Einbruchhemmende Haustür – Kosten kalkulieren: Gerät, Installation, Prüfung und Wartung

Eine Gesamtkostenrechnung über eine realistische Nutzungsdauer. Im Mittelpunkt: Geräte, Leitungswege, Montage, Prüfungen.

03Sicherheit

Das Wichtigste in Kürze

  • Geräte, Leitungswege, Montage.
  • Der Beitrag liefert eine Gesamtkostenrechnung über eine realistische Nutzungsdauer.
  • Die Seite behandelt nur Budget und laufenden Aufwand.

Die Rechnung besteht aus fünf Positionen, nicht aus einer

Ein Angebot für eine einbruchhemmende Haustür, das nur eine Summe nennt, ist nicht vergleichbar. Die Gesamtsumme setzt sich aus fünf Blöcken zusammen, die sich unterschiedlich verhalten und unterschiedlich verhandelbar sind.

Der erste Block ist das Element selbst, also Türblatt, Zarge, Beschlag, Schloss, Zylinder und Verglasung in der geprüften Zusammenstellung nach DIN EN 1627. Preisbestimmend sind hier die Klasse, die Größe, das Rahmenmaterial und der Anteil an Glasfläche.

Der zweite Block ist die Demontage der Altanlage einschließlich Entsorgung. Er wird regelmäßig unterschätzt, wenn die alte Zarge einbetoniert oder mit dem Putz verzahnt ist.

Der dritte Block ist die Montage im engeren Sinn: Ausrichten, Verankern, Ausschäumen oder Hinterfüttern, Abdichten der Anschlussfuge. Bei einbruchhemmenden Elementen ist dieser Block überproportional groß, weil die Befestigung Teil der Prüfung ist und nicht abgekürzt werden darf.

Der vierte Block sind die Anschlussarbeiten: Laibung, Innenfutter, Bekleidung, Bodenanschluss, gegebenenfalls Anpassungen an der Elektrik für Klingel, Gegensprechanlage oder Türöffner sowie Maler- und Putzarbeiten.

Der fünfte Block ist der laufende Aufwand über die Nutzungsdauer: Nachjustierung, Pflege der Dichtungen, Wartung der Mehrfachverriegelung, Ersatz von Verschleißteilen und irgendwann der Zylindertausch.

Kostenstruktur über die Nutzungsdauer

Eine Haustür bleibt typischerweise mehrere Jahrzehnte im Gebäude, ihre beweglichen Teile jedoch nicht. Bänder, Dichtungen, Getriebe und Zylinder haben deutlich kürzere Standzeiten als Türblatt und Zarge. Wer nur die Anschaffung vergleicht, vergleicht den kleineren Teil des Problems, wenn das Element täglich mehrfach benutzt wird.

Position Auslöser Wiederkehr Haupttreiber Entscheidungsregel
Aufmaß und Wandprüfung vor Bestellung einmalig Wandaufbau, Zugänglichkeit ohne schriftliche Befestigungsfreigabe nicht bestellen
Element in geprüfter Konfiguration Bestellung Ersatz nach Jahrzehnten Klasse, Größe, Glasanteil, Material Glasanteil senken, wenn Budget die Klasse gefährdet
Demontage und Entsorgung Montagetag einmalig Art der Altbefestigung vorab Öffnung freilegen lassen, wenn Zargenart unklar
Montage nach Herstellervorgabe Montagetag einmalig Anzahl Befestigungspunkte, Wandmaterial niemals gegen Pauschale ohne Bezug auf die Montageanleitung
Anschlussarbeiten innen und außen nach Montage einmalig Laibungstiefe, Bodenaufbau im Angebot als eigene Position verlangen
Nachjustierung nach erster Heizperiode danach nach Bedarf Türgewicht, Setzverhalten einplanen, sobald die Tür schwerer ins Schloss geht
Wartung Mehrfachverriegelung laufend mindestens jährlich Benutzungshäufigkeit vorziehen, wenn Riegel nicht mehr vollständig ausfahren
Dichtungspflege und Ersatz laufend je nach Bewitterung Wetterseite, UV-Belastung ersetzen, sobald das Papierblatt zwischen Blatt und Zarge ohne Widerstand herausgleitet
Zylindertausch Verlust, Verschleiß, Umzug anlassbezogen Schließsystem, Zahl der Schlüssel nur gegen Zylinder aus der Prüfkonfiguration tauschen
Glasersatz nach Bruch Schadenfall anlassbezogen Verglasungsklasse nach DIN EN 356 ausschließlich gleichwertige Verglasung, sonst entfällt die Klassifizierung

Die letzten beiden Zeilen sind die teuersten Fallen. Ein Zylinder oder eine Scheibe aus dem Baumarkt ist günstiger als das Originalbauteil und kostet die Klassifizierung des gesamten Elements. Damit verlieren Sie nicht nur Schutz, sondern auch die Nachweisgrundlage gegenüber Versicherung und Förderstelle.

Warum die Montage kein Ort zum Sparen ist

Bei gewöhnlichen Türen ist die Montage eine Frage von Optik und Dichtheit. Bei einbruchhemmenden Elementen ist sie Teil der geprüften Eigenschaft. Die Montageanleitung des Herstellers legt fest, mit welchen Befestigungsmitteln, in welchem Abstand und in welchem Untergrund verankert wird, ob die Zarge hinterfüttert werden muss und wie der Bodenanschluss auszuführen ist. Wird davon abgewichen, ist das Element nicht mehr klassifiziert, auch wenn das Typenschild weiterhin daran klebt.

Praktisch bedeutet das drei Dinge für die Kalkulation. Erstens: Ein Angebot, das die Montage pauschal und ohne Bezug auf die Herstellervorgaben ausweist, ist kein günstigeres Angebot, sondern ein anderes Produkt. Zweitens: Bei schwierigen Wandaufbauten entstehen Zusatzkosten für Sonderbefestigungen, Traversen oder Zargenverstärkungen, die vor der Bestellung geklärt werden müssen. Drittens: Bei Wärmedämmverbundsystemen ist ein tragender Anschluss an die Rohbauwand erforderlich, was zusätzliche Arbeit bedeutet.

Förderung, Nachweise und Nebenkosten

Für Maßnahmen zum Einbruchschutz an bestehenden Wohngebäuden steht ein zinsverbilligter Kredit der KfW im Programm Altersgerecht Umbauen zur Verfügung. Unabhängig von der jeweils gültigen Konditionsgestaltung gelten drei Regeln: Der Antrag muss vor Vorhabenbeginn gestellt werden, die Maßnahme muss die technischen Mindestanforderungen des Programms erfüllen, und die Ausführung ist durch ein Fachunternehmen zu bestätigen. Prüfen Sie den aktuellen Programmstand unmittelbar vor Beauftragung; Zuschussvarianten für Einbruchschutz sind in der Vergangenheit ausgelaufen, während Kreditvarianten fortgeführt wurden.

Kalkulieren Sie zusätzlich zwei Nebenposten, die nicht auf der Handwerkerrechnung stehen. Erstens den Aufwand für die Beschaffung und Aufbewahrung der Nachweise. Zweitens mögliche Auswirkungen auf den Versicherungsvertrag: Manche Verträge honorieren geprüfte Sicherungstechnik, andere knüpfen Obliegenheiten daran. Eine schriftliche Mitteilung an den Versicherer nach dem Einbau kostet nichts und verhindert spätere Diskussionen.

Eigenleistung: wo sie trägt und wo sie die Klasse kostet

Sinnvoll ist Eigenleistung im Umfeld: Freiräumen des Arbeitsbereichs, Demontage von Garderobe und Bekleidung innen, Entfernen alter Beschläge an der Altanlage, Malerarbeiten an der Laibung nach Abschluss, Entsorgung von Kleinteilen. Diese Arbeiten berühren die Prüfkonfiguration nicht.

Ausgeschlossen ist Eigenleistung bei Verankerung, Hinterfütterung, Bodenanschluss und bei jeder Veränderung an Schloss, Zylinder, Beschlag oder Verglasung. Der Grund ist immer derselbe: Diese Bauteile waren Bestandteil des Prüfaufbaus. Sobald daran gearbeitet wird, gilt die Klassifizierung nicht mehr, und der Nachweis, den Sie eigentlich bezahlt haben, ist wertlos.

Eine besondere Konstellation betrifft Wohnungseigentum. Wohnungseingangstüren stehen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs regelmäßig insgesamt im Gemeinschaftseigentum, weil sie den räumlichen Abschluss zwischen Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum bilden. Der Austausch ist deshalb keine rein private Angelegenheit, sondern setzt einen Beschluss voraus. § 20 Abs. 2 Nr. 3 WEG gibt Ihnen einen Anspruch auf Gestattung angemessener Maßnahmen zum Einbruchsschutz; die Kosten trägt in der Regel derjenige, der die Maßnahme verlangt. Kalkulieren Sie den Zeitbedarf für die Beschlussfassung mit ein, denn er bestimmt bei vielen Vorhaben den Termin, nicht die Lieferzeit.

Was Sie selbst rechnen können

Sie können die fünf Blöcke aus den Angeboten herauslösen und einzeln vergleichen, den laufenden Aufwand über Ihre geplante Haltedauer hochrechnen und die Frage beantworten, ob eine höhere Klasse innerhalb Ihres Budgets zulasten von Glasfläche oder Ausstattung darstellbar ist. Sie können außerdem prüfen, ob ein Angebot die Nachweise enthält, deren Fehlen später teuer wird.

Nicht kalkulierbar ist für Sie der Aufwand für Sonderbefestigungen, solange die Wandöffnung nicht geprüft wurde, und der Aufwand für Anschlussarbeiten, solange die alte Zarge im Bauwerk steckt. Verlangen Sie für beides Positionen mit offengelegten Annahmen statt eines späteren Nachtrags. Und lassen Sie sich die Klassenempfehlung nicht vom Verkäufer, sondern von einer neutralen Stelle bestätigen: Die polizeilichen Beratungsstellen prüfen Ihr Schutzziel, ohne ein Produkt zu verkaufen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. DIN EN 1627:2021-11 – Türen, Fenster, Vorhangfassaden, Gitterelemente und Abschlüsse – Einbruchhemmung – Anforderungen und Klassifizierung (DIN Media)
  2. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes – Technische Sicherung gegen Einbruch
  3. KfW – Einbruchschutz fördern lassen, Kredit „Altersgerecht Umbauen“ (159)
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