Sicherheitsbeleuchtung und Anwesenheitssimulation – Kosten kalkulieren: Gerät, Installation, Prüfung und Wartung

Eine Gesamtkostenrechnung über eine realistische Nutzungsdauer. Im Mittelpunkt: Geräte, Leitungswege, Montage, Prüfungen.

03Sicherheit

Das Wichtigste in Kürze

  • Geräte, Leitungswege, Montage.
  • Der Beitrag liefert eine Gesamtkostenrechnung über eine realistische Nutzungsdauer.
  • Die Seite behandelt nur Budget und laufenden Aufwand.

Warum diese Rechnung ohne Preisschilder auskommt

Eine belastbare Kostenrechnung für Außenbeleuchtung und Anwesenheitssimulation scheitert nicht am Rechenweg, sondern an der Streuung der Marktpreise. Leuchten, Erdarbeiten, Fassadenzugang und Regionalzuschläge liegen so weit auseinander, dass jede genannte Summe Sie in die falsche Richtung führen würde. Tragfähig ist stattdessen ein Mengengerüst: Wie viele Stück, wie viele Meter, wie viele Arbeitsgänge, in welchem Rhythmus wiederkehrend, über welche Nutzungsdauer. Dieses Gerüst füllen Sie mit den Zahlen aus Ihren eigenen Angeboten.

Genau daran scheitern die meisten Vergleiche. Zwei Angebote nennen eine ähnliche Endsumme, doch das eine enthält den Graben zur Garage, das andere nicht. Wer das Mengengerüst vorgibt, zwingt beide Anbieter auf denselben Leistungsumfang und macht die Differenz sichtbar.

Die sechs Kostenblöcke und ihre Treiber

Block Bezugsgröße Wiederkehr Der Faktor, der den Preis bestimmt
Leuchten und Melder Stück je Schutzbereich Ersatz nach Lebensdauer des Leuchtmittels Schutzart, Gehäusematerial, ob das Leuchtmittel tauschbar ist
Steuerung und Aktorik Kanäle im Verteiler, Funkaktoren je Raum Ersatz bei Systemwechsel busbasiert verdrahtet oder funkbasiert nachgerüstet
Leitungswege Meter Erdkabel, Meter Wanddurchführung, Anzahl Durchbrüche einmalig Grabenlänge, Bodenklasse, Oberflächen, die wiederhergestellt werden
Montage und Anschluss Arbeitsstunden Elektrofachbetrieb, Höhe der Montagepunkte einmalig, plus Nacharbeit Gerüst oder Hubsteiger für Fassade und Dachüberstand
Prüfung und Dokumentation Prüfbericht der Erstprüfung, Einweisung einmalig, danach bei Änderungen Umfang der geänderten Anlage
Betrieb Kilowattstunden, Batterien in Funkmeldern, Softwarepflege jährlich Betriebsstunden, Standby-Leistung, Anzahl Funkkomponenten

Prüfen Sie jedes Angebot Zeile für Zeile gegen diese Blöcke. Fehlt ein Block vollständig, ist er nicht eingespart, sondern nur nicht kalkuliert. Erfahrungsgemäß fehlen am häufigsten der Fassadenzugang und die Wiederherstellung der Oberflächen nach dem Graben.

Nutzungsdauer: welcher Zeitraum realistisch ist

Rechnen Sie nicht mit einer einzigen Lebensdauer, sondern mit drei Ebenen. Die Leitungsinfrastruktur im Erdreich und in der Wand hält Jahrzehnte und wird nur bei Umbauten angefasst. Leuchtengehäuse für den Außenbereich erreichen viele Jahre, sofern Dichtungen und Verschraubungen halten; die begrenzende Größe ist dort die Korrosion an Befestigung und Kabeleinführung. Elektronik altert am schnellsten: Leuchtdioden verlieren über die Betriebsstunden Lichtstrom, Netzteile und Bewegungssensoren fallen aus, Funkstandards und Apps werden abgekündigt.

Für die Rechnung heißt das: Setzen Sie die Infrastruktur als einmalige Investition an, die Leuchten mit einem Ersatzzyklus, die Steuerungselektronik mit einem deutlich kürzeren. Wer die Herstellerangabe zum Lichtstromrückgang liest, findet dort eine Angabe in Betriebsstunden bis zu einem definierten Restlichtstrom. Teilen Sie diese Stundenzahl durch Ihre jährlichen Betriebsstunden, und Sie haben den Ersatzzyklus in Jahren.

Rechenbeispiel Verbrauch: von der Wattzahl zur Jahresmenge

Der Rechenweg ist immer derselbe: Leistung in Watt mal Betriebsstunden, geteilt durch 1000, ergibt Kilowattstunden.

Angenommen sei eine Anlage mit vier bewegungsgesteuerten Außenleuchten zu je 18 Watt, die im Jahresmittel drei Stunden je Nacht schalten. Das ergibt 4 mal 18 gleich 72 Watt, mal 3 Stunden gleich 216 Wattstunden je Nacht, mal 365 gleich 78.840 Wattstunden, also rund 79 Kilowattstunden im Jahr.

Dazu kommt die Simulation im Innenbereich: drei geschaltete Leuchten zu je 9 Watt, im Mittel vier Stunden an den Abenden von 200 Tagen. Das sind 27 Watt mal 4 Stunden mal 200 Tage gleich 21.600 Wattstunden, also rund 22 Kilowattstunden.

Der dritte Posten wird regelmäßig übersehen: die Ruheleistung. Acht Funkaktoren, ein Gateway und ein Netzteil mit zusammen 6 Watt laufen 8.760 Stunden im Jahr. Das sind rund 53 Kilowattstunden, ohne dass eine einzige Lampe geleuchtet hätte. Die Standby-Menge liegt damit in derselben Größenordnung wie der gesamte Nutzlichtverbrauch der Außenanlage. Wer Betriebskosten senken will, setzt hier an, nicht bei der Leuchtenleistung.

Multiplizieren Sie die Summe aus diesen drei Posten mit Ihrem Arbeitspreis je Kilowattstunde aus der letzten Jahresabrechnung. Nur dieser Preis ist für Ihren Haushalt gültig, jeder Durchschnittswert wäre eine Fehlinformation.

Wiederkehrende Positionen, die im Erstangebot nicht auftauchen

Vier Posten fallen nach der Inbetriebnahme an und werden fast nie mit angeboten. Erstens Batterien in funkbasierten Bewegungsmeldern und Aktoren, deren Wechselintervall stark von Schalthäufigkeit und Wintertemperaturen abhängt. Zweitens die Reinigung der Leuchtenabdeckungen: Eine verschmutzte Streuscheibe kostet Lichtstrom, ohne dass die Leistungsaufnahme sinkt. Drittens die Nachjustage von Meldern nach Bewuchs, Zaunbau oder geänderten Wegen. Viertens die Softwarepflege, wenn ein Hersteller den Funkstandard oder die App-Generation wechselt.

Der teuerste dieser Punkte ist der vierte, weil er nicht als Wartung erscheint, sondern als Neuanschaffung. Fragen Sie deshalb vor dem Kauf schriftlich nach, wie lange Sicherheitsupdates zugesagt werden; das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik nennt diese Zusage als eines der Auswahlkriterien für Smarthome-Komponenten. Ein System ohne Update-Zusage ist kein günstiges System, sondern eines mit unbekannter Restnutzungsdauer.

Sparpunkte, die den Schutz nicht schwächen

Nicht jede Einsparung geht zulasten der Wirkung. Reduzieren lässt sich ohne Verlust: die Anzahl dauerhaft brennender Leuchten zugunsten bewegungsgesteuerter Punkte, die Zahl der Funkkomponenten zugunsten weniger, aber richtig platzierter Melder, und die Grabenlänge durch Bündelung mehrerer Kreise in einem Leerrohr.

Nicht sparen sollten Sie an drei Stellen: an der Schutzart der bodennahen Leuchten, an der Fehlerstromschutzeinrichtung für Außenstromkreise und an der Erstprüfung mit Prüfbericht. Diese drei Positionen sind vergleichsweise klein und entscheiden im Schadensfall darüber, ob die Anlage als fachgerecht errichtet gilt.

Ein weiterer Hebel liegt in der Reihenfolge. Wenn ohnehin eine Terrasse neu gepflastert oder eine Fassade eingerüstet wird, kosten Leerrohr und Montagepunkt einen Bruchteil dessen, was die spätere Einzelmaßnahme verlangt. Verknüpfen Sie die Planung deshalb mit dem Bauzeitenplan anderer Vorhaben.

Was Sie selbst kalkulieren können und wo die Grenze liegt

Selbst ermitteln können Sie: Anzahl und Position der Schutzbereiche, Meter Grabenlänge nach Aufmaß im Garten, Betriebsstunden aus Ihrem Nutzungsverhalten, Standby-Leistung durch Ablesen der Typenschilder, sowie den vollständigen Verbrauchsteil der Rechnung. Damit haben Sie den Betriebskostenblock im Griff.

Nicht selbst bestimmen können Sie, ob die vorhandene Zuleitung Querschnitt und Absicherung für zusätzliche Stromkreise hergibt, ob der Verteiler noch Platz und Selektivität zulässt und ob eine Bestandsinstallation ohne Fehlerstromschutz erweitert werden darf. Das entscheidet der Elektrofachbetrieb anhand einer Messung, und diese Prüfung kann eine Position auslösen, die Ihr Mengengerüst deutlich verändert. Lassen Sie sich deshalb schon vor der Angebotsphase den Zustand des Verteilers ansehen, statt die Überraschung in die Bauphase zu verschieben.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz – Hinweise zur Messung, Beurteilung und Minderung von Lichtimmissionen, Beschluss vom 13.09.2012, Stand 08.10.2012 (Anlage 2: 03.11.2015)
  2. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes – Einbruch (mit PKS-Zahlen 2025)
  3. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – Smarthome sicher einrichten
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