Totleitungen in der Trinkwasserinstallation – Kosten kalkulieren: Gerät, Installation, Prüfung und Wartung
Eine Gesamtkostenrechnung über eine realistische Nutzungsdauer. Im Mittelpunkt: Geräte, Leitungswege, Montage, Prüfungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Geräte, Leitungswege, Montage.
- Der Beitrag liefert eine Gesamtkostenrechnung über eine realistische Nutzungsdauer.
- Die Seite behandelt nur Budget und laufenden Aufwand.
Der Preis hängt am Zugang, nicht am Rohr
Der Rückbau einer nicht mehr durchflossenen Leitung ist materialtechnisch trivial. Es wird kein Rohr verlegt, sondern eines entfernt und ein Anschlussstück verschlossen. Der Materialanteil liegt oft unter zwanzig Euro. Trotzdem streuen die Angebote für dieselbe Aufgabe zwischen zweihundert und mehreren tausend Euro — und der Unterschied liegt fast vollständig darin, wie gut die Trennstelle erreichbar ist.
Eine frei zugängliche Abzweigung an der Kellerdecke ist in einer halben Stunde erledigt. Dieselbe Abzweigung in einem verfliesten Schacht hinter der Duschwand bedeutet Öffnen, Trennen, Verschließen, Verschließen der Wand, Fliesenarbeit und Malerarbeit. Kalkulieren Sie deshalb nie den Rückbau als solchen, sondern immer den Zugang plus Rückbau plus Wiederherstellung.
Die Positionen einer realistischen Kalkulation
Ein vollständiges Angebot enthält sieben Blöcke. Erstens die Ortung und Bestandsaufnahme: Welche Abschnitte sind überhaupt betroffen, wohin führen sie, wo liegt die Abzweigung? Zweitens die Freilegung. Drittens die eigentliche Trennung unmittelbar am durchflossenen Strang und der fachgerechte Verschluss des Anschlussstücks. Viertens der Ausbau des abgetrennten Rohres, soweit baulich möglich. Fünftens die Dichtheitsprüfung des veränderten Abschnitts. Sechstens die Spülung nach DIN EN 806-4 und gegebenenfalls eine Beprobung. Siebtens Wiederherstellung von Putz, Fliesen, Estrich und Anstrich sowie die Aktualisierung des Bestandsplans.
Der fünfte und sechste Block werden am häufigsten übersehen und dann nachberechnet. Fordern Sie sie ausdrücklich im Angebot.
Kostenübersicht nach Zugänglichkeit
| Situation | Aufwand | Spanne einschließlich Wiederherstellung |
|---|---|---|
| Abzweig frei zugänglich an Kellerdecke oder in Vorwandinstallation mit Revisionsklappe | Trennen und Verschließen, keine Bauarbeiten | 150 bis 350 Euro |
| Abzweig hinter abnehmbarer Verkleidung oder in offenem Schacht | Verkleidung ab und wieder an | 250 bis 600 Euro |
| Abzweig in verputzter Wand, nicht gefliest | Stemmen, Verschließen, Putz und Anstrich | 450 bis 1.100 Euro |
| Abzweig hinter Fliesen im genutzten Bad | Fliesen öffnen, Abdichtung wiederherstellen, Fliesenarbeit | 900 bis 2.500 Euro |
| Kompletter stillgelegter Steigstrang über mehrere Geschosse | Trennung an beiden Enden, Öffnungen je Geschoss | 1.500 bis 5.000 Euro |
| Alter Hausanschluss im Erdreich | Erdarbeiten, Trennung durch den Wasserversorger | 1.200 bis 4.000 Euro zuzüglich Gebühren des Versorgers |
| Ortung unklarer Leitungsverläufe | Leitungssuche, Endoskopie, Wärmebild | 250 bis 800 Euro je Termin |
| Spülung und Dichtheitsprüfung nach dem Eingriff | je betroffenem Abschnitt | 200 bis 600 Euro |
| Beprobung durch zugelassene Untersuchungsstelle | drei Probenahmestellen | 180 bis 450 Euro |
| Aktualisierung Bestandsplan | Aufmaß und Zeichnung | 150 bis 500 Euro |
Bündeln Sie Maßnahmen. Wenn ohnehin ein Bad saniert oder ein Strang erneuert wird, sinkt der Rückbau einer benachbarten Totleitung auf den reinen Arbeitszeitanteil. Ein eigener Termin mit Anfahrt, Baustelleneinrichtung und Wiederherstellung kostet dagegen ein Vielfaches.
Was das Nichthandeln kostet
Die Alternative zum Rückbau ist nicht kostenneutral. Wer eine nicht mehr genutzte Entnahmestelle behält und regelmäßig spült, zahlt Wasser, Abwasser und Arbeitszeit. Ein Beispiel: Eine Stichleitung mit 4 Litern Inhalt, die zur Sicherstellung des Wasseraustauschs zweimal wöchentlich mit dem dreifachen Inhalt gespült wird, verbraucht rund 1,2 Kubikmeter im Jahr. Bei einem Mischpreis für Trink- und Abwasser von 4,50 Euro je Kubikmeter sind das etwa 5 Euro. Bei zwölf solcher Abschnitte in einem Mehrfamilienhaus liegt man bei 60 Euro jährlich für Wasser — und bei erheblich mehr, wenn eine Person diese Spülungen ausführen und dokumentieren muss.
Deutlich teurer wird es im Befundfall. Wird bei einer Untersuchung nach § 31 der Trinkwasserverordnung der technische Maßnahmenwert für Legionellen von 100 koloniebildenden Einheiten je 100 Milliliter aus Anlage 3 überschritten, folgen nach § 51 Ursachenermittlung mit Ortsbesichtigung, Gefährdungsanalyse, Abhilfemaßnahmen und die Anzeige beim Gesundheitsamt. Rechnen Sie für die Gefährdungsanalyse eines Mehrfamilienhauses mit einem Betrag im hohen dreistelligen bis mittleren vierstelligen Bereich, für Nachbeprobungen mit mehreren hundert Euro und für eine thermische oder chemische Desinfektion nach dem DVGW-Arbeitsblatt W 557 mit einem vierstelligen Betrag. Hinzu kommen mögliche Nutzungseinschränkungen wie ein angeordnetes Duschverbot mit den entsprechenden mietrechtlichen Folgen.
Gesamtrechnung über zwanzig Jahre
Stellen Sie beide Wege für einen konkreten Abschnitt gegenüber. Ausgangslage: eine nicht mehr genutzte Stichleitung mit 4 Litern Inhalt in einem vermieteten Mehrfamilienhaus, Abzweig hinter abnehmbarer Verkleidung erreichbar.
| Position | Rückbau jetzt | Beibehalten und spülen |
|---|---|---|
| Einmalige Kosten | 350 bis 600 Euro | 0 Euro |
| Wasser und Abwasser über 20 Jahre | 0 Euro | rund 100 Euro |
| Aufwand für Spülung und Dokumentation über 20 Jahre | entfällt | 20 bis 60 Stunden, extern deutlich teurer |
| Risiko eines auffälligen Befundes | deutlich reduziert | erhöht |
| Kosten im Befundfall | entfällt für diesen Abschnitt | 1.500 bis 6.000 Euro einmalig |
| Aufwand bei jeder Gefährdungsanalyse | Abschnitt entfällt | wiederkehrende Bewertung erforderlich |
Die Rechnung fällt eindeutig aus, sobald das Risiko mit einem realistischen Erwartungswert angesetzt wird. Der Rückbau ist die einzige Maßnahme, die den Aufwand dauerhaft auf null senkt.
Wann sich ein Bündel lohnt und wie Sie es planen
Legen Sie eine Liste aller verdächtigen Abschnitte an und ordnen Sie jedem eine Zugänglichkeitsklasse zu. Alle Abschnitte der Klasse frei zugänglich lassen sich in einem einzigen Termin abarbeiten; das ist fast immer wirtschaftlich. Abschnitte hinter Fliesen warten auf die nächste Badsanierung, es sei denn, ein Befund oder eine Gefährdungsanalyse zwingt zum sofortigen Handeln.
Für Abschnitte, die baulich nicht erreichbar sind, gibt es eine begrenzte Zwischenlösung: die Einbindung in eine durchflossene Leitungsführung, sodass aus der Totleitung ein durchströmter Abschnitt wird. Das ist eine Planungsleistung und kostet mehr als ein Rückbau, kann aber die einzige Möglichkeit sein. Lassen Sie sich diese Variante mit Nachweis der Durchströmung anbieten, nicht als Absichtserklärung.
Wo Eigenleistung Geld spart und wo sie ausgeschlossen ist
Sie senken die Rechnung, indem Sie die Vorarbeit übernehmen: Kartierung aller Entnahmestellen, Freiräumen der Zugänge, Demontage von Möbeln und abnehmbaren Verkleidungen, Entsorgung des Bauschutts, Terminkoordination mit anderen Gewerken und die Beschaffung alter Bauunterlagen. In der Summe sind das leicht mehrere Arbeitsstunden, die sonst abgerechnet würden.
Die Trennung selbst und jeder Verschluss an einer wasserführenden Leitung sind ausgeschlossen. Nach § 12 der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser dürfen solche Arbeiten nur durch das Wasserversorgungsunternehmen oder ein in dessen Installateurverzeichnis eingetragenes Unternehmen ausgeführt werden. Ein eigenmächtig gesetzter Verschluss an der falschen Stelle erzeugt zudem oft einen neuen, längeren nicht durchflossenen Abschnitt — und damit genau den Zustand, dessen Beseitigung bezahlt werden sollte.








