Zirkulationsleitung einfach erklärt
Eine Zirkulationsleitung ist die Rücklaufleitung, über die eine Pumpe warmes Trinkwasser aus dem Leitungsnetz zum Warmwasserspeicher zurückführt, damit es in den Rohren nicht abkühlt und an entfernten Zapfstellen sofort warm ankommt.
Was bedeutet Zirkulationsleitung?
Vom Speicher führt die Warmwasserleitung zu den Zapfstellen. Ohne Zirkulation steht das Wasser nach jeder Entnahme im Rohr und kühlt aus; beim nächsten Öffnen läuft erst lauwarmes Wasser ab. Die Zirkulationsleitung schließt den Kreis: Eine kleine Pumpe im Rücklauf drückt das Wasser zurück zum Speicher, wo es nachgeheizt wird. In Mehrfamilienhäusern regeln Strangregulierventile, dass jeder Steigstrang gleichmäßig durchströmt wird.
Ob eine Zirkulation nötig ist, entscheidet die 3-Liter-Regel des DVGW-Arbeitsblatts W 551. Fasst die Leitung zwischen dem Abgang des Trinkwassererwärmers und einer Entnahmestelle mehr als drei Liter, ist eine Zirkulation oder eine selbstregelnde Begleitheizung vorzusehen; die Zirkulationsleitung selbst wird dabei nicht mitgezählt. Ein Kupferrohr mit 18 Millimetern Außendurchmesser fasst rund 0,2 Liter je Meter, eines mit 22 Millimetern rund 0,31 Liter. Die Grenze ist also nach etwa 15 beziehungsweise 10 Metern erreicht.
Für den Betrieb gelten Hygienetemperaturen: Das Wasser verlässt den Speicher mit mindestens 60 °C und darf auf dem Weg durch das Netz um höchstens 5 Kelvin abkühlen, kommt also mit mindestens 55 °C zurück. Die Pumpe darf nach DIN 1988-200 und W 551 höchstens acht Stunden innerhalb von 24 Stunden abgeschaltet werden, und auch das nur bei hygienisch einwandfreien Verhältnissen.
Energierechtlich muss eine neu eingebaute Zirkulationspumpe eine selbsttätig wirkende Ein- und Ausschaltung haben (§ 64 GModG, früher GEG); die Trinkwasserhygiene bleibt davon ausdrücklich unberührt. Werden Warmwasser- und Zirkulationsleitungen neu eingebaut oder ersetzt, sind sie nach § 69 und Anlage 8 zu dämmen; bisher ungedämmte, zugängliche Leitungen außerhalb beheizter Räume müssen nachgedämmt werden. Vorgeschrieben sind bei bis zu 22 Millimetern Innendurchmesser 20 Millimeter, darüber bis 35 Millimeter 30 Millimeter Dämmstoff, jeweils bezogen auf eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m·K).
Warum ist der Begriff für Eigentümer wichtig?
Die Zirkulation hält Rohre rund um die Uhr auf etwa 55 °C, und das kostet mehr, als viele erwarten. Eine gedämmte Strecke aus Vor- und Rücklauf von zusammen 30 Metern im 15 °C kühlen Keller verliert rechnerisch rund 8 bis 9 Watt je Meter, zusammen etwa 250 Watt. Im Dauerbetrieb sind das rund 2.200 Kilowattstunden im Jahr, also etwa so viel Wärme, wie ein Vier-Personen-Haushalt als Warmwasser tatsächlich nutzt. Acht Stunden Pause senken den Verlust auf rund 1.500 Kilowattstunden. Gerade vor dem Umstieg auf eine Wärmepumpe lohnt der Blick auf die Zirkulation, weil die 60 °C am oberen Ende ihres Arbeitsbereichs liegen.


