Netzwerkschrank und USV nachrüsten: Montage, Funktionsprüfung und Übergabe

Eine Funktions- und Übergabecheckliste. Im Mittelpunkt: Vorbereitung, Montagefolge, Abschaltungen, Konfiguration.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Vorbereitung, Montagefolge, Abschaltungen.
  • Der Beitrag liefert eine Funktions- und Übergabecheckliste.
  • Die Seite deckt ausschließlich Nachrüstung, Prüfung und sicheren Betriebsstart ab.

Vorbereitung: Masse, Maße und Anschlusspunkt klären

Bevor der Schrank an die Wand kommt, sind drei Größen zu klären. Die erste ist die Gesamtmasse im Endausbau, einschließlich Batteriesatz; sie ist bei Wandgehäusen der begrenzende Faktor und entscheidet über Befestigungsmittel und Untergrund. Die zweite ist die nutzbare Einbautiefe: Messen Sie das tiefste Gerät und rechnen Sie den Raum für Netzstecker, Rangierschnüre und deren Biegeradien hinzu. Die dritte ist der Anschlusspunkt für die Stromversorgung.

Die Einbaubreite von 482,6 Millimetern und die Höheneinheit von 44,45 Millimetern nach IEC 60297-3-100 sind feste Größen und brauchen keine Prüfung. Die Tiefe dagegen ist frei und wird regelmäßig zu knapp gewählt. Ein Gerät, das mechanisch hineinpasst, aber das Schließen der Tür verhindert, sobald ein Netzstecker steckt, ist ein Fehlkauf.

Klären Sie außerdem vor Beginn, wer den elektrischen Anschluss herstellt. Ein eigener Stromkreis für den Technikbereich, die Einbindung des metallischen Gehäuses in den Schutzpotentialausgleich und die Frage einer vorgeschalteten Überspannungsschutzeinrichtung nach den Errichtungsbestimmungen der Reihe DIN VDE 0100 sind Leistungen einer Elektrofachkraft. Nach der Niederspannungsanschlussverordnung darf die Anlage hinter der Messeinrichtung nur ein eingetragenes Installationsunternehmen bearbeiten.

Montagefolge von unten nach oben

Der Einbau folgt der Masse. Die Versorgung mit ihrem Batteriesatz gehört als schwerstes Bauteil an die unterste Position; das senkt den Schwerpunkt und entlastet die Wandbefestigung. Darüber folgen Steckdosenleiste und Netzteile, dann der Switch, darüber das Patchfeld und ganz oben Geräte mit geringer Masse und hohem Wärmeanfall.

Zwei Details werden häufig übersehen. Erstens: Zwischen Versorgung und dem nächsten Gerät bleibt mindestens eine Höheneinheit frei, damit die Abwärme abziehen kann und die Batterie nicht von oben zusätzlich erwärmt wird. Zweitens: Die Kabelführung nach DIN EN 50174-2 gilt auch im Schrank. Datenkabel und Netzleitungen werden getrennt geführt, idealerweise auf gegenüberliegenden Seiten, und Kabelbinder werden handfest gesetzt statt gespannt.

Erstinbetriebnahme der Versorgung

  1. Gerät an den vorgesehenen Anschluss bringen und ohne angeschlossene Verbraucher einschalten.
  2. Vollständige Erstladung abwarten. Die dafür benötigte Zeit nennt der Hersteller; ein Laufzeittest vor Abschluss der Erstladung liefert falsche Werte.
  3. Verbraucher schrittweise aufschalten und die Anzeige der Auslastung beobachten. Die Wirkleistung aller Verbraucher muss deutlich unter der in Watt angegebenen Ausgangsleistung bleiben.
  4. Gemeinsamen Anlauf prüfen: alle Verbraucher gleichzeitig einschalten und beobachten, ob die Versorgung die Einschaltströme trägt.
  5. Selbsttest aktivieren und das Prüfintervall festlegen.
  6. Signalisierung einrichten: Verbindung zum Netzwerkspeicher oder Rechner herstellen, Abschaltverzögerung und Restlaufzeitschwelle setzen.
  7. Zeitangaben dokumentieren: Ab welcher Restlaufzeit fährt welches Gerät herunter.

Auf die dauerhaft überwachten Steckplätze gehören ausschließlich die Geräte aus der Lastliste. Ein Ladegerät oder eine Zusatzbeleuchtung an der batteriegestützten Seite verkürzt die Überbrückungszeit für alle anderen.

Funktionsprüfung mit belegbarem Ergebnis

Prüfung Vorgehen Bestanden, wenn
Netzausfall Netzstecker der Versorgung ziehen Umschaltung ohne Neustart der Verbraucher, akustische Meldung erfolgt
Laufzeit Zeit bis zur Abschaltung unter realer Last stoppen Herstellerangabe für diese Last wird erreicht
Geordnete Abschaltung Netzausfall bis zum Auslösen der Schwelle laufen lassen Netzwerkspeicher fährt selbsttätig und vollständig herunter
Wiederkehr Netz wieder aufschalten Verbraucher starten in der vorgesehenen Reihenfolge, keine Fehlermeldung bleibt
Überlast vorgesehene Verbraucher gemeinsam einschalten keine Abschaltung, keine Überlastmeldung
Wärme Schranktemperatur nach mehreren Stunden Volllast messen Wert bleibt in dem vom Hersteller genannten Bereich
Alarmweg Meldung bei getrenntem Internetzugang auslösen Meldung erreicht Sie trotzdem, etwa akustisch oder lokal

Die Zeile zur geordneten Abschaltung ist die wichtigste der Tabelle. Sie ist der eigentliche Zweck der Anlage und zugleich die Prüfung, die am häufigsten ausgelassen wird.

Beschriftung und Ordnung im Schrank

Beschriften Sie jeden Port des Patchfelds mit der zugehörigen Anschlussdose, jede Rangierschnur an beiden Enden und jeden Steckplatz der Versorgung mit dem angeschlossenen Gerät. Kennzeichnen Sie zusätzlich, welche Steckplätze batteriegestützt und welche lediglich überspannungsgeschützt sind; diese Unterscheidung wird nach dem ersten Umstecken sonst niemandem mehr klar sein.

Halten Sie Rangierschnüre in passender Länge vor. Aufgerollte Überlängen im Schrank behindern den Luftweg und erschweren jede spätere Änderung. Ein Rangierbügel je Patchfeld ist kein Zubehör, sondern Voraussetzung dafür, dass Biegeradien eingehalten werden.

Funktions- und Übergabecheckliste

  • Bestandsliste aller eingebauten Geräte mit Position in Höheneinheiten, Masse und Leistungsaufnahme
  • Lastliste mit gemessener Wirkleistung und daraus abgeleiteter Überbrückungszeit
  • Protokoll des Laufzeittests mit Datum, Last und gemessener Zeit als Ausgangswert für spätere Vergleiche
  • Nachweis über den eingerichteten Selbsttest und das gewählte Intervall
  • Dokumentierte Abschaltschwellen je Gerät und Nachweis, dass die geordnete Abschaltung ausgelöst wurde
  • Herstelldatum des Batteriesatzes, Ersatzteilnummer und geklärter Rücknahmeweg für den Altsatz
  • Bestätigung der Elektrofachkraft über Anschluss, Einbindung in den Schutzpotentialausgleich und gegebenenfalls Überspannungsschutz
  • Gemessene Schranktemperatur unter Volllast und festgelegtes Reinigungsintervall für Filtermatten
  • Fotodokumentation des Schrankinneren nach Fertigstellung, von vorn und mit geöffneter Rückwand
  • Beschriftungsplan und Zuordnung batteriegestützter zu ungestützten Steckplätzen

Einweisung und laufender Betrieb

Weisen Sie alle Bewohner in vier Punkte ein: Der Schrank bleibt frei von eingelagertem Material, weil sonst der Luftweg blockiert wird. Ein akustischer Dauerton der Versorgung bedeutet eine Störung und nicht nur einen Stromausfall. Nichts wird an der batteriegestützten Seite zusätzlich eingesteckt. Und ein auffälliger Geruch aus dem Schrank führt dazu, dass die Anlage ausgeschaltet und der Raum gelüftet wird.

Legen Sie zwei wiederkehrende Termine fest: einen jährlichen Laufzeittest mit Eintrag in das Prüfbuch und eine Sichtkontrolle von Batterie, Filtern und Steckverbindungen im gleichen Rhythmus.

Was Sie selbst ausführen dürfen

Der Einbau der Geräte in den Schrank, das Rangieren, die Beschriftung, die Konfiguration der Versorgung, die Einrichtung der Signalisierung und sämtliche Prüfungen aus der Tabelle sind Eigenleistung. Auch der Batteriewechsel ist zulässig, wenn der Hersteller eine Wechselöffnung vorsieht und die Anleitung dies ausdrücklich erlaubt.

Der Anschluss an die feste elektrische Anlage, die Befestigung eines schweren Gehäuses im Mauerwerk mit Tragfähigkeitsnachweis, die Einbindung in den Schutzpotentialausgleich sowie jede Nachrüstung von Überspannungsschutz bleiben Sache des Fachbetriebs. Lassen Sie diese Leistungen schriftlich bestätigen und legen Sie die Bestätigung zur Übergabedokumentation.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. IEC 60297-3-100:2008 – Mechanical structures for electronic equipment, Dimensions of mechanical structures of the 482,6 mm (19 in) series, Part 3-100
  2. DKE – DIN EN 50174-2 (VDE 0800-174-2):2018-10, Installation von Kommunikationsverkabelung, Teil 2: Installationsplanung und Installationspraktiken in Gebäuden
  3. BSI – Router, WLAN und VPN sicher einrichten
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