Pooltechnik und Überwinterung: Was die Umwälzung kostet und was der Frost zerstört

Der Strom der Umwälzpumpe ist der größte laufende Posten am Pool – und er hängt an der Drehzahl, nicht an der Laufzeit. Im Herbst entscheidet dann der Wasserstand darüber, ob das Becken den Frost unbeschadet übersteht.

Blaue Poolabdeckung auf einer Aufrollvorrichtung am Beckenrand
Blaue Poolabdeckung auf einer Aufrollvorrichtung am BeckenrandFoto: SMC at English Wikipedia / Wikimedia CommonsPublic domain

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei gleicher umgewälzter Wassermenge sinkt der Energiebedarf einer Kreiselpumpe mit dem Quadrat der Drehzahl: halbe Drehzahl bei doppelter Laufzeit kostet ein Viertel des Stroms.
  • Der Filterkessel begrenzt die sinnvolle Pumpengröße – 8,6 Kubikmeter pro Stunde ergeben in einem 500er Kessel rund 44 Meter pro Stunde Filtergeschwindigkeit, in einem 600er nur noch 30.
  • Ein einziger Zentimeter verdunstetes Wasser entzieht einer 24,5 Quadratmeter großen Wasserfläche rund 167 Kilowattstunden Wärme; keine Heizungseinstellung gleicht das aus, eine Abdeckung schon.
  • Ein leeres Becken ist im Winter gefährdeter als ein teilbefülltes: Bei 1,40 Meter Einbindetiefe können rund 34 Tonnen Auftrieb angreifen, die sonst die Wasserfüllung aufwiegt.

Am Pool kostet nicht das Wasser Geld, sondern der Strom. Die Umwälzpumpe läuft an jedem Tag der Saison mehrere Stunden und ist in den meisten Anlagen der einzige Verbraucher, der wirklich ins Gewicht fällt. Wie viel sie dabei verbraucht, entscheidet sich allerdings nicht an der Zeitschaltuhr, sondern an der Drehzahl. Im Oktober kommt die zweite Frage dazu, bei der die teuersten Schäden entstehen: Wie viel Wasser bleibt über den Winter im Becken?

Beide Fragen hängen an derselben Ausgangsgröße — der Umwälzung. Wer sie für die eigene Anlage einmal ausgerechnet hat, kann Pumpenangebote vergleichen, die Kesselgröße beurteilen, die Laufzeit begründen und im Herbst entscheiden, welches Bauteil trocken sein muss. Die Wasserchemie selbst, also pH-Wert, Desinfektion und Alkalität, bleibt hier außen vor; sie steht im Beitrag zur Wasserpflege bei Pool und Teich.

Wie viel Wasser die Pumpe wirklich bewegen muss

Die Auslegung beginnt beim Beckeninhalt: Länge mal Breite mal mittlere Wassertiefe. Als durchgehendes Beispiel dient hier ein Rechteckbecken von 7,00 auf 3,50 Meter mit 1,40 Meter mittlerer Tiefe — 24,5 Quadratmeter Wasserfläche, 34,3 Kubikmeter Inhalt.

In privaten Anlagen hat sich eingebürgert, diesen Inhalt zweimal täglich vollständig durch den Filter zu schicken, hier also 68,6 Kubikmeter am Tag. Bei acht Stunden Laufzeit sind das 8,6 Kubikmeter pro Stunde, bei zwölf Stunden 5,7. Verbindlich ist diese Rate nicht: DIN EN 16713-2 regelt Anforderungen und Prüfverfahren für Umwälzsysteme privater Schwimmbäder, schreibt aber keine für jedes Becken gültige Umwälzzahl vor. Sie ist eine Auslegungsannahme — und gehört deshalb schriftlich ins Angebot, zusammen mit der Förderhöhe, für die sie gilt.

Denn die 8,6 Kubikmeter müssen im eingebauten Zustand ankommen, nicht im Bestpunkt des Datenblatts. Filterkessel, Rohrreibung, Bögen, Ventile und ein halb zugesetzter Skimmerkorb summieren sich; üblich sind Auslegungen bei acht bis zehn Metern Wassersäule. Eine Pumpe, die auf dem Karton 15 Kubikmeter pro Stunde trägt, liefert bei zehn Metern Gegendruck erheblich weniger.

Die dritte Größe begrenzt die beiden anderen: die Filterfläche. Filtergeschwindigkeit ist der Volumenstrom geteilt durch die Querschnittsfläche des Filterbetts. DIN 19643-1 lässt für Bäder mit öffentlicher Nutzung höchstens 30 Meter pro Stunde zu. Für den Garten gilt die Norm nicht, als Maßstab taugt sie trotzdem, weil die Physik dieselbe bleibt: Wer das Wasser zu schnell durch das Bett drückt, verliert Rückhalt.

Kesseldurchmesser Filterfläche Filtergeschwindigkeit bei 8,6 m³/h
500 mm 0,20 m² rund 44 m/h
600 mm 0,28 m² rund 30 m/h
750 mm 0,44 m² rund 20 m/h

Daraus folgt eine Faustregel, die den meisten Angeboten widerspricht: Eine größere Pumpe am unveränderten Kessel kauft Strömungsgeschwindigkeit und kostet Filterwirkung. Der wirksamere und auf Dauer billigere Weg zu klarem Wasser ist der größere Kessel bei kleinerer Pumpe.

Sandfilter, Kartusche und Glasmedium im Betriebsvergleich

Drei Bauarten sind im Privatbereich verbreitet. Sie unterscheiden sich weniger im Anschaffungspreis als im Wasserverbrauch und in der Art der Arbeit, die sie jede Woche verlangen.

Quarzsand Glasfiltermedium Kartuschenfilter
Rückhalt laut Herstellerangaben etwa 20 bis 40 µm etwa 5 bis 20 µm etwa 10 bis 20 µm
Reinigung Rückspülen über das Mehrwegeventil Rückspülen, meist seltener nötig Kartusche ausbauen und abspritzen
Wasserverlust je Reinigung mehrere hundert Liter rund ein Fünftel bis ein Drittel weniger nahezu kein Beckenwasser
Medienwechsel etwa alle drei bis fünf Jahre deutlich längere Standzeit Kartusche je nach Belastung jede Saison
Der Preis dafür Wasserverbrauch, hohes Kesselgewicht höherer Materialpreis je Füllung wöchentliche Handarbeit, kein Rückspülkomfort

Die Angaben zur Feinheit stammen von den Herstellern der Medien, nicht aus einem genormten Vergleichsverfahren — sie taugen zur Einordnung, nicht als Zusicherung. Belastbar ist dagegen die Wasserrechnung, und die lässt sich für die eigene Anlage selbst aufstellen: 8,6 Kubikmeter pro Stunde sind rund 143 Liter je Minute. Drei Minuten Rückspülen plus eine halbe Minute Nachspülen ergeben knapp 500 Liter, also anderthalb Prozent des Beckeninhalts. Wer über eine Saison zwanzigmal rückspült, schickt zehn Kubikmeter in den Kanal — fast ein Drittel der Füllung.

Was das kostet, hängt am Wohnort. Das mengenabhängige Trinkwasserentgelt lag zum Stichtag 1. Januar 2025 bundesweit bei 2,06 Euro je Kubikmeter, die Spanne der Länder bei kombinierten Tarifen reichte von 1,65 Euro in Bayern bis 2,72 Euro in Baden-Württemberg. Zehn Kubikmeter kosten damit rund 17 bis 27 Euro — plus Abwasserentgelt, sofern das Rückspülwasser in die Kanalisation geht. Teurer als das Wasser ist die Wärme darin: Zehn Kubikmeter Frischwasser von zwölf auf 26 Grad zu bringen, verlangt rund 163 Kilowattstunden Wärme. Wohin abgelassenes Poolwasser überhaupt darf, behandelt der Beitrag zum Entsorgen von Poolwasser.

Die Drehzahl ist der größte Hebel bei den Betriebskosten

Für Kreiselpumpen gilt das Affinitätsgesetz: Der Förderstrom ist der Drehzahl proportional, die Förderhöhe ihrem Quadrat, der Leistungsbedarf ihrer dritten Potenz. Halbe Drehzahl bedeutet also halbe Fördermenge, aber nur ein Achtel der aufgenommenen Leistung. Weil die halbierte Menge die doppelte Laufzeit braucht, bleibt für dieselbe umgewälzte Wassermenge ein Viertel des Energiebedarfs übrig. Allgemein gilt: Bei gleichem Tagesvolumen sinkt der Verbrauch mit dem Quadrat der Drehzahl.

Gerechnet für das Beispielbecken, mit dem von Destatis am 31. März 2026 veröffentlichten Durchschnittspreis von 40,55 Cent je Kilowattstunde für private Haushalte im zweiten Halbjahr 2025 und einer Saison von 180 Tagen:

  • Einstufige Pumpe, 750 Watt, acht Stunden täglich: 6,0 kWh am Tag, 1.080 kWh in der Saison, rund 438 Euro.
  • Geregelt auf 70 Prozent Drehzahl: rund 260 Watt, dafür gut elf Stunden Laufzeit — 2,9 kWh am Tag, etwa 215 Euro.
  • Geregelt auf 50 Prozent Drehzahl: rund 95 Watt, dafür 16 Stunden Laufzeit — 1,5 kWh am Tag, rund 110 Euro.

Zwischen der ersten und der letzten Zeile liegen gut 325 Euro je Saison. Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens gilt das Gesetz streng nur für die Pumpe selbst; Motorwirkungsgrad im Teillastbereich und der Anteil der Rohrreibung an der Förderhöhe schmälern die Ersparnis in der Praxis. Zweitens ist die Drehzahl nicht beliebig absenkbar: Skimmer, Bodenablauf, Wärmetauscher, Dosier- und Messtechnik und der Sauganschluss für den Reiniger brauchen jeweils einen Mindestvolumenstrom, und die Rückspülung verlangt ohnehin volle Drehzahl. Rechnen Sie den Aufpreis der geregelten Pumpe gegen diese Jahresersparnis — bei einer Größenordnung von 200 bis 300 Euro pro Saison ist die Frage meist nach zwei bis drei Sommern beantwortet.

Heizen: was Wärmepumpe und Absorber leisten — und was nicht

Wasser zu erwärmen ist eine schlichte Rechnung: 1,163 Kilowattstunden je Kubikmeter und Kelvin. Das Beispielbecken von 20 auf 26 Grad zu bringen, verlangt also rund 239 Kilowattstunden Wärme. Das ist beherrschbar. Teuer wird nicht das Aufheizen, sondern das Halten der Temperatur gegen die laufenden Verluste.

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist dafür heute die übliche Lösung, weil sie aus einer Kilowattstunde Strom ein Vielfaches an Wärme macht. Der Haken steckt in den Prüfbedingungen: Hersteller nennen den COP fast immer für warme Luft und warmes Wasser, meist 26 Grad beidseitig. Gebraucht wird die Heizung aber im Mai und im September, wenn die Luft 12 bis 15 Grad hat — und dort fällt der Wert deutlich ab. Vergleichen Sie deshalb nur Angaben, die dieselbe Prüfbedingung nennen, und lassen Sie sich die Leistung für den kühlen Betriebspunkt zeigen. Für die Auslegung existiert mit der bsw-Richtlinie „Schwimmbadwasser-Erwärmung für Privatschwimmbäder“ ein branchenübliches Regelwerk, auf das sich Fachbetriebe berufen können.

Solarabsorber — schwarze Matten oder Rohrmodule auf Dach oder Freifläche — kosten im Betrieb nur die Pumpenenergie. Als Praxisspanne gilt eine Absorberfläche von 50 bis 100 Prozent der Wasserfläche, für das Beispielbecken also 12 bis 25 Quadratmeter; auch dazu gibt es eine eigene bsw-Richtlinie. Zwei ehrliche Einschränkungen: Der Absorber liefert dann am meisten, wenn Sie ihn am wenigsten brauchen, und in den Randmonaten am wenigsten. Und er verlangt Umwälzung tagsüber bei Sonne, was der Optimierung auf lange, langsame Laufzeiten in den günstigen Stunden zuwiderläuft. Wer beides will, braucht eine Steuerung, die zwischen Filter- und Solarbetrieb unterscheidet.

Warum die Abdeckung mehr bringt als jede Heizungseinstellung

Der größte Wärmeverlust eines Freibeckens ist keine Wärmeleitung nach unten, sondern Verdunstung nach oben. Jedes Kilogramm Wasser, das die Oberfläche verlässt, nimmt bei Beckentemperatur rund 2,45 Megajoule mit — etwa 0,68 Kilowattstunden je Liter.

Rechnen Sie das an dem Wasserstand nach, den Sie im Sommer ohnehin nachfüllen. Ein Zentimeter Wasserstand sind bei 24,5 Quadratmetern Fläche 245 Liter. Diese 245 Liter haben dem Becken rund 167 Kilowattstunden Wärme entzogen — also rund 70 Prozent dessen, was nötig war, um das gesamte Becken um sechs Kelvin aufzuheizen. Wer im Hochsommer wöchentlich zwei Zentimeter nachfüllt, verliert in dieser Woche mehr Wärme, als die komplette Anfangserwärmung gekostet hat.

Deshalb ist die Abdeckung, nicht die Heizung, die wirksamste Einzelmaßnahme: Sie unterbindet den Verdunstungsstrom, wenn niemand im Wasser ist, hält nachts die Abstrahlung zurück und spart nebenbei Wasser, Nachdosierung und Reinigungsaufwand. Ob Solarfolie, Rollladen oder Lamellenabdeckung — der Energieeffekt entsteht in erster Linie dadurch, dass die Oberfläche geschlossen ist. Wichtig ist die Abgrenzung: Eine Abdeckung, die Wärme hält, ist keine Absturzsicherung. Sie darf nur dann als Schutz eingeplant werden, wenn sie ausdrücklich dafür geprüft und befestigt ist; die Anforderungen dazu stehen im Beitrag zur Kindersicherung am Wasser.

Einwintern: die Reihenfolge und der Grund für jeden Schritt

Der Zeitpunkt richtet sich nach der Wassertemperatur, nicht nach dem Kalender. Sinkt sie dauerhaft unter etwa 15 Grad, kommt biologisches Wachstum weitgehend zum Erliegen und der Zehrungsbedarf an Desinfektionsmittel fällt stark ab. Wer schon im August bei 22 Grad einwintert, legt ein biologisch aktives Becken still. Die Reihenfolge selbst ist nicht beliebig: Jeder Schritt schafft die Voraussetzung für den nächsten.

  1. Wasserwerte einstellen, solange die Anlage noch läuft. Nur bei korrektem pH-Wert wirkt eine abschließende Desinfektion, und nur umgewälztes Wasser verteilt sie. Danach lässt sich beides nicht mehr korrigieren.
  2. Gründlich reinigen. Boden absaugen, Wasserlinie entfetten, Wände abbürsten, Skimmer- und Pumpenkorb leeren. Organische Reste sind über den Winter die Nahrungsgrundlage für alles, was im März wieder wächst — und im kalten, stehenden Wasser lassen sie sich nicht mehr entfernen.
  3. Filter ein letztes Mal rückspülen oder die Kartusche reinigen. Ein Filterbett, das mit Schmutzfracht überwintert, riecht im Frühjahr und gibt sie beim ersten Anlauf ins Becken zurück.
  4. Wasserstand absenken — aber nur bis unter die Einbauteile. Bei Skimmerbecken üblicherweise bis unter den Skimmerausschnitt und die tiefste Einlaufdüse. Grund: Wasser dehnt sich beim Gefrieren um rund neun Prozent aus, weil Eis mit etwa 917 Kilogramm je Kubikmeter leichter ist als Wasser. In einem geschlossenen Skimmergehäuse oder einer Düse ist das ein Sprengsatz. Bei Überlaufbecken gilt eine andere Regel; hier zählt die Herstellerangabe.
  5. Alle wasserführenden Leitungen und Aggregate vollständig entleeren. Saug- und Druckleitung, Filterkessel, Pumpengehäuse, Wärmetauscher oder Wärmepumpe, Dosier- und Messtechnik, Gegenstromanlage. Ablassschrauben öffnen und geöffnet lassen, Ventile in Zwischenstellung bringen, damit kein Restwasser in geschlossenen Kammern steht. Leitungsenden im Becken mit Winterstopfen verschließen, sonst läuft Wasser zurück.
  6. Pumpe, Steuerung, Dosiertechnik und Messzellen frostfrei lagern. pH- und Redoxelektroden dürfen nicht trocken werden — sie gehören in die vom Hersteller vorgesehene Aufbewahrungslösung, sonst sind sie im Frühjahr unbrauchbar.
  7. Winterschutzmittel dosieren. Es hält Kalk in Lösung und bremst Algen im stehenden Wasser. Es ist ausdrücklich kein Frostschutzmittel: Den Gefrierpunkt des Beckenwassers senkt es nicht nennenswert, und es ersetzt weder Schritt 1 noch Schritt 2.
  8. Eisdruckpolster einbringen. Schwimmkörper, diagonal verspannt oder mit Gewichten gehalten, geben der wachsenden Eisdecke eine Ausweichrichtung nach innen. Ohne sie überträgt sich die Ausdehnung direkt auf Beckenwand und Ecken — dort, wo Folienbecken und gemauerte Becken am empfindlichsten sind.
  9. Winterabdeckung auflegen. Sie hält Laub draußen, das sonst über Monate Huminstoffe abgibt und das Wasser braun färbt. Sie ist nicht identisch mit der Sommerfolie: Eine Winterabdeckung muss Regen und Schneelast abführen oder tragen können.

Bei einem Aufstellpool gilt eine eigene Logik — je nach Bauart wird er abgebaut, eingelagert oder in verkleinertem Umfang stehen gelassen. Ein Naturpool wird gar nicht eingewintert: Seine Regenerationszone lebt über den Winter weiter, und die Umwälzung läuft in reduzierter Form durch.

Warum das leere Becken der teuerste Winterfehler ist

Der naheliegende Gedanke — kein Wasser, kein Eis, kein Schaden — ist bei fest eingebauten Becken falsch, und er ist die Ursache vieler Winterschäden. Drei Mechanismen wirken gleichzeitig.

Auftrieb. Ein eingebautes Becken ist im Boden ein Hohlkörper. Steigt der Grundwasserspiegel oder staut sich nach Starkregen Sickerwasser in der Baugrube, wirkt Auftrieb von unten. Für das Beispielbecken mit 24,5 Quadratmetern Grundfläche und 1,40 Meter Einbindung unter dem anstehenden Wasserspiegel sind das rund 34 Kubikmeter verdrängtes Wasser — etwa 336 Kilonewton oder 34 Tonnen. Gefüllt hält die eigene Wasserlast von 34,3 Tonnen fast exakt dagegen. Leer entfällt sie vollständig, und übrig bleibt das Eigengewicht der Konstruktion. Ein GFK- oder Folienbecken hebt sich unter dieser Last, und ein gehobenes Becken lässt sich nicht zurückdrücken.

Verformung durch einseitigen Druck. Im gefüllten Zustand steht der Wasserdruck von innen gegen den Erddruck von außen; bei 1,40 Meter Tiefe sind das am Beckenboden knapp 14 Kilopascal Gegendruck. Fehlt er, wirkt der Erddruck einseitig auf die Wand — besonders kritisch bei Stahlwand- und Schalungssteinbecken und dann, wenn der Boden gefriert und sich ausdehnt.

Folienschrumpfung. Eine PVC-Auskleidung ist im eingebauten Zustand durch die Wasserlast gedehnt und durch das Wasser vor UV-Strahlung geschützt. Liegt sie einen Winter lang trocken, kalt und belichtet, wird sie hart und zieht sich zusammen. Typisch sind Falten in den Kehlen, gerissene Ecken und eine Folie, die sich im Frühjahr nicht mehr faltenfrei anlegen lässt. Bei Folienbecken ist Leerstehen deshalb fast immer ein Schaden mit Ansage.

Die praktische Konsequenz ist unspektakulär: Senken Sie den Wasserstand nur so weit, wie es Schritt 4 verlangt — meist zehn bis zwanzig Zentimeter. Vollständig entleert wird nur für eine Sanierung, dann in der trockenen Jahreszeit, nach Prüfung des Grundwasserstands und möglichst mit einem Kontrollschacht an der Ringdrainage, aus dem sich anstehendes Wasser abpumpen lässt.

Für dieses Jahr heißt das konkret: Messen Sie ab Ende September wöchentlich die Wassertemperatur und legen Sie den Einwinterungstermin auf den ersten dauerhaften Unterschreitungspunkt. Holen Sie bis dahin die Anlagendokumentation hervor und markieren Sie darin jede Ablassschraube und jedes Ventil, das Sie öffnen müssen. Und tragen Sie parallel die Betriebsstunden und die Leistungsaufnahme Ihrer Pumpe zusammen — wenn die Rechnung wie im Beispiel oben ausfällt, ist der Winter der richtige Zeitpunkt, den Austausch gegen eine drehzahlgeregelte Pumpe einzuholen, statt im Mai unter Zeitdruck zu kaufen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Statistisches Bundesamt: Erdgas- und Stromdurchschnittspreise, Veröffentlichung vom 31. März 2026
  2. Statistisches Bundesamt: Entgelte der Trinkwasserversorgung nach Tariftypen 2023 bis 2025
  3. KSB Kreiselpumpenlexikon: Affinitätsgesetz
  4. DIN EN 16713-2:2016-08 – Schwimmbäder für private Nutzung, Wassersysteme, Teil 2: Umwälzsysteme (DIN Media)
  5. DIN 19643-1:2023-06 – Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser, Teil 1: Allgemeine Anforderungen (DIN Media)
  6. Bundesverband Schwimmbad & Wellness e. V.: bsw-Richtlinien für Privatschwimmbäder
Weiterlesen

Mehr zum Thema

016 Artikel
Von Leserinnen und Lesern entdeckt

Besonders beliebte Artikel

026 Artikel
Noch mehr Wissen für Ihr Zuhause

Das könnte Sie auch interessieren

036 Artikel