WLAN-Access-Points planen: Anforderungen, Schutz und Reserven festlegen

Eine Anforderungsliste für Fachplanung und Angebot. Im Mittelpunkt: Nutzung, technische Anforderungen, Gefährdungen, Schutzmaßnahmen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Nutzung, technische Anforderungen, Gefährdungen.
  • Der Beitrag liefert eine Anforderungsliste für Fachplanung und Angebot.
  • Die Seite beantwortet ausschließlich die sichere Systemplanung.

Funkzellen entstehen aus dem Grundriss, nicht aus der Gerätezahl

Die Frage, wie viele Zugangspunkte ein Haus braucht, lässt sich nicht aus der Wohnfläche beantworten. Maßgeblich sind drei Größen: die Dämpfung der Bauteile zwischen Sender und Empfänger, die Zahl gleichzeitig aktiver Geräte je Bereich und die Anforderung des empfindlichsten Dienstes, den Sie über Funk betreiben wollen.

Bauteile dämpfen sehr unterschiedlich. Leichte Innenwände und Holzbalkendecken lassen Funk weitgehend durch, Stahlbetondecken und bewehrte Wände sehr viel schlechter, und Wärmeschutzverglasung mit metallbedampfter Schicht wirkt nahezu wie ein Spiegel. Genau deshalb funktioniert die Ausleuchtung eines Neubaus mit Massivdecken selten mit einem einzigen Gerät im Erdgeschoss, während ein Altbau mit Holzdecken oft überraschend gut versorgt ist. Gehen Sie die Wege durch das Haus ab und markieren Sie im Grundriss jede Massivdecke, jede tragende Wand und jeden Bereich mit Fußbodenheizung im Estrich.

Die zweite Größe ist die Gerätedichte. Ein Zugangspunkt teilt seine Kapazität unter allen Teilnehmern der Funkzelle auf. Wo viele Geräte auf engem Raum zusammenkommen, entscheidet nicht die Reichweite über die Auslegung, sondern die Zahl gleichzeitiger Verbindungen.

Der rechtliche Rahmen begrenzt, was ein Gerät darf

Funkzugangspunkte arbeiten in Frequenzbereichen, die die Bundesnetzagentur allgemein zugeteilt hat. Die Zuteilungen enthalten Auflagen, die unmittelbar in die Planung hineinwirken.

Im Bereich 2400 bis 2483,5 Megahertz ist eine äquivalente Strahlungsleistung von 100 Milliwatt zulässig; das Band steht innen wie außen zur Verfügung, ist dafür aber stark belegt und bietet praktisch nur drei überlappungsfreie Kanäle. Der Bereich 5150 bis 5350 Megahertz ist auf die Nutzung innerhalb von Gebäuden beschränkt; im oberen Teilbereich sind zusätzlich die automatische Frequenzwahl zur Radarerkennung und die Sendeleistungsregelung vorgeschrieben. Der Bereich 5470 bis 5725 Megahertz erlaubt eine höhere Strahlungsleistung und darf auch außerhalb von Gebäuden genutzt werden, verlangt aber ebenfalls Radarerkennung und Leistungsregelung. Für den unteren Teil des 6-Gigahertz-Bereichs besteht eine Allgemeinzuteilung für Anwendungen mit begrenzter Leistung innerhalb von Gebäuden.

Zwei Planungskonsequenzen folgen daraus. Erstens: Ein Zugangspunkt für Terrasse, Garten oder Nebengebäude darf nicht beliebig in jedem 5-Gigahertz-Kanal betrieben werden. Zweitens: Kanäle mit Radarerkennung können den Kanal während des Betriebs wechseln, wenn ein Radarsignal erkannt wird. In der Nähe von Flughäfen und Wetterradaren führt das zu kurzen Unterbrechungen, die für Videotelefonie spürbar sind.

Ein fest montierter Zugangspunkt wird über die Datenleitung gespeist. Die Leistungsklassen der Normenfamilie IEEE 802.3 reichen von rund 15 Watt am speisenden Anschluss über etwa 30 Watt bis zu den vierpaarigen Varianten mit 60 beziehungsweise 90 Watt. Geräte mit mehreren Funkmodulen und mehreren Antennenketten liegen häufig oberhalb der ersten Klasse. Prüfen Sie deshalb vor der Auswahl, welche Klasse der vorhandene Switch je Port liefert und welches Gesamtbudget er über alle Ports hat.

Der Uplink ist die zweite Randbedingung. Ein Zugangspunkt, dessen Funkkapazität deutlich über der Geschwindigkeit seines Kabelanschlusses liegt, wird durch den Anschluss begrenzt. Für aktuelle Geräte ist eine Strecke der Klasse EA mit Kategorie-6A-Komponenten deshalb keine Vorratsplanung, sondern die passende Grundlage. Die Streckenlänge der permanenten Verbindung von 90 Metern gilt auch hier.

Der Montageort ergibt sich aus der Ausbreitung: zentral im zu versorgenden Bereich, an der Decke oder hoch an der Wand, nicht im Schrank, nicht hinter dem Fernseher und nicht im Verteilerkasten. Ein Gerät im Metallgehäuse verliert den größten Teil seiner Reichweite.

Anforderungsliste für Fachplanung und Angebot

Anforderung Mindestfestlegung Auslöser für die höhere Stufe
Versorgungsbereiche je Geschoss ein zentraler Deckenpunkt Massivdecken, mehr als zwei getrennte Gebäudeteile
Anbindung gespeiste Kupferstrecke Klasse EA je Zugangspunkt Entfernung über 90 Meter erzwingt Glasfaser
Speisung Klasse des Switches passend zum Gerät, Gesamtbudget geprüft mehrere Funkmodule je Gerät
Bänder 2,4 und 5 Gigahertz, Auflagen der Allgemeinzuteilung eingehalten 6 Gigahertz nur für Innenräume
Außenversorgung ausschließlich Bänder ohne Innenraumbeschränkung Nebengebäude, Terrasse, Garten
Verschlüsselung aktuelle Verschlüsselung, lange zufällige Passphrase vernetzte Haushaltsgeräte ohne Unterstützung eigenes Netz
Netztrennung eigenes Gastnetz mit Isolierung der Teilnehmer getrennter Bereich für Gebäudetechnik und Kameras
Verwaltung lokal erreichbar, auch ohne Internetverbindung Fernwartung nur mit dokumentiertem Zugangsweg
Aktualisierung schriftliche Zusage zum Zeitraum der Sicherheitsupdates Betrieb über die Zusagedauer hinaus ausgeschlossen
Nachweis Messpunkte im Grundriss mit Empfangsqualität nach Inbetriebnahme Abnahme ohne Messpunkte nicht freigeben

Schutzkonzept: drei Netze statt eines

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt für Heimnetze eine Trennung der Bereiche. Praktisch bewährt hat sich eine Aufteilung in drei Zonen: das Hauptnetz für persönliche Geräte, ein Gastnetz ohne Zugriff auf das Hauptnetz und mit Isolierung der Gäste untereinander, sowie ein Bereich für vernetzte Haushalts- und Gebäudetechnik. Die dritte Zone ist die wichtigste, weil vernetzte Geräte häufig über den kürzesten Aktualisierungszeitraum verfügen und sich am schlechtesten kontrollieren lassen.

Setzen Sie für jedes Netz eine eigene, ausreichend lange und zufällig gewählte Passphrase. Kurze, sprechende Kennwörter sind das häufigste praktische Einfallstor. Schalten Sie die Anmeldung per Knopfdruckverfahren ab und deaktivieren Sie Fernzugänge, die Sie nicht ausdrücklich brauchen.

Reserven, die sich in der Planung lohnen

Zwei Reserven zahlen sich fast immer aus. Die erste ist ein zweiter Deckenauslass je Geschoss, auch wenn zunächst nur einer bestückt wird; das Kabel ist der teure Teil, nicht der Anschluss. Die zweite ist Speisereserve im Switch, weil Nachrüstungen bei Kameras und Türstationen typischerweise dieselbe Quelle belasten.

Nicht lohnend ist dagegen die Vorratshaltung bei den Geräten selbst. Zugangspunkte werden im Rhythmus der Funkstandards ersetzt; entscheidend ist, dass die Infrastruktur das nächste Gerät trägt, nicht dass heute das leistungsfähigste montiert wird.

Was Sie festlegen können und wo die Fachplanung übernimmt

Sie können Versorgungsbereiche im Grundriss markieren, Bauteile mit hoher Dämpfung eintragen, die Zahl gleichzeitig genutzter Geräte je Bereich schätzen, Montageorte vorschlagen und die Anforderungsliste als einheitliche Grundlage an mehrere Betriebe geben.

Die Grenze verläuft dort, wo die Anbindung entsteht. Kabelwege durch klassifizierte Bauteile mit anschließender Abschottung, die Einhaltung der Trennungsabstände zu Energieleitungen, jede Einbindung in den Potentialausgleich sowie Arbeiten an der festen elektrischen Anlage sind Sache einer Elektrofachkraft; die Anlage hinter der Messeinrichtung darf nach der Niederspannungsanschlussverordnung nur ein eingetragenes Installationsunternehmen bearbeiten.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Bundesnetzagentur, Vfg. 128/2023 – Allgemeinzuteilung der Frequenzen 2400,0–2483,5 MHz für Breitband-Datenübertragungsgeräte (WLAN)
  2. Bundesnetzagentur – Lokale Funknetze bei 2,4 GHz, 5 GHz und 5,8 GHz
  3. BSI – Router, WLAN und VPN sicher einrichten
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