Hebeanlage für Entwässerungsstellen – Kosten kalkulieren: Gerät, Installation, Prüfung und Wartung

Eine Gesamtkostenrechnung über eine realistische Nutzungsdauer. Im Mittelpunkt: Geräte, Leitungswege, Montage, Prüfungen.

03Trinkwasser

Das Wichtigste in Kürze

  • Geräte, Leitungswege, Montage.
  • Der Beitrag liefert eine Gesamtkostenrechnung über eine realistische Nutzungsdauer.
  • Die Seite behandelt nur Budget und laufenden Aufwand.

Eine Anlage mit drei Kostenebenen

Anders als bei rein mechanischen Bauteilen der Entwässerung hat eine Hebeanlage drei Kostenebenen, die alle drei über die Nutzungsdauer relevant bleiben: die Investition, den Energieverbrauch und die vorgeschriebene Wartung. Die Investition ist einmalig und gut kalkulierbar. Der Energieverbrauch ist klein, aber dauerhaft. Die Wartung ist die Ebene, die viele Eigentümer unterschätzen, weil sie an feste Intervalle gebunden ist und nicht nach Bedarf entfällt.

Die Reihenfolge der Bedeutung ist dabei nicht die Reihenfolge der Höhe. Über zwanzig Jahre kann die Summe der Wartungen die Anschaffung der Anlage übersteigen. Wer diese Position bei der Entscheidung ausblendet, vergleicht Angebote auf einer falschen Grundlage.

Der Investitionsteil im Detail

Vier Blöcke gehören getrennt in jedes Angebot. Erstens die Anlage: Behälter, Pumpe oder Pumpen, Schaltgerät, Störmeldeeinrichtung, Rückflussverhinderer, Absperrschieber. Zweitens die Rohrleitungen: Zulauf, Druckleitung einschließlich Rückstauschleife, Lüftungsleitung über Dach, Anschluss an die Grundleitung. Drittens die baulichen Leistungen: Aufstellfläche herrichten, Durchbrüche, Dachdurchdringung, gegebenenfalls Aufbruch der Sohle, Wiederherstellung. Viertens die Elektroinstallation: eigener Stromkreis, Absicherung, Schutzmaßnahmen im feuchten Raum, Verlegung der Störmeldung an einen wahrnehmbaren Ort.

Der zweite Block wird regelmäßig unterschätzt. Die Lüftungsleitung über Dach ist bei fäkalienhaltigem Abwasser erforderlich und bedeutet eine Durchdringung der Dachhaut mit dauerhaft dichter Anbindung — eine Position, die im Bestand mehrere Gewerke berührt.

Ein weiterer typischer Zusatzposten ist die Redundanz. Eine Doppelanlage mit zwei Pumpen im Wechselbetrieb kostet mehr als eine Einzelanlage, ist aber in bestimmten Konstellationen die geschuldete Ausführung und nicht die Komfortvariante. Klären Sie diesen Punkt vor dem Preisvergleich, sonst vergleichen Sie zwei verschiedene Leistungen.

Betriebskosten: klein, aber nicht null

Der Stromverbrauch einer Hebeanlage in einem Wohngebäude ist gering, weil die Pumpe nur läuft, wenn Abwasser gefördert wird. Er steigt jedoch spürbar, wenn die Anlage taktet — also häufig anspringt und nach kurzer Laufzeit wieder abschaltet. Taktbetrieb entsteht typischerweise, wenn das Nutzvolumen des Behälters zu klein bemessen ist und die aus der Druckleitung zurücklaufende Menge den Einschaltpunkt sofort wieder erreicht. In diesem Fall ist der erhöhte Verbrauch nur das sichtbare Symptom; der eigentliche Schaden ist der Verschleiß.

Beobachten Sie deshalb die Schalthäufigkeit. Ein einfacher Betriebsstundenzähler oder eine Notiz über die Zahl der Anläufe an einem normalen Tag reicht aus, um eine Veränderung zu bemerken.

Wartung: das Intervall hängt an der Gebäudeart

DIN 1986-30 behandelt die Instandhaltung von Entwässerungsanlagen. Für Abwasserhebeanlagen gelten abgestufte Wartungsintervalle, die sich nach der Nutzung des Gebäudes richten: in gewerblich genutzten Betrieben vierteljährlich, in Mehrfamilienhäusern halbjährlich, in Einfamilienhäusern jährlich. Diese Abstufung ist der wichtigste Einzelfaktor Ihrer laufenden Kosten und sollte in jedem Wartungsangebot ausdrücklich benannt sein.

Ergänzend gehört die Kontrolle durch den Betreiber dazu. Sie beschränkt sich auf Beobachtung — Schaltverhalten, Geräusch, Dichtheit, Funktion der Störmeldung — und verursacht keine Fremdkosten, verlängert aber die Standzeit erheblich, weil Veränderungen früh auffallen.

Gesamtkostenrechnung über die Nutzungsdauer

Die folgende Aufstellung ordnet die Positionen über einen Betrachtungszeitraum von rund 20 Jahren, wie er für Pumpe und Steuerung realistisch ist; der Behälter und die Rohrleitungen halten in der Regel länger.

Position Rhythmus Kostentreiber Einfluss auf die Gesamtrechnung
Bemessung und Planung einmalig Zahl der Entwässerungsgegenstände, Höhenverhältnisse gering, wirkt auf alle Folgekosten
Anlage mit Behälter und Steuerung einmalig Einzel- oder Doppelanlage, Fördermenge, Ausstattung hoch
Zulauf, Druckleitung, Rückstauschleife einmalig Länge, Nennweite, Zahl der Durchbrüche mittel
Lüftungsleitung über Dach einmalig Weg bis zum Dach, Abdichtung der Durchdringung mittel, im Bestand hoch
Elektroinstallation einmalig eigener Stromkreis, Schutzmaßnahmen, Meldeleitung mittel
Bauliche Vorbereitung und Wiederherstellung einmalig Sohlarbeiten, Transportweg, Oberflächen stark schwankend
Strom laufend Laufzeit, Schalthäufigkeit, Förderhöhe gering bei korrekter Auslegung
Wartung Einfamilienhaus jährlich nach DIN 1986-30 Anfahrt, Umfang, Ersatzteile prägt die laufenden Kosten
Wartung Mehrfamilienhaus halbjährlich nach DIN 1986-30 wie oben, doppelte Frequenz verdoppelt den laufenden Block
Wartung gewerbliche Nutzung vierteljährlich nach DIN 1986-30 wie oben, vierfache Frequenz größter laufender Posten
Verschleißteile mehrjährlich, zustandsabhängig Laufrad, Dichtungen, Schaltgeber, Rückflussverhinderer mittel, planbar über Rücklage
Notreinigung nach Verzopfung ereignisabhängig Nutzerverhalten, Feuchttücher und Hygieneartikel vollständig vermeidbar
Austausch der Pumpe oder der Steuerung einmal in der Nutzungsdauer wahrscheinlich Ersatzteilverfügbarkeit, Zugänglichkeit hoch, Rücklage bilden
Wasserschaden bei unbemerktem Ausfall seltenes Ereignis Trocknung, Desinfektion, Ersatz von Einbauten übertrifft alle übrigen Posten

Wo sich Sparen rechnet und wo nicht

Sparen können Sie über den Zeitpunkt und über die Bündelung: Wird der Aufstellraum ohnehin umgebaut, sinken Vorbereitung und Wiederherstellung deutlich. Sparen können Sie außerdem über die Ersatzteilstrategie — eine Anlage aus einer verbreiteten Baureihe mit langfristig lieferbaren Verschleißteilen kostet über zwanzig Jahre weniger als ein Sondermodell.

Nicht sparen sollten Sie an drei Stellen. An der Störmeldeeinrichtung, weil ein unbemerkter Ausfall der teuerste denkbare Fall ist. An der Zugänglichkeit, weil jede Wartung sonst mit Demontagearbeiten beginnt und nach Zeitaufwand abgerechnet wird. Und an der Redundanz, wenn die Konstellation eine Doppelanlage verlangt — der Aufpreis ist einmalig, der Ausfall trifft jede angeschlossene Entwässerungsstelle gleichzeitig.

Was in Angeboten fehlt und ins Budget gehört

Prüfen Sie jedes Angebot auf vier Punkte: die Dachdurchdringung für die Lüftungsleitung einschließlich Abdichtung, die Elektroinstallation als eigene Position, den Anschluss der Störmeldung an einen bewohnten Bereich und den Wartungsvertrag mit dem für Ihre Gebäudeart zutreffenden Intervall. Klären Sie zusätzlich, wer die nach der Entwässerungssatzung Ihrer Gemeinde erforderliche Anzeige übernimmt. Die Gemeinde ist nach § 56 des Wasserhaushaltsgesetzes zur Abwasserbeseitigung verpflichtet, regelt die Bedingungen des Anschlusses aber über ihre Satzung.

Grenzen der eigenen Kostensteuerung

Sie können Angebote strukturieren, Intervalle vergleichen, Verschleißteile im Vertrag klären lassen, das Schaltverhalten beobachten und durch Ihr Nutzungsverhalten die häufigste Störungsursache vermeiden: Feuchttücher, Hygieneartikel, Fette und Speisereste gehören nicht in die Entwässerung und verursachen den größten Teil aller Noteinsätze.

Nicht in Eigenleistung gehören Wartung, Prüfung und Reparatur. Die Wartung nach DIN 1986-30 setzt Fachkunde voraus und umfasst Arbeiten am geöffneten Behälter mit fäkalienhaltigem Inhalt — eine Tätigkeit mit hygienischen Anforderungen, die über Handschuhe hinausgehen. Ebenso wenig dürfen Sie an der Elektroinstallation arbeiten. Wer hier spart, spart an genau der Position, die im Schadensfall den Nachweis des ordnungsgemäßen Betriebs trägt.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. § 56 WHG – Pflicht zur Abwasserbeseitigung (Wasserhaushaltsgesetz)
  2. DIN EN 12056-4:2001-01 – Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden, Teil 4: Abwasserhebeanlagen; Planung und Bemessung (DIN Media, kostenpflichtig)
  3. DIN 1986-30:2012-02 – Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke, Teil 30: Instandhaltung (DIN Media, kostenpflichtig)
Weiterlesen

Mehr zum Thema

016 Artikel
Von Leserinnen und Lesern entdeckt

Besonders beliebte Artikel

026 Artikel
Noch mehr Wissen für Ihr Zuhause

Das könnte Sie auch interessieren

036 Artikel