Einbruchhemmende Haustür nachrüsten: Montage, Funktionsprüfung und Übergabe

Eine Funktions- und Übergabecheckliste. Im Mittelpunkt: Vorbereitung, Montagefolge, Abschaltungen, Konfiguration.

03Sicherheit

Das Wichtigste in Kürze

  • Vorbereitung, Montagefolge, Abschaltungen.
  • Der Beitrag liefert eine Funktions- und Übergabecheckliste.
  • Die Seite deckt ausschließlich Nachrüstung, Prüfung und sicheren Betriebsstart ab.

Der Montagetag entscheidet über die Klasse

Bei einbruchhemmenden Türelementen ist der Einbau kein handwerklicher Anhang zur Lieferung, sondern Teil der geprüften Eigenschaft. DIN EN 1627 klassifiziert das Element einschließlich der Befestigung im Baukörper, wie sie in der Montageanleitung des Herstellers beschrieben ist. Wird abweichend montiert, ist das Element nicht mehr klassifiziert, obwohl das Typenschild unverändert daran hängt.

Praktisch heißt das: Die Montageanleitung gehört vor Arbeitsbeginn auf den Tisch, nicht in den Karton. Sie legt Anzahl, Lage und Art der Befestigungspunkte fest, benennt zulässige Untergründe, schreibt vor, ob und wie die Zarge hinterfüttert wird, und regelt den Anschluss am Boden. Lassen Sie sich diese Unterlage aushändigen und in der Übergabemappe ablegen.

Vorbereitung: fünf Punkte vor dem Liefertermin

Erstens die Rechtslage. In der Wohnungseigentümergemeinschaft gehören Wohnungseingangstüren nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs regelmäßig zum Gemeinschaftseigentum; ein Austausch setzt daher einen Beschluss voraus. § 20 Abs. 2 Nr. 3 WEG gibt Ihnen einen Anspruch auf Gestattung angemessener Maßnahmen zum Einbruchsschutz, die Kosten trägt in der Regel derjenige, der die Maßnahme verlangt hat. Als Mieter benötigen Sie die Erlaubnis des Vermieters; § 554 BGB gibt Ihnen dafür einen Anspruch, erlaubt dem Vermieter aber, eine Sicherheitsleistung für den Rückbau zu verlangen. Regeln Sie in beiden Fällen schriftlich, was bei Auszug oder Verkauf geschieht.

Zweitens die Wandfreigabe. Für den vorhandenen Wandaufbau muss eine schriftliche Aussage des Herstellers zu Befestigungsmitteln und Verankerungstiefen vorliegen. Bei Wärmedämmverbundsystemen, Porenbeton, Hochlochziegeln mit dünnen Stegen und Holzständerwänden ist das ein eigener Klärungspunkt.

Drittens der Zugang. Klären Sie, wie das Element ins Haus kommt, ob Treppenhaus oder Vorbau ausreichen und wo das Altelement zwischengelagert wird.

Viertens die Provisorien. Zwischen Ausbau und fertiger Montage ist das Haus offen. Vereinbaren Sie, dass die Montage an einem Tag abgeschlossen wird oder dass ein verschließbarer Provisoriumszustand hergestellt wird.

Fünftens die Anschlüsse. Klingel, Gegensprechanlage, Türöffner und Beleuchtung sind vor dem Ausbau zu erfassen und nach dem Einbau wiederherzustellen. Ein Leerrohr für spätere Elektrifizierung wird jetzt gelegt, nicht später durch die neue Zarge gebohrt.

Montagefolge und die Punkte, an denen Sie hinsehen sollten

Nach dem Ausbau des Altelements wird die Öffnung geprüft: Maße, Ebenheit, Tragfähigkeit des Untergrunds, Zustand der Laibung. Erst dann wird die neue Zarge gesetzt, ausgerichtet und in Lage fixiert. Achten Sie darauf, dass die Zarge lot- und fluchtgerecht steht, bevor verankert wird, denn ein verzogener Rahmen bringt die Verriegelungspunkte dauerhaft aus ihrer Lage.

Die Verankerung ist der Kernschritt. Die Befestigungspunkte liegen dort, wo die Montageanleitung sie vorsieht, insbesondere auf Höhe der Schlosskästen und der Bänder, weil dort die Angriffskräfte eingeleitet werden. Zwischen Zarge und Mauerwerk wird an diesen Punkten hinterfüttert, damit die Zarge sich unter Hebellast nicht eindrücken lässt. Ein reines Ausschäumen ohne Hinterfütterung ist keine tragende Verbindung, sondern nur Dämmung und Abdichtung.

Anschließend folgen Bodenanschluss, Fugenabdichtung innen und außen sowie das Einhängen und Einstellen des Türblatts. Erst danach werden Beschlag, Zylinder und gegebenenfalls elektrische Komponenten montiert. Beim Zylinder wird die Länge so gewählt, dass er außen bündig oder nur minimal übersteht.

Halten Sie den Zustand vor dem Verschließen der Fugen mit einer Fotodokumentation fest: sichtbare Befestigungspunkte, Hinterfütterung, Bodenanschluss. Nach dem Verputzen ist keine dieser Stellen mehr einsehbar.

Funktions- und Übergabecheckliste

Prüfschritt Erwartetes Ergebnis Nicht bestanden, wenn
Türblatt öffnen und schließen gleichmäßiger Lauf, kein Schleifen an Zarge oder Boden Blatt streift oder fällt von allein zu
Schlüssel vollständig drehen alle Riegel und Haken fahren hörbar und vollständig aus ein Verriegelungspunkt bleibt zurück
Bei selbstverriegelndem Schloss nur zuziehen Riegel fahren selbsttätig aus nur die Falle greift
Zylinder von außen abtasten bündig oder minimal überstehend Zylinder umgreifbar
Schutzbeschlag prüfen von außen nicht demontierbar, Zylinder abgedeckt Schraubenköpfe außen sichtbar
Falzluft umlaufend prüfen gleichmäßiger Spalt über die gesamte Höhe Spalt oben und unten deutlich verschieden
Dichtung prüfen umlaufend anliegend, gleichmäßiger Anpressdruck Papierblatt lässt sich an einer Stelle widerstandslos ziehen
Öffnen von innen ohne Hilfsmittel funktioniert bei verriegelter Tür in einem Zug Schlüssel von innen erforderlich, obwohl Rettungsweg
Elektrische Komponenten testen Türöffner, Klingel, Beleuchtung arbeiten Funktion nur zeitweise oder mit Verzögerung
Verhalten bei Stromausfall prüfen Tür bleibt verriegelt, mechanische Öffnung funktioniert Tür entriegelt oder lässt sich nicht mehr öffnen
Typenschild und Prüfzeugnis abgleichen Klasse und Konfiguration stimmen überein Zeugnis deckt Seitenteil oder Verglasung nicht ab

Gehen Sie diese Liste gemeinsam mit dem Errichter durch und lassen Sie das Ergebnis abzeichnen. Prüfen Sie die letzten drei Zeilen besonders sorgfältig, weil sie nach Abschluss der Arbeiten kaum noch nachverhandelbar sind.

Einweisung der Nutzer

Die Einweisung hat vier Inhalte, die in dieser Reihenfolge vermittelt werden sollten. Erstens die Bedienung: Wie wird verriegelt, wie wird entriegelt, was bedeutet welches Geräusch? Bei nicht selbstverriegelnden Schlössern gehört der Hinweis dazu, dass Zuziehen keine Verriegelung ist.

Zweitens die Schlüsselordnung: Wer hat wie viele Schlüssel, wo werden Reserveschlüssel aufbewahrt, an wen ist ein Verlust zu melden? Ein Schlüssel unter der Fußmatte oder im Blumenkasten entwertet jedes Element.

Drittens die Pflege: Welche Bauteile werden in welchem Intervall gefettet, wie werden Dichtungen behandelt, welche Reinigungsmittel sind für die Oberfläche zugelassen?

Viertens das Verhalten im Notfall: Wie wird die Tür von innen geöffnet, wenn Strom oder Elektronik ausfallen? Wo liegt der Notschlüssel? Diese Frage stellt sich bei elektrisch verriegelten Türen anders als bei rein mechanischen und muss vor dem ersten Ernstfall beantwortet sein.

Übergabemappe und Meldungen nach Abschluss

  • Prüfzeugnis der anerkannten Prüfstelle mit Angabe der Klasse und der geprüften Konfiguration
  • Montageanleitung des Herstellers
  • Montagebescheinigung des Errichters mit Bestätigung, dass nach dieser Anleitung befestigt wurde
  • Fotodokumentation der Befestigungspunkte vor dem Verschließen
  • abgezeichnetes Abnahmeprotokoll
  • Bedienungs- und Wartungsanleitung, Angaben zum Wartungsintervall
  • Schlüsselliste und Sicherungskarte für die Schlüsselnachbestellung
  • bei Wohnungseigentum der Beschluss, bei Miete die Zustimmung des Vermieters
  • bei Förderung die Fachunternehmererklärung und die Rechnungen

Melden Sie den Einbau anschließend Ihrer Hausratversicherung. Sicherungstechnik kann Vertragsbedingungen berühren, und eine schriftliche Mitteilung mit Kopie des Prüfzeugnisses verhindert spätere Auseinandersetzungen darüber, welches Niveau vorhanden war.

Was Sie selbst übernehmen können und wo Schluss ist

Eigenleistung ist bei Vor- und Nacharbeiten sinnvoll: Freiräumen, Demontage von Garderobe und Bekleidung, Entsorgung von Kleinteilen, Malerarbeiten an der Laibung nach abgeschlossener Montage, Pflege der Oberflächen und der Dichtungen im laufenden Betrieb.

Ausgeschlossen sind Verankerung, Hinterfütterung, Bodenanschluss, das Einstellen der Bänder, der Zylindertausch und jede Veränderung an Beschlag oder Verglasung. Diese Bauteile und Arbeitsschritte waren Bestandteil des Prüfaufbaus; ein Eingriff hebt die Klassifizierung auf. Wer die Tür selbst einbaut, kauft ein klassifiziertes Element und erhält ein nicht klassifiziertes Bauteil. Wenn Sie unsicher sind, ob eine geplante Änderung die Konfiguration verlässt, fragen Sie beim Hersteller nach oder holen Sie sich eine neutrale Einschätzung bei der polizeilichen Beratungsstelle für Kriminalprävention.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. DIN EN 1627:2021-11 – Türen, Fenster, Vorhangfassaden, Gitterelemente und Abschlüsse – Einbruchhemmung – Anforderungen und Klassifizierung (DIN Media)
  2. § 554 BGB – Barrierereduzierung, E-Mobilität, Einbruchsschutz und Steckersolargeräte (Bundesamt für Justiz)
  3. § 20 WEG – Bauliche Veränderungen, Absatz 2 Nummer 3 Einbruchsschutz (Bundesamt für Justiz)
Weiterlesen

Mehr zum Thema

016 Artikel
Von Leserinnen und Lesern entdeckt

Besonders beliebte Artikel

026 Artikel
Noch mehr Wissen für Ihr Zuhause

Das könnte Sie auch interessieren

036 Artikel