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Wärmerückgewinnungsgrad einfach erklärt

Der Wärmerückgewinnungsgrad (WRG) gibt den Anteil der Wärme an, den eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung der Abluft entzieht und der Zuluft zuführt.

Was bedeutet Wärmerückgewinnungsgrad?

Der WRG wird nach DIN EN 13053 als Verhältnis der thermischen Nutzlast definiert, die von der warmen Abluft auf die kalte Zuluft übertragen wird, relativ zur maximal möglichen Temperaturdifferenz. Ein Wert von 73 Prozent heißt: Der Großteil der vorher im Raum gespeicherten Wärme wird zurückgehalten und der ankommenden Frischluft wieder zugeführt – vorausgesetzt, die Anlage ist dicht und feuchteoptimiert.

Typische Geräte erreichen derzeit 50 bis 95 Prozent. Kreuzströmgeräte mit Plattentauschern liefern 60 bis 75 Prozent; Rotorlüftungen mit direktem Zu- und Abluftkontakt häufig 80 bis 95 Prozent und eignen sich besser für trockene Räume. Je höher der WRG, desto geringer die Wärmeverluste über das Gehäuse und desto niedriger der Heizbedarf.

Für die Biotreppe-Alternativausführung nach § 43 Absatz 4 GModG (mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung) gelten drei kumulative Kriterien: ein WRG von mindestens 73 Prozent, eine Leistungszahl von mindestens 10 und die Belüftung des gesamten Gebäudeteils. Hersteller-Datenblätter nennen beide Kennzahlen; ohne schriftliche Zusicherung lässt sich die Pflicht später schwer belegen.

Warum ist der Begriff für Eigentümer wichtig?

Wer eine Gas- oder Ölheizung betreibt, profitiert doppelt: Eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung erfüllt die Biotreppe-Pflicht und spart den teuren Bioanteil im Brennstoff, solange WRG und Leistungszahl die gesetzlichen Minima überschreiten. Dafür steigen Investition und laufender Wartungsaufwand. Prüfen Sie daher im Angebotsstadium die Kennzahlen aus dem Hersteller-Datenblatt und verlangen Sie die schriftliche Zusicherung beider Werte.

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