diesen Punkt in die Planungsunterlagen auf, damit er beim nächsten Gewerk nicht untergeht.

Grenzen der Eigenplanung

Sie können Raumlisten erstellen, Feuerstätten und Abgaswege im Grundriss eintragen, Montagehöhen festlegen, die Ausschlussorte prüfen und den Notfallplan schreiben. Diese Vorarbeit ist vollständig in Ihrer Hand.

Nicht in Ihrer Hand liegt die Beurteilung der Anlage selbst: ob der Querschnitt des Abgaswegs passt, ob der Aufstellraum ausreichend Verbrennungsluft erhält, ob eine Dunstabzugshaube mit einer raumluftabhängigen Feuerstätte zusammen betrieben werden darf und ob eine Sicherheitseinrichtung wie ein Unterdruckwächter erforderlich ist. Diese Fragen entscheidet der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger im Rahmen von Feuerstättenschau und Abgaswegüberprüfung. Fordern Sie diese Beurteilung ausdrücklich an, bevor Sie einen Melder als gelöste Aufgabe verbuchen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. DIN EN 50292 (VDE 0400-35):2024-07 – Leitfaden für Auswahl, Installation, Verwendung und Instandhaltung von CO-Meldern (VDE Verlag)
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Gesundheitsrisiken durch Kohlenmonoxid
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