Druckminderer und Hauswasserfilter nachrüsten: Montage, Funktionsprüfung und Übergabe

Eine Funktions- und Übergabecheckliste. Im Mittelpunkt: Vorbereitung, Montagefolge, Abschaltungen, Konfiguration.

03Trinkwasser

Das Wichtigste in Kürze

  • Vorbereitung, Montagefolge, Abschaltungen.
  • Der Beitrag liefert eine Funktions- und Übergabecheckliste.
  • Die Seite deckt ausschließlich Nachrüstung, Prüfung und sicheren Betriebsstart ab.

Vor dem Montagetermin: Voraussetzungen schaffen

Eine Nachrüstung in der Hausstation ist ein kurzer Eingriff mit langer Vorbereitung. Vier Punkte müssen vorher geklärt sein. Erstens der Platz: Vor der Wand werden je nach Bauform 40 bis 60 Zentimeter Länge und ausreichend Freiraum nach unten für die Entnahme des Filtereinsatzes gebraucht. Zweitens der Ablauf für das Rückspülwasser, der als freier Auslauf ausgeführt sein muss — eine feste Verbindung zur Abwasserleitung ist als Rückwirkungsmöglichkeit unzulässig. Drittens ein Stromanschluss, falls eine automatische Rückspülung vorgesehen ist. Viertens die Abstimmung mit dem Wasserversorger, weil der Wasserzähler verplombt ist und Arbeiten unmittelbar an der Zählerstrecke angezeigt oder durch das Versorgungsunternehmen selbst ausgeführt werden.

Räumen Sie den Hausanschlussraum leer und sorgen Sie für Licht. Kalkulieren Sie eine Wasserabschaltung von zwei bis vier Stunden ein und informieren Sie in Mehrfamilienhäusern alle Nutzungseinheiten schriftlich mit Datum und Zeitfenster.

Montagefolge in der Hausstation

Die Reihenfolge der Bauteile ist festgelegt: Hausanschluss, Hauptabsperrarmatur, Wasserzähler, Absperrarmatur mit Rückflussverhinderer und Entleerungsmöglichkeit, dann der Filter, dann der Druckminderer, danach eine eventuelle Aufbereitung und zuletzt die Verteilung. Der Filter steht vor dem Druckminderer, damit keine Partikel in dessen Regelmechanik gelangen.

Zwischen den Baugruppen gehören Absperrarmaturen, damit ein einzelnes Bauteil ohne Abschaltung des gesamten Hauses gewartet werden kann. Nach dem Druckminderer wird ein Manometer gesetzt; ohne diese Anzeige ist die Funktion später nicht kontrollierbar. Die Einbaulage folgt der Herstellervorgabe — viele Druckminderer und Filter sind nur für eine bestimmte Lage geprüft, und eine gedrehte Montage kann die Rückspülfunktion unwirksam machen.

Einstellung des Hinterdrucks

Die Einstellung ist der fachlich anspruchsvollste Teil der Inbetriebnahme und folgt keiner Faustregel. Der Wert muss zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllen: Er muss hoch genug sein, damit an der ungünstigsten Entnahmestelle im Bemessungsfall ein Mindestfließdruck von 1,0 bar ansteht, wobei Druckspüler und bestimmte Sonderarmaturen mehr verlangen. Und er muss niedrig genug sein, damit der Ruhedruck vor dem Sicherheitsventil des Trinkwassererwärmers nach DIN 1988-200 höchstens 80 Prozent von dessen Ansprechdruck beträgt.

Praktisch bedeutet das: Der Fachbetrieb stellt den Wert ein, misst anschließend an der höchstgelegenen Entnahmestelle unter Last nach und korrigiert, falls nötig. Wird nur eingestellt und nicht nachgemessen, bleibt offen, ob die Anlage die Bedingung überhaupt erfüllt. Verlangen Sie beide Messwerte im Protokoll: den eingestellten Hinterdruck und den gemessenen Fließdruck oben.

Funktionsprüfung Schritt für Schritt

Prüfschritt Durchführung Sollkriterium
Dichtheit der neuen Verbindungen Sichtprüfung unter Betriebsdruck, Verbindungen abtrocknen und nach 30 Minuten erneut prüfen keine Feuchtigkeit, kein Tropfen
Hinterdruck im Ruhezustand Manometer nach dem Druckminderer, alle Entnahmestellen geschlossen eingestellter Wert wird gehalten
Druckhaltung über Zeit Beobachtung des Manometers über 15 Minuten nach kurzer Entnahme kein kontinuierlicher Anstieg in Richtung Vordruck
Fließdruck unter Last Messung an der ungünstigsten Entnahmestelle bei gleichzeitiger Entnahme mindestens 1,0 bar, bei Sonderarmaturen mehr
Verhältnis zum Sicherheitsventil Abgleich des Ruhedrucks mit dem Ansprechdruck laut Typenschild höchstens 80 Prozent des Ansprechdrucks
Rückspülung einmalige Betätigung nach Herstelleranleitung Wasser läuft frei ab, danach klares Sieb, kein Druckverlust
Freier Auslauf Sichtprüfung der Ablaufführung keine feste Verbindung zur Abwasserleitung
Durchfluss nach dem Einbau Messgefäß und Uhr an mehreren Armaturen kein spürbarer Rückgang gegenüber dem Zustand vorher
Spülung der veränderten Strecke nach DIN EN 806-4, Strahlregler vorher entfernen klares, partikelfreies Wasser
Manometeranzeige und Typenschilder Sichtprüfung ablesbar, nicht verdeckt, Einbaudatum vermerkt

Der Punkt mit der Druckhaltung über fünfzehn Minuten ist der wichtigste. Ein Druckminderer, der neu eingebaut wurde und den Wert nicht hält, wurde entweder falsch montiert oder er ist beschädigt — und beides fällt später nur auf, wenn jemand gezielt hinsieht.

Übergabe, Einweisung und Dokumentation

Die Einweisung ist bei diesen Bauteilen ausnahmsweise mehr als Formsache, weil ein Teil der Instandhaltung tatsächlich beim Betreiber liegt. Lassen Sie sich zeigen, wo abgesperrt wird, wie die Rückspülung betätigt wird, welche Anzeige welchen Wert darstellt, wie der eingestellte Hinterdruck lautet und wann welche Wartung fällig ist. Bitten Sie darum, dass der eingestellte Wert am Gerät oder am Manometer markiert wird; so fällt eine Abweichung sofort auf.

Verlangen Sie zur Übergabe: das Inbetriebnahmeprotokoll mit den gemessenen Drücken, die Datenblätter beider Bauteile mit Prüfnachweis nach DIN EN 1567 beziehungsweise DIN EN 13443-1, das Spülprotokoll, die aktualisierte Skizze der Hausstation mit Reihenfolge der Bauteile und Absperrpunkten sowie einen Wartungsplan mit Terminen. Legen Sie alles zur Anlagenakte.

Wartungsplan für den Betrieb

DIN EN 806-5 gibt den Rahmen vor, und er lässt sich in vier Zeilen zusammenfassen: Rückspülbare Filter werden alle zwei Monate rückgespült. Bei nicht rückspülbaren Filtern wird der Einsatz spätestens alle sechs Monate gewechselt. Der Druckminderer wird jährlich inspiziert. Die Wartung des Druckminderers erfolgt in Abständen von ein bis drei Jahren durch den Fachbetrieb.

Tragen Sie diese Termine in einen Kalender ein und dokumentieren Sie jede Durchführung mit Datum. Bündeln Sie die jährliche Inspektion mit der Heizungswartung; das spart einen Anfahrtstermin und stellt sicher, dass sie tatsächlich stattfindet. Kontrollieren Sie zusätzlich bei jeder Rückspülung das Manometer und den Zustand der Filtertasse.

Die Grenze zwischen Bedienung und Eingriff

Zulässig sind für Sie die vom Hersteller vorgesehenen Bedienhandlungen: die Rückspülung nach Anleitung, das Ablesen der Anzeigen, die Sichtprüfung, die Kontrolle des Ablaufs und das Führen des Wartungsbuchs. Das ist bewusst so vorgesehen, weil das Zweimonatsintervall anders nicht einzuhalten wäre.

Nicht zulässig sind Einbau, Ausbau und Austausch der Bauteile, das Öffnen eines Filtergehäuses unter Druck, jede Arbeit an der verplombten Zählerstrecke, das Verändern des eingestellten Hinterdrucks und das Einbringen von Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln. Wer an der Kundenanlage arbeitet, muss im Installateurverzeichnis eines Wasserversorgungsunternehmens eingetragen sein; das ist keine Formalie, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Anlage nach dem Eingriff überhaupt betrieben werden darf. Die Trinkwasserverordnung macht die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik dabei zur Pflicht des Betreibers, also zu Ihrer — und die erfüllen Sie, indem Sie die richtigen Nachweise verlangen und die Ihnen zugewiesenen Kontrollen tatsächlich durchführen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Trinkwasserverordnung – aktueller Gesetzestext
  2. Umweltbundesamt – Trinkwasser
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