Saldierung einfach erklärt
Die Saldierung verrechnet bezogenen Netzstrom mit rückgespeistem Solarstrom innerhalb eines Abrechnungszeitraums. Dabei entstehen geringere Umlagen und Netzentgelte als bei separatem Bezug.
Was bedeutet Saldierung?
Die Saldierung ist ein grundlegendes Prinzip im deutschen Stromrecht. Sie regelt, dass bezogener Netzstrom und rückgespeister Solarstrom innerhalb eines Kalendersjahres verrechnet werden dürfen. Die verbleibende Netto-Bezugsgröße bestimmt, welche Posten der Stromrechnung in welchem Umfang anfallen. Mit der Einführung des § 61c EEG kam zusätzlich die Frage hinzu, wie Umlagen und Abgaben bemessen werden, wenn Speicher oder Ladepunkte dazwischengeschaltet sind. Welche Kategorie gerade gilt, richtet sich nach der gewählten Option und dem Messkonzept.
Konkret wirkt sich die Saldierung darauf aus, dass je höher der eigene Solaranteil und je sauberer die Messpunktaufteilung, desto kleiner bleibt die mengenteilige Komponente bestimmter Abrechnungsposten. Das wirkt auf die monatliche Stromrechnung und auf die Wirtschaftlichkeit von Speicher- und Ladepunktinvestitionen. Parallel bleibt die Einspeisevergütung nur solchen Mengen erhalten, die der Förderung zuzuordnen sind.
Die Saldierung findet normalerweise automatisch durch den Netzbetreiber statt. Die Messung basiert auf den Zählerständen: Einspeisezähler liest positive Mengen ab, Netzzähler negative. Moderne intelligente Messeinrichtungen ermöglichen sogar Viertelstundengenaues Monitoring, was die Flexibilität bei der Bilanzierung erhöht.
Wichtig zu wissen ist, dass die Saldierung keine Erstattung bedeutet. Wer mehr produziert als verbraucht, bekommt nicht automatisch Geld ausgezahlt. Stattdessen werden die positiven und negativen Mengen mathematisch verrechnet. Die wirtschaftliche Bewertung hängt stark vom individuellen Verbrauchsmuster und vom Anlagetyp ab. Bei Kombination mit Speichern lässt sich der nutzbare Anteil weiter erhöhen.
Warum ist der Begriff für Eigentümer wichtig?
Als Hauseigentümer mit PV-Anlage profitieren Sie direkt von der Saldierung. Je höher Ihr Eigenverbrauch im Laufe des Jahres liegt, desto geringer ausfallen die zu zahlenden Abgaben. Das lohnt sich besonders bei hohen Speichern, intelligenter Steuerung und optimiertem Lastprofil. Prüfen Sie jährlich Ihre Abrechnungen sorgfältig, ob die Saldierung korrekt angewandt wurde und vergleichen Sie alternative Versorgungsformen kritisch.


