Druckminderer und Hauswasserfilter planen: Anforderungen, Schutz und Reserven festlegen

Eine Anforderungsliste für Fachplanung und Angebot. Im Mittelpunkt: Nutzung, technische Anforderungen, Gefährdungen, Schutzmaßnahmen.

03Trinkwasser

Das Wichtigste in Kürze

  • Nutzung, technische Anforderungen, Gefährdungen.
  • Der Beitrag liefert eine Anforderungsliste für Fachplanung und Angebot.
  • Die Seite beantwortet ausschließlich die sichere Systemplanung.

Zwei Bauteile, zwei Aufgaben — und häufig ein Missverständnis

Druckminderer und Hauswasserfilter sitzen meist unmittelbar nebeneinander und werden oft als Kombigerät verkauft. Ihre Aufgaben haben trotzdem nichts miteinander zu tun. Der Druckminderer begrenzt den Druck in der Hausinstallation auf einen gleichbleibenden, einstellbaren Wert und schützt damit Armaturen, Schläuche, Geräteanschlüsse und Rohrverbindungen vor Überlastung und Druckstößen. Der mechanische Filter hält Partikel zurück, die aus dem Versorgungsnetz eingetragen werden — Rost, Sandkörner, Kalkbruchstücke —, und schützt damit vor Ablagerungen, zugesetzten Strahlreglern und Korrosionsstellen an metallenen Bauteilen.

Beide Geräte reinigen kein Wasser im hygienischen Sinne. Ein Hauswasserfilter entfernt keine Keime, keine gelösten Stoffe und keine Schwermetalle; er ist ein Schutzbauteil für die Installation, kein Aufbereitungsgerät. Wer eine hygienische Verbesserung erwartet, plant das falsche Bauteil ein.

Wann ein Druckminderer erforderlich ist

Die Auslösegröße ist der Ruhedruck an der Übergabestelle. DIN 1988-200 nennt als Anforderung, dass der Ruhedruck vor den Entnahmearmaturen 5 bar nicht überschreiten soll; liegt der Versorgungsdruck darüber, ist ein Druckminderer vorzusehen. Fragen Sie den zugesicherten Versorgungsdruck beim Wasserversorger schriftlich ab, statt sich auf eine Momentaufnahme am Manometer zu verlassen — der Netzdruck schwankt tages- und jahreszeitlich, und maßgeblich ist der höchste zu erwartende Wert.

Eine zweite Auslösegröße ergibt sich aus dem Trinkwassererwärmer. Nach DIN 1988-200 darf der Ruhedruck vor dem Sicherheitsventil 80 Prozent seines Ansprechdrucks nicht überschreiten. Bei einem Sicherheitsventil mit 10 bar Ansprechdruck liegt die zulässige Obergrenze damit bei 8 bar; bei einem Ventil mit 6 bar Ansprechdruck sind es 4,8 bar. Diese Rechnung entscheidet häufiger über die Notwendigkeit eines Druckminderers als der Netzdruck selbst.

Den Hinterdruck richtig festlegen

Der eingestellte Hinterdruck ist keine Geschmacksfrage, sondern das Ergebnis einer Bilanz. Er muss ausreichen, um an der ungünstigsten Entnahmestelle im Bemessungsfall einen Mindestfließdruck von 1,0 bar zu liefern — und Druckspüler, bestimmte Thermostatarmaturen und Durchlauferhitzer verlangen mehr. Abzuziehen sind die geodätische Höhe mit rund 0,1 bar je Meter, der Druckverlust des Wasserzählers, des Filters, einer eventuellen Enthärtungsanlage, des Trinkwassererwärmers sowie die Rohrreibung und die Einzelwiderstände auf dem Weg dorthin.

In der Praxis liegen die eingestellten Werte in Wohngebäuden häufig zwischen 3,0 und 4,0 bar. Diese Spanne ist eine Beobachtung, keine Vorgabe: In einem viergeschossigen Haus mit langen Wegen kann ein deutlich höherer Wert nötig sein, in einem Bungalow ein niedrigerer genügen. Der Druckminderer braucht außerdem eine Mindestdifferenz zwischen Vor- und Hinterdruck, um sauber zu regeln; ein Gerät, das nur 0,3 bar reduzieren soll, arbeitet unruhig.

Den Filter auslegen

Mechanische Filter für die Hausinstallation sind nach DIN EN 13443-1 geprüft und arbeiten mit Maschenweiten im Bereich von 80 bis 150 Mikrometern. Feinere Filter sind für den Dauereinsatz im Trinkwasser nicht geeignet: Sie setzen sich schnell zu, erzeugen hohe Druckverluste und bieten Mikroorganismen eine große besiedelbare Oberfläche.

DIN 1988-200 verlangt den Einbau eines Filters in Trinkwasserinstallationen, in denen metallene Rohrwerkstoffe verwendet werden. In reinen Kunststoffinstallationen ist er nicht zwingend, aber sinnvoll, weil Partikel auch dort Armaturen und Geräte beschädigen. Die Nennweite des Filters richtet sich nach dem Berechnungsdurchfluss der Anlage; ein zu klein gewählter Filter verursacht einen Druckverlust, der in der Bilanz an der obersten Entnahmestelle fehlt. Verlangen Sie im Angebot die Druckverlustkennlinie des vorgesehenen Geräts.

Einbauort und Reihenfolge

Die Reihenfolge in der Hausstation ist festgelegt und nicht beliebig: Hausanschluss, Hauptabsperrarmatur, Wasserzähler, Absperrarmatur mit Rückflussverhinderer und Entleerung, dann der Filter, dann der Druckminderer und erst danach eine eventuelle Aufbereitung und die Verteilung. Der Filter steht vor dem Druckminderer, damit Partikel nicht in dessen Regelmechanik gelangen.

Für die Rückspülung eines rückspülbaren Filters braucht es einen Abwasseranschluss mit freiem Auslauf. Eine direkte, feste Verbindung zwischen Filter und Abwasserleitung ist als Verbindung zwischen Trinkwasser und einer Flüssigkeit höherer Gefährdungskategorie unzulässig; die zulässigen Sicherungseinrichtungen ergeben sich aus DIN EN 1717 und DIN 1988-100. Planen Sie außerdem Platz für Wartung ein: Der Filtereinsatz muss nach unten oder zur Seite entnehmbar sein, und die Einstellschraube des Druckminderers muss erreichbar bleiben.

Ein oft übersehener Punkt: Filtertassen aus transparentem Kunststoff veralgen bei Lichteinfall. Ein Fenster im Hausanschlussraum oder eine dauerhaft brennende Lampe genügen. Sehen Sie eine Abdeckung vor oder wählen Sie eine lichtundurchlässige Ausführung.

Anforderungsliste für Fachplanung und Angebot

Auslegungsgröße Quelle der Angabe Anforderung oder Prüfkriterium
Zugesicherter Versorgungsdruck schriftliche Auskunft des Wasserversorgers bestimmt, ob ein Druckminderer erforderlich ist
Ansprechdruck des Sicherheitsventils Typenschild am Trinkwassererwärmer Ruhedruck davor höchstens 80 Prozent des Ansprechdrucks
Geodätische Höhe Aufmaß bis zur höchsten Entnahmestelle rund 0,1 bar Verlust je Meter
Berechnungsdurchfluss der Anlage Rohrnetzberechnung nach DIN 1988-300 bestimmt Nennweite von Filter und Druckminderer
Druckverlust der Einbauten Kennlinien der Hersteller Summe muss in der Druckbilanz aufgehen
Mindestfließdruck an der ungünstigsten Stelle Rohrnetzberechnung mindestens 1,0 bar, bei Sonderarmaturen mehr
Maschenweite des Filters Datenblatt nach DIN EN 13443-1 80 bis 150 Mikrometer, keine feineren Dauerfilter
Rohrwerkstoff der Installation Bestandsaufnahme oder Planung bei metallenen Werkstoffen ist ein Filter nach DIN 1988-200 einzubauen
Abwasseranschluss für Rückspülung Bestandsaufnahme im Hausanschlussraum freier Auslauf, keine feste Verbindung
Prüfzeichen der Bauteile Typenschild und Datenblatt Druckminderer nach DIN EN 1567, Filter nach DIN EN 13443-1, Trinkwassereignung nachgewiesen
Platz für Wartung Aufmaß vor Ort Filtereinsatz entnehmbar, Einstellschraube erreichbar
Lichtverhältnisse am Einbauort Sichtprüfung Filtertasse vor Lichteinfall geschützt

Reserven und spätere Erweiterbarkeit

Planen Sie die Hausstation so, dass eine spätere Ergänzung ohne Umbau möglich bleibt. Konkret bedeutet das: ausreichende freie Wandlänge nach dem Druckminderer für eine Enthärtungsanlage oder eine Dosiereinrichtung, ein Abwasseranschluss mit freiem Auslauf in Reichweite, eine Steckdose in der Nähe, Absperrarmaturen vor und hinter jeder Baugruppe sowie ein Manometer nach dem Druckminderer, damit die Funktion jederzeit ablesbar ist.

Was Sie nicht als Reserve einplanen sollten, ist eine überdimensionierte Nennweite. Ein zu groß gewählter Filter erhöht den Wasserinhalt der Hausstation, verlängert die Verweilzeit und arbeitet bei geringem Durchfluss schlechter. Auch hier gilt die Bemessung nach tatsächlichem Bedarf.

Grenzen der eigenen Beurteilung

Sie können den Versorgungsdruck erfragen, den Ansprechdruck des Sicherheitsventils am Typenschild ablesen, die geodätische Höhe messen, den Einbauort auf Platz, Abwasseranschluss und Lichtverhältnisse prüfen und die Datenblätter angebotener Geräte auf Prüfzeichen und Maschenweite kontrollieren. Damit erkennen Sie die meisten Fehlplanungen bereits im Angebot.

Die Festlegung des Hinterdrucks, die Auswahl der Nennweite und die Bewertung der Sicherungseinrichtungen setzen die vollständige Druckbilanz voraus und gehören in die Fachplanung. Einbau und Einstellung sind ohnehin gebunden: Änderungen an der Kundenanlage darf nur ein Betrieb ausführen, der im Installateurverzeichnis eines Wasserversorgungsunternehmens eingetragen ist. Verstellen Sie insbesondere niemals selbst den Hinterdruck eines vorhandenen Druckminderers — die Einstellung hängt an der gesamten Anlage einschließlich der Absicherung des Trinkwassererwärmers.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Trinkwasserverordnung – aktueller Gesetzestext
  2. Umweltbundesamt – Trinkwasser
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